Abiturientin will Kindern in Südafrika Perspektive geben

Freischwimmer zur Bildung

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Im Achimer Freibad (hier auf dem Drei-Meter-Brett) trainiert die Leistungsschwimmerin Frauke Lührs regelmäßig. Nun fährt die Abiturienti mit „Weltwärts“ nach Südafrika, um Grundschulkindern Schwimmunterricht zu geben.

Achim/Oyten - Von Lisa Duncan. Schwimmen, Segeln, Kanufahren, Surfen – die Oytenerin Frauke Lührs ist begeisterte Sportlerin, besonders in und auf dem Wasser. Nun führt ihre Leidenschaft die Leistungsschwimmerin des OT Bremen in ferne Gefilde, ins südafrikanische East London. Dort strebt sie allerdings keine sportlichen Ehren an, sondern verfolgt soziale Zwecke: Im Auftrag der Organisation „Weltwärts“ möchte die Abiturientin des Achimer Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasiums Kindern aus den Townships das Schwimmen beibringen. Am 16. August geht es los.

„Es ist mir wichtig, dass die Kinder Schwimmen lernen, weil andernfalls auch die Gefahr besteht, dass sie im Ozean ertrinken“, erzählt die 18-jährige Frauke Lührs. Tatsächlich sei dies unter den ärmeren Bevölkerungsschichten ein Problem, denn die Schulen könnten aus Kostengründen keinen regulären Sportunterricht anbieten. Obgleich das Meer quasi vor der Haustür liegt, hätten daher viele Schüler noch keinen Fuß hineingesetzt. Nebenbei soll der Unterricht dazu dienen, Talente für einen Triathlon zu entdecken, den die Freiwilligen vor Ort organisieren möchten.

Aber die sportliche Förderung, die die Heranwachsenden über die Freiwilligen erfahren, reiche über den praktischen Effekt weit hinaus. „Dadurch, dass sie Sport treiben, verbringen sie ihre Freizeit auch abseits der oft durch Kriminalität geprägten Verhältnisse zuhause“, erklärt Lührs. Zudem werden „Soft Skills“ wie Verantwortungsbewusstsein und Teamgeist vermittelt.

Spenderkreis aufbauen

„Bildung durch Sport“ lautet das Motto dieses einjährigen Freiwilligendienstes. Das Programm „Weltwärts“ wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert. 75 Prozent trägt die Organisation. Für die restlichen 25 Prozent ist vorgesehen, dass die Freiwilligen einen Spenderkreis aufbauen. Darüber sollten mindestens 2 .000 Euro zusammenkommen, damit die Finanzierung für den Aufenthalt gesichert ist. Als kleine Vorab-Information erstellte Lührs eine Spendermappe, via Internet-Blog  wird sie von ihrem Auslandsjahr berichten.

„Für mich stand schon immer fest, dass ich ein Jahr ins Ausland gehen würde. Und es sollte einen sozialen Aspekt haben, etwas, das mich weiterbringt“, begründet Frauke Lührs ihre anfängliche Motivation. Dass es nach Südafrika gehen sollte, war dabei eher nebensächlich: Frauke Lührs entdeckte das Hilfsprojekt per Internetrecherche. Unter 200 vom BMZ geförderten Projekten war es das einzige, das auf Sport ausgerichtet war. Ausführender Verein ist der ASC Göttingen, der über den Landessportbund eine Regionspartnerschaft mit East London unterhält.

Auf ihren Alltag vor Ort wurde sie bereits mit Schulungen vorbereitet. In East London wohnt sie mit anderen Freiwilligen in einer WG. Vormittags wird sie Sport an der Floradale Primary School direkt in den Townships unterrichten, nachmittags mit acht anderen Freiwilligen und Schülern am Schwimm- und Triathlonprojekt arbeiten. Von ihren Freiwilligen-Vorgängern hat die 18-Jährige auch schon ein paar persönlichere Auskünfte bekommen, zum Beispiel in puncto Freizeitgestaltung an der Südküste Afrikas. „Ich hoffe, dass ich am Wochenende Zeit finde, um Surfen zu gehen. Und nach Coffee Bay, wo man am Strand in Hütten ohne Strom und Wasser übernachten kann, möchte ich unbedingt auch mal fahren.“

Für die Zeit nach dem Freiwilligenjahr hat Frauke Lührs noch keine festen Pläne. Sollte sie sich für ein Studium entscheiden, dann nicht Sport, sondern Wirtschaft und Englisch. Wobei sie in Südafrika nicht allein mit Englischkenntnissen weiterkommen wird. „An unserer Schule wird das etwas schwer sein. Eventuell muss ich auch etwas Xhosa lernen, was die Kinder in den Townships hauptsächlich sprechen.“

Frauke Lührs dankt ihren Sponsoren: Café Lindenlaub und Ralf Schulz Kälte-Klimatechnik GmbH, sowie für die Sachspenden: Intersport Deutschland eG und Sportshop-Triathlon.

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