Künstlergruppe „Complex“ stellt im ehemaligen Mausoleum aus

Neue Sicht auf den Etelser Schlosspark

Das Schloss Etelsen und den wunderbaren Park kennt man ja – mit den Rahmen der Künstergruppe „Complex“ lassen sich aber ganz neue Ansichten gewinnen. - Foto: Sommerfeld

Etelsen - „Die Gruppe hat dem Schlosspark ein anderes Aussehen gegeben“, so Andreas Brandt, Vorsitzender des Schlossparkvereins Etelsen. Gemeint ist die Künstlergruppe „Complex“ und ihre Ausstellung mit dem Titel „gARTen“. Da sind dann nicht nur Aquarelle in Öl, gewürfelte Werke, Welten aus filigranen Acrylstreifen, technische Malerei und vieles mehr im ehemaligen Mausoleum zu bestaunen, im gesamten Schlosspark sind Kunstwerke zu entdecken.

Schon vorn im Rosengarten haben die acht Künstlerinnen einen von zehn im Park verteilten Rahmen aufgestellt.

„Durchblick“ haben die Künstlerinnen ihr Rahmenprojekt betitelt, das sie extra für den Schlosspark geschaffen haben. „Wir kennen und mögen den Park – deshalb haben wir ihn in unsere Ausstellung einbezogen“, erklärte Gruppensprecherin Agnes Gerken-Lüllmann.

Die Künstlerinnen wollen Parkbesucher dazu anzuregen, einmal neu oder anders hinzuschauen. „Dabei stehen wir in harter Konkurrenz zu den Pokemons“, ergänzte die Sprecherin schmunzelnd – momentan sind dort viele Menschen auf Monsterjagd.

„Wir sind jede für sich künstlerisch tätig und vertreten keinen Gruppenstil. Wichtigstes Ziel ist der künstlerische Austausch, das Vorstellen und Reflektieren einzelner Arbeiten. In vertrautem Kreis in gegenseitiger Achtung und Anerkennung ein faires und somit hilfreiches Feedback zu bekommen, ist ein großes Geschenk für uns alle“, beschrieb Gerken-Lüllmann die Gruppenarbeit. Die Künstlerinnen orientieren sich an aktuellen Strömungen der Kunst.

Vor kurzem hinzugekommen ist die „reizvolle Aufgabe“, zwei Werke zu einem gemeinsamen Thema zu gestalten. Dafür bilden neue und vorhandene Arbeiten der Gruppenmitglieder die Grundlage. Gemeinsam erarbeiteten, verwarfen und diskutierten die Künstlerinnen, bis alle mit dem Ergebnis zufrieden waren. „Es war nicht so einfach, acht Meinungen auf einen Nenner zu bringen – es war ein langer Prozess.“

Zudem ist jede Künstlerin mit eigenen Werken vertreten. Die Bremerin Helga Kratzsch arbeitet seit vielen Jahren an strengen Ordnungsgefügen. Ausgehend von geometrischen Elementen entwickelt sie ihre minimalistischen Arbeiten.

Daneben präsentiert Svenja Warnke, ebenfalls aus Bremen, Objektbilder. Sie stellt natürliche Fundstücke ihren textilen Nachbildungen gegenüber. „Aus ihrem natürlichen Raum herausgenommen, werden sie zu grafischen Gestaltungselementen“, sagte Gerken-Lüllmann. Die Oytenerin zeigt Styropordrucke, und einem liegt ein Plan für den Schlosspark aus dem Jahr 1899 zugrunde.

Marianne Lindners Werkzeug ist nicht mehr der Pinsel, sondern die Computermaus. Die Bremerin wählt Formen und Farben aus, um dann mit Hilfe von Würfeln zu bestimmen, welche der Möglichkeiten umgesetzt werden sollten.

Nach dem Prinzip ist eine der Gemeinschaftsarbeiten entstanden: „Fotos von unseren Arbeiten waren Marianne Lindners Material, wir durften bei der Auswahl der Ausschnitte und der Größe des Gesamtbildes und der Quadrate mitreden, aber die letztendliche Gestaltung unterlag ihrem Zufall.“

Auch wenn es auf den ersten Blick so scheinen mag: Ellen Schlichting aus Bremen malte keine Aquarelle, sondern Arbeiten in Öl. Christiane Doekers Bild zeugt von einem nicht so ganz ordentlichen Garten, großformatig und mit lockerer Pinselführung nimmt die Ottersbergerin Betrachter mit auf die Wiese. Dabei geht es ihr aber in erster Linie um die Bildgestaltung.

Bei Bärbel Walter aus Osterholz-Scharmbeck herrscht eine grüne Farbstimmung vor. In ihrer feinen Acrylmalerei schafft sie Räume, die man zunächst zu verstehen scheint. Dann aber entgleiten sie einem, lassen neue Vermutungen zu, werden zu einem Spiel von unterschiedlichen räumlichen Möglichkeiten, in denen man sich immer neu verlieren kann.

Die Motive der Achimerin Dragica Schneider führen in den Gartenuntergrund – sowohl ihre Themen als auch die Farbgebung zeugen von Dunkelheit und vom Ursprung des Gartens. Faszinierend das Zusammenspiel von naturalistischer, ja fast technischer Gestaltung und von Partien freier Malerei.

Die Ausstellung „gARTen“ ist an den kommenden beiden Sonntagen, 21. August und 28. August, jeweils in der Zeit von 11 bis 18 Uhr zu sehen.

Der Eintritt ist frei, die Künstlerinnen stehen für Fragen zur Verfügung.

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