Startschuss für „Herausforderung“ der IGS Oyten

Drei Wochen (fast) ohne Netz und doppelten Boden

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Die Straße liegt vor ihnen: Montag brach eins von diversen Teams der IGS Oyten für drei Wochen zu ihrer ganz persönlichen Herausforderung auf. In Bassen machte sich die Longboard-Gruppe mit Puvanad Maneein, Simon Heichel, Leon Brandthorst, Elias Hagemeister und Merlin Ehlers (v.l.) auf den Weg. 

Bassen - Von Lisa Duncan. Warum nicht mit dem Longboard nach Köln reisen? Diese etwas abseitige Idee kam den Neuntklässlern Puvanad Maneein und Simon Heichel vor etwa einem Dreivierteljahr. Da begann die Integrierte Gesamtschule (IGS) Oyten mit den Planungen für das Projekt „Herausforderung“. Die Longboardgruppe ist nur eine von vielen Gruppen des neunten Jahrgangs, die unter Federführung von Lehrkraft Maria Schmidt mit ihren „Herausforderungen“ gestartet sind. Drei Wochen ein Projekt durchziehen – (fast) ohne Netz und doppelten Boden.

„Die Schüler sollen sich selber selbstverantwortliche Ziele stecken und diese auch verfolgen, dazu gehört auch die Gefahr des Scheiterns“, erläutert Maria Schmidt. Das Austesten der eigenen Grenzen ermögliche, aus der Situation mit gestärktem Selbstvertrauen hervorzugehen. Die Fünfergruppe, zu der auch Elias Hagemeister, Leon Brandthorst und Merlin Ehlers zählen, nutzt das Longboard auch sonst zum Zeitvertreib. Eine Grenzerfahrung auf Brettern und Rollen zu wagen, schien insofern naheliegend.

Die erste Hürde haben die Schüler bereits überwunden, indem sie die Route mithilfe von Fahrradkarten selbst geplant und ihre Unterkünfte gebucht haben. Dabei spielte auch die Tauglichkeit des Untergrunds eine Rolle – denn um mit dem Longboard voranzukommen, kann man kein Kopfsteinpflaster gebrauchen. „Wir wollen pro Tag 20 Kilometer schaffen, an einem Tag auch 40 Kilometer“, sagt Puvanad Maneein. Dazwischen wird auf Zeltplätzen und in Jugendherbergen genächtigt.

Das Ziel, den ganzen Weg nach Köln zu rollen, findet Simon Heichel nicht zu hochgesteckt: „Es gab Leute, die sind sogar mit Rucksack auf dem Longboard 1.000 Kilometer gefahren.“ Eine kleine Erleichterung haben die Schüler sich auf Anraten von Maria Schmidt schon im Vorfeld zugestanden: Das Gepäck, zehn Kilo pro Person, wird per Anhänger von drei Fahrrädern transportiert.

Pädagogisch geschulte FSJlerin als Begleitung

Als erwachsene Begleiterin tritt auch Lisa Segelken in die Pedale, die gerade ihr Freiwilliges Soziales Jahr an der Bildungseinrichtung begonnen hat und bereits pädagogisch geschult wurde.

Abgesehen von den Longboardern haben sich noch zwei Fahrrad-, eine Wander- und eine Segelgruppe gebildet. Weitere Schüler wollen jeweils zu Zweit ein Praktikum auf einem Reiterhof oder einem Schullandheim absolvieren. „Entscheidend ist, dass es sich um etwas handelt, das für die jungen Menschen über das normal Übliche hinausgeht“, erklärt Schulleiter Reinhard Ries. 

Abgeguckt habe sich die IGS das Projekt „Herausforderung“ von der evangelischen Schule in Berlin-Zentrum, einer privaten Reformschule. Das passe bei der IGS Oyten, die sich als staatliche Reformschule verstehe, ideal ins pädagogische Konzept.

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