Mirko Ulrich kandidiert für Gemeinderat und Kreistag

Für die Linke und die Jugend

Mirko Ulrich kandidiert für die Linke in Oyten.

Oyten - Der Politikunterricht an der Haupt- und Realschule hat ihn politisiert. So entschied Mirko Ulrich mit 16 Jahren, sich bei der SPD und den Jusos zu engagieren. Doch wie die Sozialdemokraten in der Bundespolitik agierten, erschien ihm bald zu beliebig. So tauschte er sein Parteibuch Anfang 2016 ein und kandidiert nun mit gerade einmal 18 Jahren als jüngster Kandidat der Partei „Die Linke“ für den Oytener Gemeinderat und den Verdener Kreistag.

„Die Linke ist anders als andere Parteien. Sie wollen krassere Veränderungen“, begründet er sein Interesse. Konkret fand er im Parteiprogramm die meisten Überschneidungen mit seinen eigenen Ansichten, besonders in der Sozial- und Familienpolitik – etwa das Bekenntnis für die gesellschaftliche Gleichstellung von Homosexuellen.

Gut gefällt Mirko Ulrich bei der Linken der Fokus auf die soziale Frage: „Erstmal soll es allen Menschen gut gehen. Ich glaube, dass dafür eine höhere Vermögenssteuer der richtige Weg wäre.“ Denn viele Menschen könnten nichts dafür, dass sie an der Armutsgrenze leben. Wer jahrelang mit Werksverträgen sein Geld verdiene, bekomme bei Verlust der Arbeitsstelle trotzdem nur „Hartz IV“.

Mirko Ulrich kommt aus Bockhorst und befindet sich im zweiten Lehrjahr für eine Ausbildung als Altenpflegefachkraft im Alten- und Pflegeheim Familie Rathjen. „Ein schöner Job, man kann mit Menschen arbeiten und anderen helfen“, findet er.

Politisch möchte Ulrich diesen Helfergedanken auch in Oyten weiter tragen. „Das Ehrenamt zu unterstützen darf keine Phrase werden.“ Ohne Ehrenamtliche könnten viele Organisationen – von der Feuerwehr über den Bürgerbus bis hin zur Tafel – nicht existieren. Damit diese Institutionen vernünftig arbeiten können, solle man sie auch finanziell stärker unterstützen. Mirko Ulrich war, bevor er in die Politik ging, selbst in der Jugendfeuerwehr tätig.

Seit rund zwei Jahren setzt er sich in seiner Freizeit als beratender Bürger im Ausschuss für Jugend, Kultur, Soziales, Senioren und Sport für Jugendliche ein. „Zum Beispiel habe ich mich für eine Erweiterung der Öffnungszeiten im Jugendzentrum engagiert.“ Generell glaubt Mirko Ulrich, dass in Oyten mehr „Freiräume“ für Jugendliche geschaffen werden sollten. „So etwas wie die Skaterbahn und den Kunstrasenplatz. Wo sich junge Menschen einfach treffen können, ohne Verpflichtungen und kostenlos. Ich bin auch ein großer Fan von Jugendparlamanten.“

Was Bildung betrifft, steht Mirko Ulrich voll hinter der Integrierten Gesamtschule – und sieht es als Modell auch für andere Kommunen. Ihm gefällt, dass diese Schulform das solidarische Miteinander fördere. Darüber hinaus sympathisiert er mit der Idee des lebenslangen Lernens. Das könne man mithilfe eines Sozialtickets unterstützen, das Rentnern mit geringem Einkommen eine höhere Mobilität ermöglichen würde.

Als Thema, das die Politik unweigerlich weiter beschäftigen wird, sieht Mirko Ulrich den Flüchtlingszustrom. Er stimmt mit Sahra Wagenknecht überein, dass es nicht reiche, zu sagen „Wir schaffen das“. „Sie kritisiert das zu Recht. Der Neun-Punkte-Plan der Bundesregierung geht nicht weit genug.“ Geflüchtete brauchten nicht nur eine würdige Unterkunft, sondern auch eine bessere ärztliche Versorgung. Das sei keine Frage des Geldes. „Als Linker würde ich sagen: Das Geld ist vorhanden. Wir geben nur zu viel für unnötige Dinge aus.“

Die Gemeinde Oyten könne mehr Einnahmen generieren, wenn sie die Gewerbesteuer erhöhen würde. „In vielen Kommunen zahlt man bereits mehr als hier und die Gewerbeflächen in Oyten bieten mit der Anbindung an die Autobahn ja auch gute Voraussetzungen.“ Besser wäre es, Projekte gegen Rechtsextremismus, etwa Projektwochen an Schulen, zu unterstützen. „Oyten hatte vor einigen Jahren eine starke rechte Szene.“

Gegen die Kandidatur der AfD in Oyten hat der 18-Jährige nichts einzuwenden. „Das ist Demokratie. Ich finde die Position, nicht mit der AfD zu reden, falsch. Wenn man miteinander redet, kann man Unterschiede besser darstellen.“

Unabhängig davon, welche Partei man befürwortet, findet Ulrich: „Es ist wichtig überhaupt wählen zu gehen. Denn Kommunalpolitik betrifft die Leute direkt in ihrem Leben.“ 

ldu

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