MdB Jantz-Herrmann lernt Pflegealltag in Einrichtung für Demenzerkrankte kennen

„Wertschätzung kann nicht hoch genug angesetzt werden“

Beim Kunsttherapieangebot fand MdB Christina Jantz-Herrmann (links) Gelegenheit zum Austausch mit Personal und Bewohnern. Einrichtungsleiterin Ricarda Hasch (rechts) nutzte die Möglichkeit, um auf die unterschiedlichen Bedarfe stationärer Pflege hinzuweisen. - Foto: Schmidt

Oyten - Um sich einen authentischen Einblick in Aufgaben und Alltag stationärer Pflegekräfte zu verschaffen, verbrachte SPD-Bundestagsabgeordnete Christina Jantz-Herrmann am Dienstag einen Tag im Seniorenpflegeheim Haus Hasch in Oyten.

Zustande gekommen war die Visite unter dem Motto „Praxis für Politik“ auf Initiative der Abgeordneten: „Ich halte es für unbedingt erforderlich, dass ich mir vor wichtigen Entscheidungen im Bundestag ein möglichst genaues Bild von der Situation vor Ort mache“, sagte Christina Jantz-Herrmann, „damit wir Entscheidungen sorgfältig planen können und Beschlüsse im Bundestag auch tatsächlich etwas bewirken.“

Im Haus Hasch, einer familiengeführten privaten vollstationären Pflegeeinrichtung, die sich auf die Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz spezialisiert hat, durchlief Jantz-Herrmann einen kompletten Pflegetag: Nach einem Einführungsgespräch mit Einrichtungsleiterin Ricarda Hasch folgten ein Rundgang, die Teilnahme am Kunsttherapieangebot, anschließend die Vorbereitung zum Mittagessen mit Nachbereitung und dann ein erneuter Besuch im Kunsttherapieraum. Dabei suchte die Abgeordnete das Gespräch mit Pflegepersonal und Heimbewohnern und informierte sich über Möglichkeiten zur Einflussnahme der Einrichtung auf Verbandsebene oder in den politischen Gremien.

Offene Fragen gibt es viele, denn viel Bewegung kennzeichnet derzeit den Pflegesektor. Nutzt die Einrichtung einer Pflegekammer der Interessenvertretung? Wie soll die Pflege auf die steigende Zahl Bedürftiger mit Migrationshintergrund reagieren oder Menschen mit Beeinträchtigungen? Pflegeberufe stehen aktuell vor einer Ausbildungsreform: Einer Grundausbildung sollen künftig jeweilige Spezialisierungsangebote zum Beispiel in Richtung Altenpflege oder Gesundheitspflege folgen. „Eine solche Spezialisierung ist dringend erforderlich“, erklärte Christina Jantz-Herrmann, „damit die Pflegekräfte ihren unterschiedlichen Einsatzbereichen gewachsen sind.“ Ziel sei damit ferner eine Aufwertung der Pflegeberufe. 

„Die Wertschätzung kann nicht hoch genug angesetzt werden“, bekräftigte die Bundestagsabgeordnete und zeigte sich beeindruckt angesichts der besonderen Anforderungen: Ein hohes Maß an Empathie und Einfühlungsvermögen sei notwendig sowie eine stark ausgeprägte Persönlichkeit, die die Konfrontation mit oft schweren Schicksalen bewältigen müsse. Dazu kämen körperliche Belastungen, nicht zuletzt durch Schichtdiensteinsätze. Dem gegenüber stehee eine Bezahlung, die dem Einsatzbereich nicht gerecht werde, was das geringe Interesse am Ausbildungsberuf zeige.

Insgesamt konnte Christina Jantz-Herrmann sehr viele positive Eindrücke gewinnen. „Im Pflegeheim herrscht viel Trubel, aber auch viel Heiterkeit“, betonte die Abgeordnete, „man sieht, dass die Pflegerinnen und Pfleger auch viel Spaß an ihrer Arbeit haben und viel Herzlichkeit von den Bewohnern zurückbekommen.“

sch

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