Ausbau des Windparks Blender: Etliche Auflagen zum Vogelschutz sind zu beachten

Abschalten, wenn Weihe brütet

Blender - Wenn die seltene Rohrweihe in bis zu 150 Metern Abstand von einer Anlage im Blender Windpark brütet, müssen Windräder abgeschaltet werden. Das Gleiche gilt bei Erntearbeiten im Sommer, um etwa Weißstörche vor tödlichen Rotor-Unfällen zu schützen. Die drohen, wenn Vögel frisch gemähte windradnahe Flächen anfliegen, um nach Mäusen, Würmern oder anderer Nahrung zu suchen.

Die Auflagen zum Zwecke des Vogelschutzes im Windpark erläuterte Diplomingenieur Michael Schwarz vom Delmenhorster Raumplanungsbüro Schwarz und Winkenbach jetzt auf der Blender Ratssitzung in der dortigen Mühlenscheune.

Schon vor rund vier Jahren war die Planung für den an den jetzigen „Windpark Blender“ angrenzenden „Windpark Blender II“ in Grundzügen fertig, bis sich dann der Landkreis „als Bremsklotz“ erwiesen habe, so Schwarz.

Auch auf Druck zuständiger Landesbehörden mussten nämlich Vogelschutzbelange nicht nur auf den neuen, sondern ebenso auf den alten Windpark-Flächen erst noch untersucht werden. Damit lag der Plan zunächst auf Eis. Erst jetzt seien die vogelkundlichen Gutachten abgearbeitet. Neben Weißstorch und Rohrweihe spielen darin Graureiher sowie Schwarzer und Roter Milan eine Rolle.

Ergebnis: Grundsätzlich sei keine Verletzung von Artenschutzbelangen durch die neuen Windkraft-Planungen zu befürchten – außer in den genannten Zeiträumen. Die seltenen Vögel nisten mit Ausnahme der Weihe in sicheren Abständen von mehr als einem Kilometer zum Windpark.

Mittels Detektoren an „Gondeln“ der Windkrafttürme sollen allerdings Fledermausvorkommen noch näher überprüft werden.

Vorgesehen ist, im „Windpark II“ zwei neue Anlagen von je 150 Metern Nabenhöhe zu errichten. Außerdem sollen nach bisherigem Stand

zunächst fünf der jetzt zwölf Anlagen im „alten“ Windpark abgebaut und durch leistungsstärkere ersetzt werden. Auch hier gilt die vom Blender Rat festgelegte Maximalhöhe von 150 Metern.

Alle Anlagen über 100 Meter müssen mit rotem Blinklicht ausgestattet werden. Die Windindustrie habe aber mittlerweile ein System entwickelt, mit dem sich die Stärke der Beleuchtung je nach Luft- und Wetterbeschaffenheit dimmen lasse, berichtete Schwarz. Dadurch störe die Befeuerung Anwohner weniger.

Etliche Tonnen schwerer Lasten sind zum Bau der Anlagen über Straßen und Brücken zu transportieren. Das gehe nicht, ohne vorher einige Brücken zu „ertüchtigen“, kündigte der Planer an. Bei den Straßen gebe es ein Beweissicherungsverfahren: Der Zustand vor den Schwertransporten wird dokumentiert und die spätere Schadensreparatur von den Windkraftfirmen getragen.

Fassungslos reagierte ein Eigentümer von Windanlagenflächen auf die Planer-Aussage, dass die Fundamente beim Abbau bestehender Anlagen nur bis auf einen Meter unter der Oberfläche zurückgebaut würden. „Uns ist damals doch fest die völlige Beseitigung der Fundamente zugesagt worden“, empörte sich dieser Landwirt und fühlte sich gehörig verschaukelt

Samtgemeinde-Bürgermeister Harald Hesse bestätigte auf Nachfrage dieser Zeitung, seine Nachprüfung habe ergeben, dass tatsächlich Komplett-Rückbau festgelegt worden sei. Dies schließe aber nicht aus, dass in Privatvereinbarungen zwischen Flächeneignern und Windanlagen-Betreibern andere Abmachungen getroffen wurden.

Mit großer Mehrheit bei nur jeweils zwei Enthaltungen beziehungsweise einer Gegenstimme beschloss der Blender Gemeinderat die Auslegung und Öffentlichkeitsbeteiligung zum Bebauungsplan „Windpark Blender II“ beziehungsweise zum geänderten Plan „Windpark Blender“. - la

Rubriklistenbild: © dpa

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