Stimmen der Parteien aus der Gemeinde nach der Wahl

„Die Herrschaften müssen sich nun im Oytener Rat beweisen“

Guter Dinge waren die Oytener Grünen hier noch bei der Wahlparty. Im Endergebnis wurden sie aber gegenüber dem Superresultat von 17,2 Prozent bei der vorigen Kommunalwahl 2011 deutlich gerupft und landeten jetzt bei 11,25 Prozent. - Foto: Woelki

Oyten - „Wir hätten diese Herrschaften lieber nicht im Gemeinderat, aber nun müssen sie sich dort auch beweisen“, kommentiert der Oytener CDU-Vorsitzende Hermann Ehlers den Wahlerfolg der Alternative für Deutschland (AfD). Sie errang knapp 10,5 Prozent der Stimmen und damit Ratssitze für all ihre drei Kandidaten.

„Wir werden diese Fraktion nicht einfach ausgrenzen, sondern uns konstruktiv mit ihr auseinandersetzen“, kündigt Ehlers an. Im Übrigen gehe es darum, bei den großen Gemeindethemen wie Ortskernentwicklung, Entlastungsstraße um den Ort, Industrieansiedlung und neuer Wohnraum weiter voranzukommen.

Die CDU könne jetzt nach den starken Stimmenverlusten der SPD von rund zehn Prozent verstärkt eigene Akzente setzen, freut sich Ehlers. Mit dem Wahlergebnis der Christdemokraten – minimaler Anstieg von 32,4 auf 32,6 Prozent – könne er gut leben angesichts der bundespolitischen Begleitumstände: „Wir haben uns in Oyten unsere Stammwählerschaft erhalten.“

„Bitter, ganz bitter“, urteilt Grünen-Chefin Christine Hempel über den AfD-Wahlerfolg und kann vor allem die vielen persönlichen Stimmen eines Kandidaten nicht nachvollziehen. Mit dem Grünen-ergebnis ist sie trotz des Rückgangs um knapp sechs auf 11,25 Prozent insgesamt zufrieden. Das Spitzenergebnis vom letzten Mal sei wohl auch als Wählerreaktion auf die Katstrophe von Fukushima zu werten gewesen. Heute wollen die Oytener Grünen ihr jüngstes Abschneiden aber bei einem Treffen noch genauer analysieren.

„Trotz zwei Parteien mehr im Rat haben wir unser Ziel geschafft und wieder Fraktionsstärke erreicht“, freut sich Thomas Ceglarek-Brockshus über die 5,14 Prozent und zwei Ratssitze der Oytener FDP. Sie war zuletzt bei 2,7 Prozent gestrandet. Doch schon in Gesprächen mit Bürgern beim Wahlkampf sei eine positive Stimmung gegenüber den Liberalen spürbar gewesen, meint Ceglarek-Brockshus.

Mehr sozialer Wohnraum und mehr Angebote und „Anlaufstellen ohne Verpflichtungen“ für junge Leute im Ort – das sind zwei wichtige Anliegen des 18-jährigen Linken-Kandidaten Mirko Ulrich. Der frühere Schülersprecher und angehende Altenpfleger freut sich, genügend Stimmen gesammelt zu haben, um nun direkt im Rat seine Anliegen zu vertreten. Auch die Öffnungszeiten des mittlerweile „toll gestalteten“ Jugendzentrums könnten noch passender für junge Leute gestaltet werden.

„Aus dem Stand gleich über zehn Prozent, damit nur 0,8 Prozent hinter den Grünen und viertstärkste politische Kraft in Oyten“ – das findet Ingo Köhn von der AfD schon sehr beeindruckend. Im Rat will der selbständige Hausverwalter sich zunächst dem Thema Kindergartengebühren besonders widmen. „Allein für meine Zwillinge zahle ich zum Beispiel 580 Euro im Monat – ein Hammer“, findet der Vater von fünf Kindern. Da sei es kein Wunder, wenn hierzulande viele auf Nachwuchs verzichteten.

Bleibt noch zu ergänzen, dass sich die Kommunalwahlbteiligung in Oyten im Vergleich zu den 48,6 Prozent von 2011 noch einmal auf 55,49 Prozent erhöhte.

Und eine Aussage der SPD-Spitzenkandidaten Heiko Oetjen und Ralf Großklaus in ihrer unmittelbaren Stellungnahme direkt am Wahlabend – siehe gestrige Ausgabe dieser Zeitung – muss zumindest klargestellt werden. Dass die Oytener SPD noch immer die stärkste Fraktion im Landkreis stelle, stimmt nämlich so nicht. Die Langwedeler Sozialdemokraten kamen jetzt auf 42,2 Prozent Stimmenanteil, während demgegenüber die Oytener SPD „nur“ 37,67 Prozent holte. - la

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