Inklusives Angelprojekt in Ottersberg

Neue Freunde am Fischgrund

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Die Teilnehmer von „Fishing for Friends“ nach ihrem erfolgreichen Angeltag am Birkengrund mit den Projektleitern Tessa Reinke, Junis Wersing (v.l.) und Hannes Dilsky (4.v.l.).

Ottersberg - Sichtlich im Kontrast zum trüben Wetter dieser Tage steht das Anglerglück des elfjährigen Justin Nase, der mit strahlendem Lächeln verkündet: „Elf Forellen habe ich heute gefangen.“ Einfach sei das gewesen, erzählt der Junge aus Ottersberg. Doch sein Cousin, der etwas jüngere Anthony, gibt zu, dass er manchmal ganz schön ziehen musste, um die Fische aus dem Teich im „Angelpark Birkengrund“ an Land zu holen. „Fishing for Friends“ lautet das Motto des Inklusionsprojekts, das das Jugendkulturhaus (Juku) in den Herbstferien anbietet.

Das von der Lokalen AG des Landkreises Verden geförderte Angelprojekt soll junge Leute unterschiedlicher Herkunft, darunter auch Geflüchtete, die in der Gemeinde Ottersberg wohnen, zusammenbringen. In Kooperation mit dem Parzivalhof Quelkhorn waren auch Heranwachsende mit Behinderung daran beteiligt. „Wir wollen Vorurteile abbauen, Jugendliche mitnehmen und ihnen eine Plattform bieten“, erklärt Juku-Leiterin Tessa Reinke vom Verein ambulanter Erziehungshilfen, die das Projekt gemeinsam mit Hannes Dilsky und Bundesfreiwilligendienstlerin Junis Wersing anleitete. Initiiert hat die Aktion Hannes Dilsky. Der gelernte Koch ist nach eigener Aussage „bereits ein Leben lang Angler“ und will „Kindern und Jugendlichen dieses Hobby direkt in der Natur vermitteln“.

Gute Resonanz

Das klappte hervorragend: Ein Großteil der rund 20 Teilnehmer zwischen neun und 25 Jahren war auf dem privaten Fischgrund den ganzen Tag über mit Kescher und Angelrute zugange. Darunter die Jugendlichen Farhad, Waleed und Marwan aus dem Irak, sowie der zwölfjährige Fares aus Syrien, die sich teilweise auf Englisch, teilweise mit Handzeichen verständigten. „Man zeigt einfach, wie es funktioniert. Wenn man gemeinsam etwas macht, erklärt sich vieles nonverbal“, stellt Hannes Dilsky fest.

Mit der Resonanz sind die Organisatoren sehr zufrieden. „Heute morgen waren wir nur zu dritt, aber dann hat es sich nach und nach gefüllt“, so Reinke. Auch für den zweiten Termin am morgigen Freitag werden noch etliche Neulinge und „Wiederholungstäter“ erwartet.

Auf dem privat geführten „Birkengrund“ kann man das Hobby auch ohne Angelschein einmal ausprobieren. „Trotzdem ist natürlich ein klares Reglement zu befolgen“, so Dilsky. Die Fische, hauptsächlich Regenbogenforellen, Störe und Karpfen, sind dort nicht von Natur aus verbreitet, sondern werden in den Teich hineingesetzt. Damit sich die Angler vor dem Regen schützen können, sind rings um die Teiche kleine Hütten aufgestellt.

Ein Vorteil der Gruppe: Fast alle Kinder konnten bereits Vorkenntnisse im Umgang mit der Angelausrüstung vorweisen. „Ich musste nur einmal assistieren“, so Dilsky.

Bereits als Angel-Profi hat sich etwa Ayse Eris erwiesen, die mit Bruder und Papa an dem Projekt teilnahm und stolz von ihrer umfangreichen Ausbeute erzählt: Gemeinsam haben sie 13 Fische ergattert. Während Ayse noch überlegt, weiß Justin schon, was er mit seinem Fang machen will: „Die werden geräuchert. Opa hat nämlich eine Räucherkammer.“

Übrigens: Wer morgen noch beim „Birkengrund“ spontan dazustoßen möchte, der kann sich an Tessa Reinke, Verein ambulanter Erziehungshilfen unter Tel. 04231/931404 oder per E-Mail unter tessa.reinke@derverein.org wenden. 

ldu

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