Zehntklässler organisieren Juniorwahl in Langwedel komplett eigenständig

83,9 Prozent gehen zur Wahl – an der Oberschule

Florian Kühn, Katharina Hülseberg, Pia Laackmann, Emma Scheidereiter und Daniel Schreiber haben an der Oberschule am Goldbach die Junior-Europawahl organisiert – und das komplett in Eigenregie.
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Florian Kühn, Katharina Hülseberg, Pia Laackmann, Emma Scheidereiter und Daniel Schreiber haben an der Oberschule am Goldbach die Junior-Europawahl organisiert – und das komplett in Eigenregie.

Langwedel - Derik Eicke begrüßt nur mal eben schnell und ist dann weg. Der stellvertretende Leiter der Langwedeler Oberschule am Goldbach hat nur den Termin gemacht. Den Rest kann das fünfköpfige Europawahlteam auch sehr gut alleine bewerkstelligen – genauso wie die Juniorwahl am vergangenen Freitag in Sachen Europa.

Florian Kühn, Katharina Hülseberg, Pia Laackmann, Emma Scheidereiter und Daniel Schreiber aus der R10a sind so was wie alte Hasen. Schon im vergangen September haben sie mit ihrer Schule am bundesweiten Projekt „Juniorwahl“ teilgenommen. 2013 gab es noch einige Unterstützung von Lehrerseite. Diesmal haben sie alles allein gemacht.

Wählerverzeichnis erstellen, Wahlbenachrichtigungen mussten her, die Wahl selbst wollte organisiert und durchgeführt werden. Alles in Eigenregie der Schülerinnen und Schüler.

„Wir sind zufrieden mit dem Ergebnis. Bei der Wahlbeteiligung liegen wir höher als der Schnitt“, berichtet Katharina Hülseberg. 83,9 Prozent der Langwedeler Zehntklässler sind zur Wahl gegangen. Das Ganze war natürlich eine freiwillige Veranstaltung.

In ganz Deutschland lag die Wahlbeteiligung in den Schulen bei 80,3 Prozent. Mitgemacht haben 167584 junge Leute aus 948 Schulen. Bei der Bundestagswahl waren es übrigens noch weit über 5000 Schulen, die eine Juniorwahl veranstalteten. „Wir wollen den Jugendlichen die Angst vor einer Wahl nehmen, Unsicherheit beseitigen“, so Florian Kühn. „Die Wahlbeteiligung soll steigen.“

Klar gab es vor der Wahl entsprechenden Unterricht zu Europa in den 10. Klassen. „Es ist wichtig, wählen zu gehen.“ Ist sich zumindest das Langwedeler Wahlteam sicher. Auch bei der Europawahl. Selbst wenn gemeckert wird, die europäische Union hat viel gebracht. Da fällt das Stichwort Friedenssicherung. Oder auch ganz praktische Dinge: „Man kann frei reisen in Europa, kann überall mit der gleichen Währung bezahlen, ohne groß umtauschen zu müssen“, so Daniel Schreiber.

Der Wahlzettel bei der Juniorwahl entsprach genau dem der richtigen Wahl, die Urne war original versiegelt – und ähnlich der Abstimmung am Sonntag fiel auch das Ergebnis an der Oberschule aus: Die CDU ist stärkste Partei mit 35,7 Prozent vor der SPD mit 25,7 Prozent und den Grünen mit 15,7 Prozent. Dann kommt auch schon die NPD mit 8,6 Prozent, sechs Schülerinnen oder Schüler machten ihr Kreuz bei den Rechtsradikalen. Die AfD und die FDP spielen keine große Rolle: Für beide Parteien gab es eine Stimme und damit 1,4 Prozent. Was auch für „Die Partei“ und die DKP gilt. Die Piraten kommen auf 5,7 Prozent und die Tierschutzpartei auf 2,9 Prozent.

87 Schülerinnen und Schüler aus den 10. Klassen waren wahlberechtigt, 73 haben dann auch gewählt.

Warum ihre Kollegen gewählt haben, wie sie gewählt haben? Nichts genaues weiß man nicht. „Es sind die Parteien, die eben am bekanntesten sind“, spekuliert Pia Laackmann.

Mit dem Wahlergebnis musste das Wahlteam bis gestern hinter dem Berg halten, am Freitag durfte vor der richtigen Wahl noch nichts an die Öffentlichkeit. „Ein paar Leute haben schon gefragt: Wer hat wie viel Prozent?“, berichtet Emma Scheidereiter.

Aber wie bei der echten Abstimmung: Die Aufregung bei der Bundestagswahl war größer. Fürs Juniorwahlteam der Oberschule am Goldbach auch, weil es für sie die erste Wahl dieser Art war. Beim zweiten Mal wussten sie ja, wie der Hase läuft. Für die nächste Juniorwahl muss man sich in Langwedel dann ein neues Team suchen. Die aktuellen Zehntklässler verlassen im Juni die Schule, und sind ihrer ersten „richtigen“ Wahl dann wieder ein Stück näher.jw

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