Fischerhude: Im Sommer beginnt am Wümme-Mittelarm der Bau einer Sohlgleite

Schleuse ist bald Geschichte

Ab Sommer Geschichte: Dorfschleuse und Bogenbrücke weichen einer Sohlgleite. ·
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Ab Sommer Geschichte: Dorfschleuse und Bogenbrücke weichen einer Sohlgleite. ·

Fischerhude - Einen vertrauten Anblick in Fischerhude, mehr als ein Jahrhundert alt, wird es demnächst nicht mehr geben: Die Schleuse im alten Dorf und die Bogenbrücke nebenan weichen einer Sohlgleite. Träger der Umbaumaßnahme ist der Wümme-Wasserverband Fischerhude. Eine neue Bogenbrücke über den Wümme-Mittelarm Richtung Ortsmitte will der Heimatbund finanzieren. Mit dem Thema beschäftigte sich am Montagabend der Ortsrat Fischerhude.

Was Otto Modersohn 1908 malte, wird ab Sommer nicht mehr existieren. Dann rücken die Bagger an und beginnt der Bau einer Sohlgleite, die im ersten Moment mit ihrem 72 Meter langen Steinbett an dieser Stelle etwas seltsam anmuten wird. Aber nach und nach soll die Natur sich ihren Fluss zurückerobern und sollen die Randstreifen anwachsen. Aus Gründen des Naturschutzes und der ökologischen Qualität des Gewässers soll die Wümme für Fische und andere Wassertiere weiter durchlässig werden. Zahlreiche Wehre wurden bereits abgebaut und dafür Sohlgleiten angelegt. Diese Maßnahme am Mittelarm nun hat der Wümme-Wasserverband in Auftrag gegeben, wobei die EU 90 Prozent der Kosten übernimmt. Kahnfahren wird weiter möglich sein – aus der Tradition heraus und weil viele Anlieger ein Boot besitzen.

Planerin Dipl.-Ing. Solveig Schnaudt vom Oytener Ingenieur-Dienst Nord (IDN) stellte in der gut besuchten Sitzung die Baupläne vor. Die Arbeiten sollen im Sommer beginnen und bis zu drei Monate dauern. Ortsbürgermeister Wilfried Mittendorf erklärte: „Das vertraute Bild der Schleuse wird es dann nicht mehr geben.“ In mehr als 70 Metern Entfernung von der Sohlgleite, die einen Übergang erhält, soll die neue Bogenbrücke aufgebaut werden.

Zudem sprach sich der Ortsrat einstimmig dafür aus, an der Kreisstraße K 2 touristische Hinweisschilder für das Otto-Modersohn-Museum aufzustellen. Wo genau, ist aber noch unklar.

Ferner befürwortete der Ortsrat den Bau eines Bolzplatzes mit einer Größe von 30 x 15 Metern und mit Kunstrasen für verschiedene Ballsportarten. Den Bolzplatz will der TSV Fischerhude-Quelkhorn im Jahr 2014 nahe seines Umkleidehauses bauen. · woe

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