Autobahnpolizei installiert Messanlage an A 1-Brücke

Risikofaktor: Zu geringer Abstand

Eine Abstandsmessanlage für den Verkehr auf der A 1 hat die Autobahnpolizei an der Brücke in Oyten-Tüchten eingerichtet. Heute stellte 1. Polizeihauptkommissar Jürgen Schindler, Chef der Autobahnpolizei Langwedel (re.), die neue Messstelle zusammen mit Helge Cassens, Pressesprecher der Polizeiinspektion Verden/Osterholz, und Ute Meyer von der Bußgeldstelle des Landkreises vor. - Fotos: Holthusen

Oyten - Von Petra Holthusen. Hohes Tempo allein ist nicht immer gleich Risiko. Das bemisst sich nach mehr Faktoren – wie Fahrweise und Verkehrsdichte. „Aber zu wenig Abstand – das ist immer gefährlich“, sagt Polizeikommissar Florian Scharnhusen, Spezialist für Abstandsmessungen.

Wer zu dicht auffährt, überschätzt sein Reaktionsvermögen, wenn der Vordermann Unvorhergesehenes tut. 2014 war im Zuständigkeitsbereich der Autobahnpolizei Langwedel nach Worten von Leiter Jürgen Schindler zu geringer Abstand die Ursache bei 19,2 % aller Unfälle auf der A 27 und der A 1. Als Reaktion richtete die Polizei zwei Abstandsmessanlagen auf der A 27 ein – jetzt nahm sie die erste mobile Messstelle auch auf der A 1 in Betrieb.

„Drohkulisse aufbauen“ nennt Schindler mit einem Augenzwinkern die polizeiliche Strategie, Abstandssündern durch empfindliche Strafen zur Einsicht zu verhelfen und so den Verkehr auf den Autobahnen sicherer zu machen – auf der A 1 in seinem Bereich zwischen Bremer Kreuz und Kreisgrenze für immerhin 94.000 Fahrzeuge täglich. Und die Hauptursache für Unfälle seien hier nicht überhöhte Geschwindigkeiten, sondern Abstandsverstöße, hat der Verkehrsüberwacher analysiert.

Polizeikommissar Florian Scharnhusen überwacht im elektronisch hochgerüsteten Bus auf der A 1-Brücke die Kamerabilder der laufenden Abstandsmessungen. Die Auswertung nimmt er später vor – die Bußgeldbescheide verschickt dann der Landkreis.

Standort der neuen Abstandsmessanlage ist die kleine Brücke über der A 1 in Tüchten im Bereich Oyten-Bassen. Hier verläuft die sechsspurige Autobahn schnurgerade, was für die geeichten Messmarkierungen auf den Fahrbahnen von Vorteil war, und auf dieser Brücke „kann ich den Bus gut parken“, schildert Autobahnpolizist Scharnhusen, der an den Monitoren im technisch hochgerüsteten Bus die Bilder verfolgt, die ihm die Videokameras draußen vom Verkehrsgeschehen liefern. 

Das elektronische Equipment zur Messung und Aufzeichnung von Weiten und Zeiten ist dasselbe, das seit zwei Jahren an den beiden Messstellen auf der A 27 zum Einsatz kommt. Für die Dauer der jeweiligen Messung werden die vier Kameras auf der Brücke und auf der Mittelleitplanke installiert und später wieder eingepackt. Die zeitaufwendige Auswertung und Übermittlung der Verstöße an die Bußgeldstelle folgt anschließend in der Dienststelle. Wann und wie oft Scharnhusen oder ein anderer spezialisierter Kollege der Autobahnpolizei an welcher Messstelle im Einsatz ist, bestimmen der Dienstplan und das sonstige Einsatzgeschehen.

Den Fokus verstärkt auf Abstandsmessungen zu legen, scheint notwendig: Allein dieses Jahr sind laut Autobahnpolizeichef Schindler 1972 Abstandsverstöße mit Bußgeldern geahndet worden – darunter 208 besonders schwerwiegende mit zusätzlichen Fahrverboten. Dabei lassen die Beamten noch viel Kulanz walten. „Wir wollen nicht Masse, sondern Klasse“, so Schindler. Die vielen, die meist unbewusst mal zwei Meter zu dicht auffahren, interessieren die Polizei nicht: „Wir wollen die schweren Verstöße und die aggressiven Fahrer rausfiltern.“

Beim Abstand gilt die einfache Faustformel vom halben Tachowert. Wer 100 km/h fährt, muss danach 50 Meter Abstand halten – leicht zu überprüfen mit Hilfe der Straßenleitpfosten. Wer weniger Abstand als fünf Zehntel vom halben Tachowert hält – bei 100 km/h also weniger als 25 Meter – fährt in den Bußgeldbereich. Bei weniger Abstand als drei Zehntel vom halben Tachowert geht der Führerschein erstmal flöten.

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