Oytener SPD und Bremer Bürgermeister Sieling

Heiter-beschaulicher Polit-Plausch

Der Bremer Bürgermeister Carsten Sieling war Gast der Oytener SPD bei ihrem Wahlkampfauftakt. Thema des Abends war die Zusammenarbeit von Stadt und Umlandgemeinde. - Foto: Holthusen

Oyten - Von Petra Holthusen. „Bremen und Oyten – Gegner oder Partner?“ Die etwas platte Formulierung des Veranstaltungsthemas ließ schon befürchten, dass mit tiefgreifenden Dingen nicht zu rechnen war.

Erstens war die Frage des Abends, die vielleicht Spannung verheißen sollte, in Zeiten von Kommunalverbund und Regionsdenken eine rein rhetorische. Und zweitens hauen politisch gleichgesinnte Nachbarn sich im Wahlkampf nicht in die Pfanne, sondern auf die Schulter. So entwickelte sich der offizielle Wahlkampfauftakt der Oytener SPD am Donnerstagabend im „Alten Krug“ in erstaunlich kleiner Runde von 20 Genossinnen und Genossen zu einem beschaulichen Polit-Plausch mit ihrem Gast und Parteikollegen Dr. Carsten Sieling (57), seit einem Jahr Bürgermeister und Senatspräsident der Freien Hansestadt Bremen.

Das freundschaftliche Fußball-Geplänkel zum Warm-up ergab sich aus der Tatsache, dass der Oytener SPD-Ratsfraktionsvorsitzende Heiko Oetjen und der Bremer Bürgermeister Sieling dessen Besuch bei den Oytener Genossen bei einer zufälligen Begegnung im Weserstadion verabredet hatten.

Dass Sieling seinerzeit im Oytener Rathaus geheiratet hat, war natürlich ein Schmunzler vor dem Hintergrund, dass sein Bremer Standesamt gerade wegen hoffnungsloser Überlastung negative Schlagzeilen schreibt.

Was nun die Zusammenarbeit zwischen dem Oberzentrum Bremen und der Gemeinde Oyten im sogenannten Speckrand angeht, betonte Sieling mehrfach seine „tiefe Überzeugung, dass wir zusammenwirken müssen“. Eine Partnerschaft auf Augenhöhe, in der man sich eben nicht die Köpfe einschlage wie noch vor Jahren in Sachen Einzelhandelsansiedlungen, sei unabdingbar für die gemeinsame Weiterentwicklung gewerblicher und verkehrlicher Belange.

Zumal die Ländergrenze in den Köpfen der Menschen nicht existiere: Ob bei Mercedes, Airbus oder Behörden – viele der in Bremen Beschäftigten lebten in Niedersachsen. Trotz wirtschaftlicher Stärken brauche der Nordwesten mehr Unterstützung und Entwicklung, und das funktioniere nur als Region. Vorbildlich nannte Sieling deshalb die Zusammenarbeit im Kommunalverbund Niedersachsen/Bremen, dessen Vereinsvorstand er ebenso angehört wie sein Oytener Amtskollege, Bürgermeister Manfred Cordes.

„Ohne Kommunalverbund geht nichts“, bekräftigte Cordes, „eine Gemeinde für sich ist nichts, aber alle zusammen sind eine Region.“ Eine Region, die als solche auch wahrgenommen werde in der relativ weit entfernten niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover. „Das ist wichtig, um mehr niedersächsisches Geld in unsere Region zu bekommen“, betonte Bürgermeister Cordes.

Für die Zukunft, vor allem für die Zeit, wenn er seine eigenen Behörden auf Stand gebracht hat, schwebt Sieling eine verstärkte länderübergreifende Zusammenarbeit von Ämtern, Kliniken und Schulen vor – zum einen, um sich gegenseitig zu entlasten und zu unterstützen, aber auch im Sinne von unbürokratischem Bürgerservice.

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