Jugendtheatergruppe Otterstedt begeistert

Im spießigen Finanzbeamten schlummert der Vampir

Auch moderne Vampire wollen nur das eine – Blut. Und das hinterlässt Spuren. - Foto: Keppler

Otterstedt - Sie sehen aus wie du und ich, arbeiten im Supermarkt oder in einer Behörde – sind aber keine wirklichen Menschen. Sie sind Vampire, oft mehrere hundert Jahre alt und ihre Lieblingsgetränkt, ja ihr Lebenselixier, ist menschliches Blut. Je jünger und frischer, desto besser.

Gibt es mal einen Engpass, weil nicht überall an Blut ranzukommen ist, muss auf Blutwurst ausgewichen werden. Wie es bei modernen Vampiren so zugeht, konnten Theaterfreunde am vergangenen Freitag auf der Bühne des Gemeindehauses in Otterstedt erleben. Dort feierte das Jugendtheater mit „Bloodwust und Himbeermarmelaad“ aus der Feder von Bodo Schirmer vor vollem Haus Premiere.

Auf den ersten Blick sind Otto (Jonas Nienaber) und Isolde (Joni Nienaber) ein ganz normales Ehepaar. Tochter (Pia Klocke) und die Schwiegermutter (Zoe Nienaber) komplettieren die Familie. Wäre da nicht ihr dunkles Geheimnis. Sie sind in Wirklichkeit Vampire, unsterblich und versuchen, ihre bürgerliche Existenz mit ihrer verhängnisvollen Neigung unter einen Hut zu bringen, ohne entdeckt zu werden.

Für den Broterwerb arbeitet Otto, der in Wirklichkeit fast 500 Jahre alt ist, im Finanzamt. Er macht diesen Job mit Herzblut und würde sehr gerne ein ausschließlich bürgerliches Leben führen, aber seine Frau und seine Schwiegermutter bestehen auf den Traditionen, die ein Vampir zu erfüllen hat.

Tochter Marischka, ein junges Küken von gerade mal 200 Jahren ist zum ersten Mal verliebt und dabei ausgerechnet an Dracula Sohn Vladislaus geraten, der sich gerade aus den Fängen seiner Schwester Alira zu befreien versucht.

Die junge Liebe gefällt Otto nicht. Er wünscht sich für seine Tochter einen normalen Mann und hat dafür seinen braven Kollegen Gerhard (Luca Andresen ) aus dem Finanzamt ausgesucht.

Die raffinierte Alira nutzt die Situation und macht sich über den unschuldigen Gerhard her. Sie geht ihm an den Hals, zapft sein Blut ab, was bedeutet, dass sie ihn mit ihren Vampirgenen infiziert.

Dem Publikum bieten sich köstliche Szenen, wenn der derangierte Gerhard nach dem leidenschaftlichen Kuss der Vampirin auf dem Sofa die Augen verdreht und sich an seinem Hals deutliche Biss spüren abzeichnen, die ein bisschen wie Himbeermarmelade aussehen.

Gelächter macht sich breit, als auch die betagte Schwiegermutter von dem infizierten jungen Mann partizipieren will. „Ik hebb all lang nix mehr hat, nur Blootwust“, führt sie als Argument für ihre Blutgier an, aber sie kommt nicht zum Zug.

Dadurch, dass alles geheim ablaufen muss, ergeben sich lustige Verwicklungen, die das Publikum am Premierentag mit großzügigem Applaus honorierte.

Das Unheil nimmt seinen Lauf, als zwei attraktive Vampirjägerinnen auftauchen, die den Blutsaugern zwar auf den Fersen sind, aber eigentlich für noch mehr Verwirrung sorgen.

„Eine verrückte Geschichte, aber auf der Bühne witzig und spritzig umgesetzt. Wer in den 60-er Jahren die Dracula-Filme gesehen hat, schlägt sich vor Lachen auf die Schenkel“, lobte ein Zuschauer in der Pause.

Regie führen Annegret Rugen und Theresa Hinrichs. Das Bühnenbild ist gut bürgerlich, wie bei den Nachbarn nebenan. Wer weiß also, ob sie nicht tatsächlich unter und sind, die modernen Vampire.

Am Sonnabend, 20. August und am Sonntag um 19.30 Uhr, 21. August, um 15 Uhr, gibt es noch zwei weitere Aufführungen in denen man in die unheimliche Welt der Untoten eintauchen kann.

kr

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