Zwischen Amtshof und Bahnhof

Mysteriöse Detonationsgeräusche in den Wümmewiesen

Es knallt am Fußweg durch die Wümmewiesen zwischen Amtshof und Bahnhof. Nicht immer, aber immer wieder. Bislang konnte niemand der Ursache der mysteriösen Detonationsgeräusche auf die Spur kommen. - Foto: Woelki

Ottersberg - Von Petra Holthusen. Es knallt. Mal tags, mal nachts. Sonntags wie werktags. Nicht immer, aber immer wieder. Warum, weiß kein Mensch. Die Detonationsgeräusche, die Fußgänger und Radfahrer auf dem Weg durch die Wümmewiesen zwischen Amtshof und Bahnhof wahrnehmen, haben sich in den vergangenen Monaten in Ottersberg zu einem Phänomen entwickelt.

Vor etwa vier Monaten machten Passanten das erste Mal die Gemeindeverwaltung auf die mysteriösen Knallgeräusche aufmerksam, die sie auf dem rege genutzten Fuß- und Radweg durch die Wiesen hinter der Waldorfschule hörten. Als Auslöser hatte Ralf Schack, Bauamtsleiter in der Verwaltung des Fleckens Ottersberg, erstmal die Rammarbeiten beim Umbau des Wümme-Wehrs IV in Verdacht. 

Doch die hörten irgendwann auf – das Knallen blieb. Also schickte Schack seinen Kollegen Gellner ins Feld, um der Sache auf die Spur zu kommen: „Der hat das auch gehört“, konnte aber ebenso wenig eine Erklärung finden. Bestätigen konnte Gellner die Empfindung von besorgten Bürgern, dass das Explosionsgeräusch nicht nur über das Gehör wahrgenommen wird, sondern auch über den Boden übertragen zu werden scheint.

„Wir haben dann Kontakt mit dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie aufgenommen“, berichtet Schack. Die Experten vom LBEG verneinten jedoch irgendwelche Zusammenhänge mit Gasbohrungen oder anderweitigem Abbau von Bodenschätzen in der Region.

„Sie meinten aber, dass es auch sein könnte, dass das Geräusch mit der nahe gelegenen Autobahn zu tun hat“, so Schack. Einen Zusammenhang mit der Schallschutzwand entlang der in etwa einem Kilometer Entfernung verlaufenden A 1 – konkret: wenn Fahrzeuge aus dem Bereich der Wand herausfahren – schloss allerdings der Lärmgutachter aus, den die Gemeinde nach dem LBEG zu Rate zog: „Auf der Basis der geschilderten Situation halte ich einen Zusammenhang mit der Autobahn für unwahrscheinlich, da entsprechende Abrissgeräusche von Fahrzeugen im Nahbereich der Autobahn deutlich wahrzunehmen wären. 

Derartige Geräusche, wie sie beispielsweise an Bahnstrecken und Tunneln auftreten, werden in der Regel von den Betroffenen anders wahrgenommen. Auch ist regelmäßig die Richtung, in der die Geräuschquelle liegt, wahrzunehmen“, erklärte der Gutachter.

Lärmprotokoll soll Ursache finden helfen

Auch der Betrieb einer Abwasserdruckleitung, jagdliche Tätigkeiten und Schienenverkehr wurden als Ursache des nicht erklärbaren Knallphänomens ausgeschlossen. Fest steht nur, dass dieses unregelmäßig auftretende Geräusch ausschließlich im Freien im Bereich der Wümmeniederung wahrgenommen wird. 

Das veranlasste den Gutachter zumindest zu einem Erklärungsansatz: „Bei einer Übertragung von Schwingungen/Erschütterungen im Boden kann unter bestimmten örtlichen Verhältnissen eine Immission räumlich begrenzt auftreten. Hierbei ist es möglich, dass das Ereignis sowohl über das Gehör als auch über den menschlichen Körper an sich wahrgenommen wird. Daher halte ich einen Zusammenhang mit bodennahen Quellen bzw. Quellen im Boden für wahrscheinlicher.“

Die Suche nach der tatsächlichen Ursache sei auf der Basis der Informationslage aber „sehr, sehr schwierig“. Da sind sich Schack und der Gutachter einig. Messungen des Luftschalls bzw. von Schwingungen/Erschütterungen im Boden seien aufwändig und entsprechend kostenträchtig. Selbst für eine stichprobenartige Messung sei ein hoher vierstelliger Betrag nicht unwahrscheinlich. Und „die Aussagekraft bleibt in der Regel stark beschränkt. Auch wird durch derartige Messungen in der Regel nicht die Ursache ermittelt, sondern nur das Phänomen an sich erfasst.“

Um besagtes Phänomen weiter räumlich und zeitlich einzugrenzen, soll nun eine Art Lärmprotokoll über einen längeren Zeitraum helfen. Beim Sammeln von Erfahrungswerten zu Auftreten, Dauer und Charakteristik des Knallgeräuschs, die eventuell weitere Hinweise auf eine mögliche Ursache geben können, sind Spaziergänger und Radfahrer, die den Wiesenweg nutzen, zur Mithilfe aufgerufen: Wer das Explosionsgeräusch wahrnimmt, darf sich gerne zwecks Meldung ans Bauamt im Rathaus wenden: Telefon 04205-317066.

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