Seit Mai in der Weser

„Robbie“ besucht Bootsfahrer in Hagen-Grinden

Neugierig, verspielt und bis zu einem gewissen Punkt zutraulich – so erleben Brigitte und Horst Hesse ihren Besucher in Hagen-Grinden, der eigentlich in der Nordsee zuhause ist. Für ein Foto braucht man aber Geduld und Glück. „Robbie“ taucht gern und schnell ab.

Hagen-Grinden - Irgendwie hat man im Flecken Langwedel wohl aktuell ein Faible für Robben. Paläontologe Uwe Havekost entdeckte wie berichtet ein elf Millionen Jahre altes (versteinertes) Exemplar. Allerdings in Schleswig-Holstein. Brigitte und Horst Hesse müssen nicht soweit fahren. Sie bekommen regelmäßig in Hagen-Grinden putzmunteren Robbenbesuch.

Die Hesses aus Etelsen liegen mit ihrem Boot am Drosselhof. „Wenn wir da sind, klopfen wir an die Bordwand und dann kommt er“, erzählt Brigitte Hesse.

Die Robbe zeigt sich überhaupt nicht ängstlich, eher neugierig, macht gern mal ein Kunststück und ist überhaupt ein putzig anzusehender Kerl.

Weil er gefüttert wird? „Um Himmels Willen. Auf gar keinen Fall“, stellt Brigitte Hesse klar. Sie und ihr Mann freuen sich jedes Mal über den tierischen Besuch. Allerdings stellen sie sich schon die Frage: Wie ist „Robbie“, so haben sie ihren Besucher für sich getauft, wohl soweit die Weser hinaufgekommen?

Seit 2014 werden Seehunde und Robben in der Weser beobachtet. Ob es immer die selben Tiere sind, ist nicht bekannt. „Robbie“ wurde in diesem Jahr schon im Mai das erste Mal auf einer Sandbank am Weserwehr Intschede gesichtet.

Die Robben folgen Fischschwärmen die Weser hinauf, gern auch später im Jahr, wenn die Stinte kommen – und brauchen am Weserwehr in Bremen dann zum Fressen eigentlich nicht mehr groß auf Jagd gehen. Schnauze aufmachen reicht.

Wie auch immer nun der Kollege in Hagen-Grinden das Weserwehr in Bremen, die Schleuse in Hemelingen, überwunden hat – sein auf den ersten Blick guter Ernährungszustand scheint auch für ausreichend Nahrung im hiesigen Bereich der Weser zu sprechen.

Kontakt zu Menschen hat „Robbie“ eindeutig auch schon gehabt – wie eine Markierung an seiner Schwanzflosse beweist, die Brigitte und Horst Hesse bei ihrem gern gesehenen Gast erspäht haben.

So puzig „Robbie“ und Co übrigens auch aussehen, Seehunde und Kegelrobben sind und bleiben Raubtiere. Gerade große männliche Tiere können bei von ihnen ungewünschter Annäherung auch ausgesprochen ungemütlich werden, warnt der Nabu Bremen. Aber nur gucken und sich freuen ist überhaupt kein Problem.

Fotografieren schon eher. „Robbie“ hält bei seinen Besuchen am Drosselhof in Hagen-Grinden nämlich nicht still. Aber mit ein bisschen Geduld und Glück haben die Hesses dann doch ihre Fotos bekommen. 

jw

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