Verträge sind unterschrieben / Für Daverdener Dorfgemeinschaft und darüber hinaus

Verein übernimmt Küsterhaus

Die Unterschriften sind gemacht, die Verträge gesiegelt – und dann gab es die symbolische Schlüsselübergabe durch Pastor Lars Quittkat an Theda Henken. Ab sofort ist der Verein für Kultur und Geschichte Pächter des alten Küsterhauses in Daverden. - Foto: Wenck

Daverden - Auch wen schon alles im Vorfeld geregelt war: Es lag ein gewisses Knistern in der Luft. Der Kirchenvorstand hatte das wichtige Kirchensiegel vergessen, Pastor Lars Quittkat sauste nochmal los, um den großen Stempel zu holen. „Ach, wie spannend...“, fand Theda Henken. Aber ganz ehrlich: Vor der entscheidenden Mitgliederversammlung des Vereins für Kultur und Geschichte Daverden war dessen Vorsitzende aufgeregter.

Am Mittwoch hatte die unglaublich gut besuchte Vereinsersammlung einstimmig für die Übernahme des Küsterhauses und das ausgehandelte Vertragswerk gestimmt, am Donnerstagabend wurden die entsprechenden Verträge unterzeichnet: in fünffacher Ausfertigung, gesiegelt und gestempelt. Für den Verein für Kultur und Geschichte unterschrieben Theda Henken und ihr Stellvertreter Rainer Osterhagen, für die Kirchengemeinde Daverden die Vorstände Kirsten Kinzer und Birgit Lebedies sowie Melanie Kohle vom Kirchenkreisamt Verden.

Kohle war in den vergangenen Jahren quasi die Schaltstelle und Vermittlerin bei den Verhandlungen zwischen dem Verein für Kultur und Geschichte, der Kirchengemeinde Daverden und der Landeskirche. Die ersten Gespräche mit dem Ziel das alte Küsterhaus unbedingt zu erhalten, begannen schon 2012. Herausgekommen ist nun ein Vertrag, mit dem alle Seiten sehr zufrieden sind.

Zusammengefasst sieht das Ganze so aus: Die Kirchengemeinde bleibt Eigentümerin, der Verein ist ab sofort Pächter. Zunächst für mindestens 25 Jahre. Dieser Baupachtertrag lässt sich schrittweise jeweils um fünf Jahre verlängern. Wenn der Verein möchte, kann man den Baupachtvertrag auch nach Erbbaurecht umwandeln – mit einer Laufzeit von 99 Jahren.

Was vertraglich wasserdicht abgesichert ist: Die Kirche kann zu keiner Zeit an die Tür des Küsterhauses klopfen und verlangen: Jetzt habt ihr das alte Haus aber fein saniert, nun gebt mal wieder her.“ Einzig der Verein für Kultur und Geschichte könnte entscheiden: Wir geben das Küsterhaus auf und zurück.

Nach den Unterschriften und einer symbolischen Schlüsselübergabe geht es jetzt aber erst einmal an Planung und Durchführung der Sanierung. Schaffen wollen sich die Daverdener ein Dorfgemeinschaftshaus, in das man möglichst viele Vereine mit hereinholen möchte.

Ein Ort für große und kleine Veranstaltung soll es bleiben und noch ein bisschen mehr werden, aber nicht in Konkurrenz zum Langwedeler Kulturverein. Mit dem steht man längst in gutem Kontakt und Beziehung, wird sich weiter in Sachen Programm und Veranstaltungen absprechen, wie Theda Henken erklärte. J jw

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