Grüne treffen bei Wahlkampf-Happening am Oyter See auf aufgebrachte Gemüter

„Ihr eiert nur rum“

Einen schweren Stand hatten die Grünen um Karin Labinsky-Meyer (r.) bei ihrer Wahlkampfveranstaltung am Oyter See. - Foto: Holthusen

Oyten - Von Petra Holthusen. Den Oyter See zum Thema einer öffentlichen Wahlkampfveranstaltung zu machen, verspricht eine lebhafte Runde, aber nicht unbedingt einen erfolgreichen Auftritt. Jedenfalls nicht, wenn man den vielen Meckerern nicht sofort Greifbares anzubieten hat. Diese leidvolle Erfahrung machten heute Mittag die Oytener Grünen, die „um fünf vor zwölf“ zur Frage des „Oyxit am Oyter See“ an den Strand eingeladen hatten. Wobei „Oyxit“ als etwas missglückte Wortspielart von „Brexit“ den Rückzug von Miteigentümer Landkreis aus den Verantwortlichkeiten am See meinte.

Zu dem Happening, umrahmt von sanftem Gitarren-Pop, waren Camper, Walkerinnen und andere Nutzer des Erholungsgebiets Oyter See gekommen, die zum wiederholten Mal ihren Unmut über ungepflegte bis verwahrloste Bereiche loswerden wollten und die Forderung, dass nach Jahren des Redens endlich Taten folgen sollten („Ihr eiert nur rum“). Immer wieder unterbrachen sie die Oytener Grüne und stellvertretende Landrätin Karin Labinsky-Meyer in ihren umständlichen Ausführungen zu Eigentumsverhältnissen, Zuständigkeiten und Entwicklungen am Oyter See, und wie immer beim Thema See brodelte munter das emotionale Gemisch aus verschiedenen persönlichen Interessenslagen, Halbwahrheiten und Schuldzuweisungen.

So dauerte es eine Weile, bis die Grünen und ihre Gäste zum Punkt kamen: der angestrebten Beendigung des zu nichts führenden Hickhacks über Zuständigkeiten am See.

Obwohl der Campingpark Knaus und der Landkreis Verden die großen Grundbesitzer am See sind, soll die Gemeinde Oyten, die mit dem Oyter See als Erholungsgebiet für ihre Bürger wirbt, die Sache in die Hand nehmen: Konkret fordern die Grünen nach Worten von Labinsky-Meyer eine Vereinbarung zwischen Knaus (auf dessen unternehmerisches Handeln bisher niemand Einfluss hat), dem Landkreis (dem der Rundweg um den See erklärtermaßen egal ist) und der Gemeinde Oyten (die naturgemäß das größte Interesse an einem attraktiven Naherholungsgebiet haben sollte).

Wie die Grünen-Ratsmitglieder Christine Hempel und Hubert Dapper den Versammelten erklärten, wollen sie politisch durchsetzen, dass die Gemeinde Oyten die Verantwortung für das Erscheinungsbild des Sees über- und dafür Geld in die Hand nimmt. Unter Beteiligung von Besitzern und Sponsoren sollen Grillplätze und Gesundheitstreffs angelegt, neue Spielgeräte angeschafft, der Strand verbreitert, das Schilf entfernt und die Wege freigehalten werden. „Entscheidend ist“, so Hempel, „dass die Gemeinde sagt: Wir fühlen uns zuständig und uns ist der See etwas wert.“ Das im Haushalt bereit zu stellende Geld solle in Absprache mit den See-Nutzern in das Gebiet investiert werden. Die Grünen sehen den Oyter See als Teil eines Gesamtkonzepts mit dem Titel „Grünes Band“. Dieses virtuelle Band soll sich vom Bahnhof Sagehorn über den Wiesenpark und das Heimathausgelände bis zum See schlängeln und Erholungs- und Aufenthaltsqualität im Grünen bieten.

Die Zuhörer nahmen das zur Kenntnis, versprühten aber nach Jahren des Streits über Wasserski, Hundestrand und Stolperwege wenig Optimismus, dass sich an ihrem See nun schnell etwas ändert.

Darum bemühen sich übrigens seit dem Frühjahr die neue Campingpark-Managerin Ulrike Koch, ihr Mann Thomas Koch und Platzwart Gösta Becker-Carus, die als Angestellte der Firma Knaus den Kampf um ein gepflegtes Areal aufgenommen haben. Das Klettergerüst am Strand ist repariert, das Holz für neue Bänke ist da – aber eben auch viel liegen gebliebene Arbeit an allen Ecken und Enden. „Wir tun, was wir können“, sagte Ulrike Koch, die die Grünen-Veranstaltung interessiert verfolgte.

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