Wo Menschen herkommen, wie sie hier leben, was sie kochen...

Infobrief informiert Oytener Altbürger über Neubürger 

Barbara Bornkessel und Bärbel Kappler (v.re.) sind das Redaktionsteam des Infobriefs „In Vielfalt zusammen leben“, der in Oyten Altbürger über Neubürger informiert, über ihre Herkunftsländer, ihren Alltag in Oyten, ihre Gebräuche – bis hin zum „Rezept des Monats“. Die kommunale Integrationsbeauftragte Christa Junge unterstützt das neue Projekt der Ehrenamtlichen. - Foto: Holthusen

Oyten - oyten - Von Petra Holthusen. Das Reisgericht Kabsa und der Petersiliensalat Taboula sind zwei Klassiker der syrischen Küche. Klar könnte sich jeder die Rezepte im Internet besorgen, aber darum geht es Bärbel Kappler und Barbara Bornkessel nicht: „Wir haben die Gerichte zusammen mit Geflüchteten aus Syrien geplant, gekocht und ausprobiert.“ Und sie haben sie aufgeschrieben, fotografiert und veröffentlicht: Kabsa und Taboula sind das „Rezept des Monats“ in der ersten Ausgabe des Infobriefs „In Vielfalt zusammen leben“. Den publiziert das Redaktionsteam Kappler/Bornkessel ab sofort alle zwei bis drei Monate unter dem Dach des Vereins „Oyten hilft“.

Bärbel Kappler und Barbara Bornkessel, von Haus aus Lehrerin und Medizinjournalistin und beide weitgereist, kennen sich von ihrer ehrenamtlichen Arbeit in der Flüchtlingsbetreuung. Sie gehören zu den gut 70 Aktiven, die sich in Oyten in vielfältigster Weise um die Integration der 270 hier lebenden Geflüchteten bemühen. Der Einsatz reicht von der nachbarschaftlichen Betreuung der 20 dezentralen Unterkünfte über das Engagement in Kleiderkammer, Fahrradwerkstatt oder Sprachcafé bis zur Begleitung bei Arzt- und Behördenbesuchen und zur Übernahme von Ausbildungspatenschaften. Vernetzt sind die vielen Integrationshelfer über den Verein „Oyten hilft“ und die hauptamtliche Integrationsbeauftragte der Gemeinde Oyten, Christa Junge.

Der Infobrief „In Vielfalt zusammen leben“ ist nun das neueste Projekt von ehrenamtlichen Unterstützerinnen. Barbara Bornkessel nennt die wesentlichen Ziele: „Wir wollen in Oyten die Altbürger über die Länder der Neubürger informieren, auf diese Weise gegenseitiges Verständnis wecken und so einen Beitrag zur Integration leisten. Außerdem wollen wir die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe würdigen und dokumentieren.“ Der 1. Infobrief wurde elektronisch an alle Ehrenamtlichen verschickt, kann auf der Homepage www.Oyten-hilft.de gelesen werden und liegt als Ausdruck zum Mitnehmen in vielen Geschäften und Arztpraxen, Kirchen-, Vereins- und Kinderbetreuungseinrichtungen in der Gemeinde aus.

„Wo kommen die Menschen her? Was sind das für Länder? Wie geht es dort zu?“ – davon berichten die Infobriefe „in hübsch aufbereiteter Form“, so Barbara Bornkessel. In Planung ist die Rubrik „Ein Tag aus dem Leben von...“, die vom Tagesablauf einzelner Geflüchteter erzählen will: Wie sieht ihr Alltag aus, wie verbringen sie den Tag, welche Erfahrungen machen sie in Schule und Beruf? „Das soll das Verständnis für die Neubürger erhöhen und deutlich machen: Die bemühen sich, die hängen nicht einfach nur rum...“, erklärt Bärbel Kappler. Zur Würdigung der Arbeit der Ehrenamtlichen sind Interviews geplant, in denen sie ihre Erlebnisse und Erfahrungen mit Flüchtlingen schildern. Ebenso gewünscht sind fachliche Beiträge von „unserer fantastischen Integrationsbeauftragten Christa Junge“, so Bärbel Kappler. Und neben einem interkulturellen Kalender, in dem die Feste aller Religionsgemeinschaften aufgeführt werden, soll auch immer über das „Fest des Monats“ berichtet werden.

Die Leichtigkeit abseits des Alltags bringt das „Rezept des Monats“ in den Infobrief. „Essen verbindet, genau wie Musik und Tanz – das funktioniert auch, wenn die Sprache nicht reicht“, sagt Barbara Bornkessel. Und die Koch-Sessions mit Flüchtlingen, um deren landestypische Gerichte aus erster Hand zu dokumentieren, sind für das Infobrief-Team echte Erlebnisse.

Der Infobrief Nr. 1 hat den Schwerpunkt Syrien, „weil die meisten Flüchtlinge in Oyten aus Syrien stammen“. Infobrief Nr. 2, der im Dezember erscheinen soll, widmet sich Eritrea; danach sind Infobriefe zur Elfenbeinküste, zu Afghanistan, Pakistan, dem Iran und Irak geplant.

Mehr zum Thema:

500 Zivilisten in Aleppo getötet

500 Zivilisten in Aleppo getötet

Grundschule Horstedt feiert Geburtstag

Grundschule Horstedt feiert Geburtstag

Nikolaus im Kindergarten Stuckenborstel

Nikolaus im Kindergarten Stuckenborstel

Werder-Training am Donnerstag

Werder-Training am Donnerstag

Meistgelesene Artikel

Süßes vom Nikolaus auch für große Werder-Kicker

Süßes vom Nikolaus auch für große Werder-Kicker

Nikolausmarkt in Dörverden - wohltuend und wärmend

Nikolausmarkt in Dörverden - wohltuend und wärmend

Feuerwehr kann Mercedes nicht mehr retten

Feuerwehr kann Mercedes nicht mehr retten

Kreativ und international

Kreativ und international

Kommentare