Besucherandrang beim Apfeltag auf der Finkenburg

Auch Pomologen mal ratlos

Die Handsaftpresse war für die Kinder ein Anziehungspunkt beim Apfeltag auf der Finkenburg. - Foto: Albrecht

Thedinghausen - Der Apfeltag der Mosterei Finkenburg in Thedinghausen-Eißel war wieder ein Publikumsmagnet. Das Angebot war umfangreich, was unter anderem an den vielen Essens- und Informationsständen deutlich wurde.

Am Nachmittag lockerte Clown Penny Penksi das Event noch zusätzlich auf. Schnell hatte der Mann in seinem karierten Anzug, Gitarre und seinen Koffern mit lustigen Zaubertricks nicht nur die Kinder in Scharen auf den Hof gelockt.

Viele Besucher nutzten aber auch die Gelegenheit, um einiges über den Apfel in Erfahrung zu bringen. So war der Tisch, an dem die beiden Apfelexperten Michael Ruhnau und Andreas Kallwitz saßen und ihre Expertisen abgaben, ständig umlagert. Eine Frau aus dem Kreis Diepholz hatte gleich sechs Apfelsorten zur Bestimmung mitgebracht. Die beiden Pomologen standen vor einigen Rätseln, wälzten Fachbücher, schauten sich Wachstum oder Kerngehäuse der mitgebrachten Äpfel an. Als sie dann erfuhren, dass die Äpfel von einer Streuobstwiese stammten, schloss sich der Kreis der Ratlosigkeit. „Der hier stammt aus der großen Familie der Prinzenäpfel und das ist auf jeden Fall keine französische Goldrenette“, sagte Ruhnau, wie von der Besucherin vermutet.

„Leider kommt es sehr häufig vor, dass Gemeinden, die Streuobstwiesen anlegen, auf Billigware aus den Niederlanden oder Belgien setzen und diese Sorten kennen wir einfach nicht“, mussten Ruhnau und sein Kollege bei vier Sorten kapitulieren. Aber vielen Besuchern konnten die Pomologen auch helfen.

Kristina Ripke aus Werder hatte mehrere Exemplare aus ihrem Garten mitgebracht, wobei sie vermutete, dass der Baum mindestens 150 Jahre alt sei. Die beiden Experten schauten sich an und waren sich sofort einig. „Das ist ein Apfelbaum, der mal als Sämling gewachsen ist. Sie können ihn nennen wie sie wollen“, sagte Kallwitz.

Gut beschäftigt war auch der bundesweit bekannte Apfelexperte und Obstbauer Eckart Brandt, dem der Ruf des „Apfelpapstes“ vorauseilt. „Die Äpfel sind vielerorts durch das Wetter aus dem Tritt gekommen. Im Sommer zu kalt, im September viel zu warm und trocken. Doch das ist nicht in allen Regionen so“, fügte Brandt an. Im Alten Land ist die Ernte sehr gut. In Österreich gibt es durch Hagelschlag vielerorts einen Totalausfall“, wusste Brand zu berichten. „Das ist gut für uns Apfelbauern. Da bleiben die Preise wenigstens stabil“, freute sich der Obstbauer und verkaufte gleich wieder eine Tüte leckeres Obst. In der Region Bremen und umzu ist die Sorte „Celler Dickstiel“, sehr beliebt, stellt Brandt fest.

Uwe Ciesla von der Mosterei Finkenburg war angetan von dem guten Besuch. Ein Film über die Mosterei „huschte“ stündlich vom Beamer übertragen über eine Wand. Eine Ausstellung mit 50 regionalen Apfelsorten, die auf einem großen Tisch auf der Diele aufgebaut war, lockte die Besucher ebenso wie das Apfel-Diplom für die jüngeren Gäste. Sie konnten sich außerdem beim Saftmachen mit der Handpresse ausprobieren.

ha

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