„Aber keinerlei Einfluss auf Veranstaltungen “ / Infoabend des Kamu-Vereins

Moscheebau-Bürge Milli Görüs

Die Skizze zum geplanten muslimischen Kulturzentrum in der Draufsicht – mit dem kleineren Moscheegebäude, dem Gemeinschaftszentrum sowie links dem Parkplatzgelände.
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Die Skizze zum geplanten muslimischen Kulturzentrum in der Draufsicht – mit dem kleineren Moscheegebäude, dem Gemeinschaftszentrum sowie links dem Parkplatzgelände.

Achim - „Wir nehmen sie als Dienstleister, Planer und Bürge in Anspruch. Sonst wäre die Finanzierung über eine bekannte Bank nicht möglich gewesen. Sie mischen sich aber nicht in unsere Veranstaltungen und Inhalte ein“.

So beschrieb Ilhami Yoldas vom Vorstand des Kulturvereins Achimer Muslime (Kamu) die Rolle der „Europäischen Moscheebau und -unterstützungs Gemeinschaft (EMUG)“ bei der Verwirklichung des muslimischen Kulturzentrums an der Ecke Hasseler Straße/Pagenkampgraben. Die EMUG gehört zur radikal-islamischen Organisation „Milli Görüs“ und wird beim Achimer Projekt mit im Grundbuch stehen.

Aus Gründen der Fairness und Ehrlichkeit teile Kamu dies öffentlich mit, betonte Yoldas am Mittwoch beim Infoabend im Bürgerzentrum Magdeburger Straße zum Moschee- und Gemeindehausbau.

Er distanzierte sich zugleich auf der gut besuchten Veranstaltung von Salafisten und anderen extremen Gruppierungen: „Damit haben wir nichts am Hut“. In Achim gebe es keine gewaltbereite Moslem-Szene, so Yoldaz, der wie etliche der mehrere hundert Kamu-Mitglieder hier aufwuchs, die Stadt seit Jahrzehnten gut kennt und sich auch als Achimer fühlt.

Es gebe das deutsche Sprichwort „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“, meldete CDU-Fraktionschef Rüdiger Dürr sich am Infoabend zu Wort. Wenn Milli Görüs als Finanzier eingebunden sei, gebe es bestimmt auch Erwartungen, wie der Islam dort zu lehren ist, bezweifelte er die Unabhängigkeit des Kamu.

Dürrs Ratskollege Lars Gagelmann (WGA) wehrte sich indes dagegen, „hier gestandene Achimer Bürger unter Pauschalverdacht zu stellen“. Es sei nach vielen Gesprächen ein guter Kompromiss gefunden worden. Kamu habe seine Planungen offen und transparent dargelegt. Dies lasse sich von bestimmten christlichen Gemeinden durchaus nicht immer behaupten.

Zumindest der vorherige, aus etwas älteren Mitgliedern bestehende Kamu-Vorstand habe es in Sachen Moschee-Projekt mit der Wahrheit nicht so genau genommen, wandte hier ein Zuhörer aus Achim Nord ein.

Kamu-Vorstandsvorsitzender Rakip Erdinc hatte zunächst die Besucher/innen des Infoabends – unter ihnen auch Achims Bürgermeister Uwe Kellner – begrüßt und über Ziele des 1978 gegründeten Vereins informiert. Neben der Religion und gemütlichen Treffen würden unter anderem sportliche und andere Freizeit-Aktivitäten, Nachhilfe sowie Aufklärung der Jugend über Drogen und Gewalt geboten.

Yoldas ging auch auf technische und andere Daten zu Gebetshaus und Gemeindezentrum auf dem 3500-Quadratmeter-Grundstück nahe der Autobahn – plus 4500 angepachteten Quadratmetern – ein. Neben 300 Quadratmetern Gebetsfläche sind unter anderem Unterrichts- und Sozialräume, Teestube, Treffpunkt für Frauen, Waschräume und bis zu 85 Parkplätze im Pachtbereich vorgesehen.

In Bremen und Umland gebe es schon 27 Gebetsräume, und Moslems gingen in der Regel zum nächstgelegenen, so Yoldas weiter. Daher rechne er nicht mit dem von Anwohnern befürchteten Riesen-Ansturm in Achim – außer vielleicht wegen Neugier an den ersten Eröffnungstagen. · la

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