Bassener Unterschriftensammlung für Fußgängerampel unterhalb des Penny-Kreisels

„Das ist Russisch Roulette hier“

Für Fritz Barning mit seinem Hund Jule, Altenpflegerin Ilona Brouckaert, Rollstuhlfahrerin Sonja Knief und Rollatorfahrerin Siegrid Fietz ist es tagtäglich ein Wagnis, in Bassen nahe des Penny-Kreisels die Landesstraße zu überqueren. 250 Unterschriften hat Ilona Brouckaert schon im Ort gesammelt für die Einrichtung einer Fußgängerampel an dieser Stelle. Die Sammlung läuft weiter. - Foto: Holthusen

Bassen - Zweimal am Tag dreht Fritz Barning mit Hund Jule seine Runde. Wenn er unterhalb des Penny-Kreisels über die Große Straße will, muss er Tempo machen. „Aber mit dem Gucken ist das ja nicht mehr so...“, und das macht den Senior unsicher. Noch schwieriger ist die Überquerung der vielbefahrenen Landesstraße in Bassen für Rollatorfahrerin Siegrid Fietz, die nicht so zügig über die Fahrbahn kommt, wie es für ihre Sicherheit nötig wäre.

Aber weil sie jeden Tag zu Penny schiebt, nimmt sie das Wagnis auf sich. Wie auch andere Mitbewohner aus dem Seniorenheim Böhmermann. Ein Passant in diesem oberen Bereich der Großen Straße sagt im Vorbeigehen: „Das ist Russisch Roulette hier.“

Das empfindet auch die Bassenerin Ilona Brouckaert so, die als Altenpflegerin im Haus Böhmermann arbeitet und mit ihrer Familie auf der anderen Seite der Landesstraße in der Blumensiedlung wohnt. „Ich sehe die Probleme jeden Tag“, sagt sie und will jetzt für den Bereich der Ortsdurchfahrt in Höhe Große Straße 90 und Einmündung Lupinenweg bei der Gemeinde Oyten die Schaffung einer sicheren Überquerungsmöglichkeit in Form einer Fußgängerbedarfsampel beantragen. Dafür sammelt sie Unterschriften im Ort. Am Wahltag hatte sie einen Stand vorm Wahllokal in der Schule und an mehreren Stellen im Ort liegen die Listen aus: „Etwa 250 Unterschriften sind bisher zusammengekommen.“ Bis zum 30. September liegen die Unterschriftenlisten noch bei Penny, im Stöbereckchen, bei Segelken, beim Tierarzt und im Kindergarten aus. Danach will Ilona Brouckaert den Antrag im Rathaus einreichen.

Wie „kompliziert und gefährlich“ es ist, die Landesstraße im besagten Bereich zu überqueren, weiß die Bassenerin aus eigener und aus der Erfahrung der Bewohner im Haus Böhmermann sowie aus vielen Gesprächen mit älteren Dorfbewohnern und ihren Angehörigen. Die Ampelanlage im Ortskern sei für die, die das Einkaufszentrum am Kreisel ansteuerten, keine Alternative: „Dies würde einen zusätzlichen Weg von 700 Metern ergeben – für ältere Dorfbewohner eine nicht zumutbare Strecke“, sagt Ilona Brouckaert. Das gelte im übrigen auch für die Bewohner jenseits der Landesstraße, die den Friedhof besuchen wollten und regelmäßig die Landesstraße in Höhe Lupinenweg querten. Dass auf der vielbefahrenen Straße durch den Ort überdies auch gern schneller als 50 km/h gefahren werde, belege die häufige Anwesenheit von mobilen „Blitzern“.

Im Zuge ihrer Unterschriftensammlung wurde noch eine mögliche Alternative zu einer Fußgängerbedarfsampel an Ilona Brouckaert herangetragen: die Verlängerung des Fußweges auf der Seite vom Haus Böhmermann bis zum Kreisel und die Schaffung eines dortigen Fußgängerüberweges. Eine Lösung, die beim Bau des Kreisels 1999 sowie schon angedacht gewesen sei, wie Ilona Brouckaert erinnert: „Der Kreisel wurde so gebaut, dass es zwei Überquerungsmöglichkeiten geben sollte.“ Angelegt wurde aber nur die Überquerungshilfe auf der Seite des 2008 gebauten Einkaufszentrums, so dass die Anwohner aus der Blumensiedlung sicheren Fußes zu Penny, Sparkasse, Awo-Laden und Krankengymnastikpraxis gelangen können. „Auf der anderen Seite Bassens wurde darauf verzichtet, den hinter der Seniorenwohnanlage Böhmermann abrupt endenden Gehweg bis zum Kreisel zu verlängern“, schildert Ilona Brouckaert, „es wurde damals gesagt, dass es diesen Anschluss im Zuge der nächsten Bebauung nahe des Kreisels geben würde.“ Diese Bebauung aber hat hier nie stattgefunden – und damit bis heute keine sichere Überquerungsmöglichkeit der Landesstraße hinüber zum Einkaufszentrum. 

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