Textilkunst-Ausstellung auf Parzival-Hof

Mantuko – die Weber und das Handtuch

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Was Picasso seine Sylvette war, ist den Weberinnen und Webern des Parzival-Hofs das Mantuko. Ihre inspirierten Arbeiten sind ab morgen in einer Textilkunst-Ausstellung in der Quelkhorner Mühle zu sehen.

Quelkhorn - Auf Esperanto heißt Handtuch Mantuko. Und weil die Welthilfssprache genauso international ist wie das Handtuch als Gebrauchsgegenstand, gefiel der Weberei auf dem Quelkhorner Parzival-Hof die Bezeichnung Mantuko als Ausstellungstitel sehr.

„Mantuko – die Weber und das Handtuch“ heißt die nach 2013 zweite Textilkunst-Ausstellung der Weberei vom 10. bis 13. März täglich von 14 bis 18 Uhr in der Mühle am Parzival-Hof. Ausstellungseröffnung ist morgen um 15 Uhr. Titel und Inhalt sind inspiriert von der Ausstellung „Sylvette – Picasso und das Modell“ in der Bremer Kunsthalle.

In der Weberei des Parzival-Hofs arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung an Webstühlen und gestalten individuelle handgewebte Stoffe und Textilien für den täglichen Gebrauch. Das Handtuch ist das meistgefertigte Werkstück. Im vergangenen Jahr machte sich die Werkstattgemeinschaft zum zweiten Mal auf die Suche nach der Kunst in der täglichen Arbeit und setzte sich – angeregt durch den Besuch der Picasso-Ausstellung – mit der Verschiedenheit ein und des selben Objekts auseinander. In diesem Sinne kreierten elf Weberinnen und Weber auf dem Parzival-Hof jeweils eine eigene Handtuch-Serie mit ganz persönlichen Motiven. „Jeder Mensch hat ein Thema, das in seinem Leben immer wieder besonders in Erscheinung tritt, Einfluss auf das Berufsleben nimmt, begleitet, inspiriert oder das Hobby dominiert. Das Weberhandwerk ist geeignet, sich mit diesen Fragen zu beschäftigen und dafür Freiraum zu schaffen“, sagt Katrin Dunker, Handwebmeisterin und Werkstattleiterin in Quelkhorn.

Begleitet von Katrin Dunker, Mitarbeiterin Petra Schwenzfeier und der ehrenamtlichen Aktiven Ilka Kloss, arbeiteten die Weber an ihren textilen Kunstwerken und der technischen und farblichen Umsetzung ihrer ganz persönlichen Motiv-Variationen. Rosi Lange zum Beispiel, die Sterne als ihre ganz persönlichen Lebensbegleiter sieht, wob Himmelskörper in ihre Handtücher ein.

Florian Krauses Leidenschaft ist die Musik. Er kam auf die Idee, Kassettenbänder ins Halbleinen einzuweben. Eine äußerst ungewöhnliche Materialwahl, zumal die Kunststoff-Bänder aus den Musikträgern zunächst auf ihre Gebrauchsfähigkeit bezüglich Waschen und Bügeln getestet werden mussten – denn auch diese Handtücher sind letztlich zum Gebrauch bestimmt. „Sie haben aber Wasser, Waschmittel und Hitze getrotzt“, sagt Katrin Dunker. „Ich habe Weihnachtsmusiken, Stücke von Led Zeppelin und auch Volksmusik auf Bändern als Gestaltungsmittel verwendet, wobei es gar nicht so einfach war, noch geeignete Bänder zu finden, denn Kassette hört heute kaum noch jemand“, erläuterte Florian Krause.

„Gewebt wird überall auf der Welt und es gehört zu den ältesten Handwerken überhaupt. Picasso war Spanier, Sylvette Französin, der Parzival-Hof ist in Quelkhorn, eine Weberin hat ein Elternteil in Indien, die Garne kommen aus Schweden – Mantuko ist also ebenso wie Esperanto international“, so Katrin Dunker.

kr

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