Nach Brandstiftung in Wümmeschule 

Reinigung der Räume und Unterricht im Rathaussaal

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Abgesperrt sind in der Wümmeschule die nach dem vorsätzlich gelegten Brand kontaminierten Bereiche. 

Ottersberg - Der Unterricht läuft wieder nach Stundenplan – aber Alltag ist noch lange nicht eingekehrt an der Wümmeschule in Ottersberg. Knapp zwei Wochen nach dem von bislang unbekannten Tätern im Hausmeisterbereich gelegten nächtlichen Brand laufen weiter Reinigungsarbeiten und steht die erforderliche Kernsanierung des Hausmeister- und des darüber liegenden Schulverwaltungstrakts erst am Anfang.

Über den Stand der Dinge informierten gestern in einem Pressegespräch die Schulleiter Walter Schlöffel-Pitschke (Wümmeschule) und Volker Busboom-Schäfer (Gymnasium) zusammen mit Jürgen Buthmann-von Schwartz und Ricarda Wilkens von der Gemeindeverwaltung.

Während das Gymnasium nach den Tagen der „kreativen Beschulung“ mit Sportveranstaltungen, Exkursionen und Besuchen in umliegenden Schulen jetzt in seinem Betrieb kaum noch eingeschränkt ist, sind die am stärksten vom Brand betroffenen und mit giftigen Rauchgasen kontaminierten Teile der Wümmeschule weiter abgesperrt. Für Schulleitung und -verwaltung wurde ersatzweise ein großes Klassenzimmer zum Großraumbüro umfunktioniert. Die Aufstellung eines Bürocontainers außerhalb des Gebäudes lehnte die Schule ab: „Gerade jetzt, wo so viel zu organisieren ist, müssen wir nah am Geschehen sein“, so Oberschulrektor Schlöffel-Pitschke. 

Neuer Raumbelegungsplan

Neben Arbeitserschwernissen (wie zickende Kopierer und Telefone) und den weiten Wegen rund um die abgesperrten Zwischenbereiche (die Schulmensa etwa ist nur über den Eingang des Gymnasiums erreichbar) war vor allem ein neuer Raumbelegungsplan auf die Beine zu stellen, an den sich die Kinder erstmal gewöhnen müssen. Da die Reinigungsarbeiten und Raumluftmessungen im C-Trakt noch nicht abgeschlossen sind, stehen der Wümmeschule auch noch nicht alle Unterrichtsräume wieder zur Verfügung. Ersatzweise findet für einige Klassen zeitweise Unterricht im Rathaussaal, im ev. Gemeindehaus, im Jugendhaus und im DRK-Raum statt – alles fußläufig zum Schulzentrum.

Dass der Brandschaden in die Hunderttausende geht, stand schon kurz nach dem Feuer fest – wie teuer genau die erforderliche Kernsanierung des rund 400 Quadratmeter umfassenden Hausmeister- und Verwaltungsbereichs wird, werden nach Worten von Gemeindeverwaltungs-Vizechef Buthmann-von Schwartz die Untersuchungen in den kommenden Wochen ergeben. Je tiefer sich die beim Brand freigesetzten Schadstoffe in Wände, Decken, Böden und Inventar gefressen haben, je aufwendiger und teurer die Sanierung: „Möglicherweise muss alles bis auf den nackten Beton zurückgebaut werden“, so Buthmann-von Schwartz. Und das erst wenige Jahre nachdem die Gemeinde im Zuge des Umbaus zur Ganztagsschule den Verwaltungstrakt nagelneu gebaut hat. Dass der Brandschaden ein Versicherungsfall ist, steht fest, und die Zusammenarbeit mit der zügig und planvoll vorgehenden Versicherung loben Buthmann-von Schwartz und seine Kollegin Ricarda Wilkens ebenso wie die Leistung des 70-köpfigen Reinigungsteams einer Fachfirma, das innerhalb kürzester Zeit nach dem Brand im gesamten Schulkomplex ausschwärmte. Alle von Schülern benutzten Räume seien sauber und schadstofffrei, betonen die Vertreter von Gemeinde und Schulleitungen. Wann das Schulgebäude komplett wieder hergestellt und nutzbar sein werde, sei jedoch noch nicht absehbar.

Die Brandstiftung wirkt auch im Empfinden nach: „Es herrscht blankes Entsetzen und Unverständnis. Die Schüler fragen: Wie kann man nur so einen Mist machen?“, berichtet Gymnasiumsschulleiter Busboom-Schäfer. Die Solidarität und das Verständnis der Elternschaft für brandbedingte Provisorien seien sehr groß. Ebenso wie „die Hoffnung, dass der Täter bald gefasst wird“.

Daran arbeiten die Ermittler der Polizei mit Hochdruck. Konkrete Ermittlungsergebnisse seien aber noch nicht zu vermelden, so Polizei-Pressesprecher Helge Cassens auf Nachfrage. 

pee

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