Einstige Verkaufshalle erste Massenunterkunft für Asylbewerber in Ottersberg

Autohaus als Flüchtlingsheim

Das ehemalige „Autoland 2000“ wäre die erste Massenunterkunft für Flüchtlinge im Flecken Ottersberg.
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Das ehemalige „Autoland 2000“ wäre die erste Massenunterkunft für Flüchtlinge im Flecken Ottersberg.

Ottersberg - Die erste Massenunterkunft für Flüchtlinge erhält der Flecken Ottersberg im Frühjahr dieses Jahres. Als Standort ist die ehemalige Verkaufshalle der Firma „Autoland 2000“ vorgesehen. Das hörten die mehr als 150 Besucher in der Bürgerversammlung zum Thema Flüchtlinge, zu der am Mittwochabend die Gemeindeverwaltung in die Aula der Wümmeschule eingeladen hatte.

Rede und Antwort standen den Bürgern Landrat Peter Bohlmann, Bürgermeister Horst Hofmann, Verwaltungs-Vize Jürgen Buthmann-von Schwartz, Marcel Bonse, Flüchtlingskoordinator des Fleckens, sowie der Leiter des Achimer Polizeikommissariats Thorsten Strier und der Leiter der Ottersberger Polizeistation Willem Gohde.

Der Flecken steht unter Zugzwang und muss bis März weitere 200 Flüchtlinge aufnehmen. Derzeit hat die Gemeinde 140 Flüchtlinge untergebracht, abgestimmt mit dem Landkreis und der Polizei, tatkräftig unterstützt von Ehrenamtlichen, die Flüchtlinge betreuen. Doch der Zustrom von Asylbewerbern hält an.

„In den vergangenen zwei Jahren hat der Landkreis 2500 Flüchtlinge aufgenommen. Von Januar bis März diesen Jahres wird der Landkreis weitere 1400 Flüchtlinge aufnehmen, die wir vom Land zugeteilt bekommen. Das werden wir hinkriegen“, erklärte der Landrat. 900 Plätze seien jetzt bereits sicher. Man bemühe sich ständig, Unterkünfte zu finden und Wohnraum zu schaffen.

Inzwischen hat der Landkreis die ehemalige Verkaufshalle der Firma „Autoland 2000“ zwischen dem Gildehaus und dem Bauhof im Ortsteil Bahnhof angemietet. Der Eigentümer wird die Halle bezugsfertig einrichten. Die Firma hat ihren Standort in Ottersberg aufgegeben und suchte eine Nachnutzung.

Ab Anfang März wird der Landkreis in der Halle 120 Flüchtlinge unterbringen. „Dazu schaffen wir Sanitäranlagen und Quartiere in Leichtbauweise und bauen vier, fünf Küchen ein, damit sich die Flüchtlinge selbst versorgen können“, betonte der Landrat. Und: „In der Halle richten wir ein Integrationszentrum ein, damit die Flüchtlinge die deutsche Sprache lernen und beruflich qualifiziert werden.“

Die Lage ist prekär. „Die bisher aufgenommenen 140 Flüchtlinge haben wir in angemieteten Häusern und Wohnungen in den Ortsteilen untergebracht. 23 Flüchtlinge werden am Donnerstag das Haltermannsche Anwesen an der Straße Am Brink beziehen“, berichtete Hofmann. Es habe Überlegungen gegeben, das leer stehende ehemalige Altenheim in Otterstedt als Flüchtlingsunterkunft anzumieten. Denn im Februar kämen die nächsten 45 Flüchtlinge. „Der Vertrag war bereits ausgehandelt. Wir brauchten nur zu unterschreiben. Doch dann hat der Eigentümer die Immobilie kurzfristig verkauft“, erzählte Hofmann verärgert: „Mit uns wird nicht gepokert.“

Die Wohnungen werden immer knapper. Deshalb existieren im Rathaus bereits verschiedene Gedankenspiele. „Wir überlegen, selber zu bauen oder in den Ortschaften wie am Bahnhof an der Verdener Straße ähnlich wie in der Gemeinde Grasberg Container in Holzrahmenbauweise, die leicht aufzustellen und zu demontieren sind, aufzubauen“, so Hofmann. Zudem erwägt der Vorstand des TSV Fischerhude-Quelkhorn, seine Vereinsturnhalle als Flüchtlingsunterkunft bereitzustellen. Achims Polizeichef Thorsten Strier erklärte: „Noch ist die Lage unauffällig.“

woe

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