Jugendschöffengericht verurteilt Täter zu Haftstrafen

Vier Raubüberfälle in nur zwölf Tagen

Etelsen/Verden - Vor einem halben Jahr war es binnen zwölf Tagen zu vier Raubüberfällen in Cluvenhagen, Etelsen, Baden und Achim gekommen. Diese gehen auf das Konto von vier jungen Männer aus Etelsen und Achim. Drei wurden gestern vom Verdener Jugendschöffengericht wegen schwerer räuberischer Erpressung zu Jugendstrafen ohne Bewährung verurteilt.

Ein 19 Jahre alte Angeklagter aus Etelsen war an dem Überfall der Cluvenhagener Tankstelle am 12. Februar beteiligt. Da stand er bereits im Visier der Ermittler und wurde noch am Morgen des selben Tages festgenommen. Er hatte bereits am 8. Februar die Tankstelle in Baden überfallen und am 1. Februar den Getränkemarkt in Etelsen. Sein frühes Geständnis wurde ihm zu Gute gehalten, dennoch hielten Staatsanwaltschaft und Gericht drei Jahre Jugendstrafe für angemessen.

An dem Überfall auf den Getränkemarkt waren auch die beiden anderen Angeklagten beteiligt. Beide 20 Jahre alt, damals noch wohnhaft in Achim und Etelsen. Seit der Festnahme im Februar sitzen alle drei Angeklagte in Untersuchungshaft. Die beiden 20-Jährigen haben jeweils zwei Taten begangen. Sie wurden zu jeweils zweieinhalb Jahren verurteilt.

Der 20-Jährige aus Etelsen war zudem an dem Tankstellenüberfall in Baden beteiligt. Der gleichaltrige Angeklagte aus Achim hatte außerdem ein Wettbüro in Achim überfallen. Exakt an dem Tag als seine Kumpel morgens die Tankstelle in Cluvenhagen überfallen hatten. Er war jedoch aus dem Wettbüro geflüchtet, noch bevor der Mitarbeiter den Tresor geöffnet hatte. Deshalb wurde diese Tat als versuchte schwere räuberische Erpressung gewertet.

Etwas anderes als Jugendstrafe kam wegen der Schwere der Schuld nicht in Betracht, hieß es in der mündlichen Urteilsbegründung. Davon waren auch die drei Verteidiger ausgegangen. Allerdings hatten sie Bewährungsstrafen gefordert.

Staatsanwaltschaft und Gericht hielten den Angeklagten neben ihren Geständnissen zu Gute, dass sie sich bei den Geschädigten entschuldigt und Reue gezeigt haben. Ihre Bundeszentralregisterauszüge seien „leer bis kurz“, so der Vorsitzende Richter Jörg Dreher. Sie hätten auch nicht wie Schwerverbrecher gehandelt, sondern waren „mäßig gut vorbereitet“, so Dreher. Die Tatausführung war auch alles andere als professionell. Die Verteidiger hatten betont, dass ihren Mandanten die Tragweite ihres Handelns gar nicht bewusst gewesen sei.

„Das ändert aber nichts an den Taten“, betonte der Vorsitzende. Weil das Gericht Fluchtgefahr sieht, haben die Haftbefehle weiter Bestand. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. 

wb

Rubriklistenbild: © dpa

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