Wer dem Wolf im Wald begegnet – kriegt schon mal einen gehörigen Schrecken

„So 30 bis 50 Meter hinter uns stand der dann“

Wolf oder Hund? In diesem Fall handelt es sich definitiv um einen Wolf. Dieses Foto entstand im Wolfscenter in Dörverden-Barme.
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Wolf oder Hund? In diesem Fall handelt es sich definitiv um einen Wolf. Dieses Foto entstand im Wolfscenter in Dörverden-Barme.

Völkersen - Jens Krüger dreht mit seinem Hund gern eine Runde durch den Wald. Herrchen und Labrador entern das Auto, fahren ein paar Kilometer, aus Völkersen raus, dann Richtung B 215 bis rechter Hand das große Waldstück auftaucht. Aussteigen, laufen, gucken, vielleicht etwas entdecken. Was Krüger jetzt erlebte, jagte ihm allerdings einen gehörigen Schrecken ein: ein Wolf.

Jedenfalls ist sich der 38-jährige sicher, dass es ein Wolf war. „Ein richtig großer.“ Krüger und sein Hund drehten gegen Sonnenuntergang ihre Runde, den Langwedeler beschlich dabei das Gefühl: Hinter uns ist was. Er dreht sich um. „So 30 bis 50 Meter hinter uns stand der dann.“ Das Tier wartet, guckt – und verschwindet ins Unterholz.

Jens Krüger war trotzdem nicht mehr wohl bei der Sache, er schnappte sich einen Stock und zog mit seinem Labrador über Umwege in Richtung Zivilisation.

Aktuell habe es schon länger keine Hinweise mehr auf Wölfe in der Region gegeben, erklärt Frank Faß, Wolfsberater beim Landkreis Verden und Inhaber des Wolfscenters in Barme. „Im vergangenen Jahr gab es einige Hinweise.“

Im nicht all zu weit entfernten Ahausen im Landkreis Rotenburg wurde 2015 darüber spekuliert, ob ein Wolf in der Gegend unterwegs sei.

Es gab undokumentierte Sichtbeobachtungen, aber keine Beweise oder gesicherte Erkenntnisse. Für letztere wird einiges verlangt, um Verwechslungen mit wolfsähnlichen Hunden auszuschließen. Hier gilt selbst ein Foto nicht als 100-prozentiger Beweis. Allein wenn ein Genabgleich vorliegt, wird der als sicherer Nachweis für einen Wolf akzeptiert.

Anfang Dezember wurde am Ortsrand von Ahausen ein Lamm gerissen – was die Diskussion um den Wolf einigermaßen anheizte. Für Forstoberrat Jürgen Cassier, Wolfsberater im Landkreises Rotenburg, sprechen in diesem Fall aber Indizien gegen den Wolf als Täter. Eine Ansicht, die auch Berufsschäfer Jörk Hehmsoth aus Langwedel-Nindorf laut Bericht der „Rotenburger Kreiszeitung“ teilt. Schäfer hätten viele Probleme durch Hunde, so Hehmsoth. Allerdings waren sich Hehmsoth und Cassier laut des besagten Berichts sicher, dass man den Wolf immer mal wieder zu Besuch habe.

Die DNA-Untersuchungen zu dem Fall in Ahausen sind laut Niedersächsischem Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) noch nicht abgeschlossen.

Menschen gegenüber verhalten sich Wölfe in der Regel äußerst scheu – auch wenn es in Niedersachsen schon einzelne Tiere gab, die sich in die Nähe von Wohngebieten wagten.

Wer einmal einen Wolf zu Gesicht bekommt, der kann und sollte das von den Wolfsberatern im Landkreis Verden protokollieren lassen. Einen Flyer mit Ansprechpartnern und Hinweisen, wie man sich bei einer Wolfsbegegnungen verhält, findet man auf den Internetseiten des Landkreis Verden (www.landkreis-verden.de) unter dem Suchbegriff "Wolfsberater" und in dieser Broschüre.

jw

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