Die ehemaligen Schlossherren zu Etelsen haben noch Land

Die letzten Grundstücke der Gräfin Else zu Reventlow

Heinrich Struckmann und Manfred Köster vom Schlossparkverein, Jutta Dickau und Eigentümer Reiner Kossack (v. li.) vor dem letzten Besitz der Reventlows in Etelsen. - Foto: Sommerfeld

Lindholz - „Sie sind noch da, die Reventlows“, sagte Heinrich Struckmann schmunzelnd. Nicht persönlich, nein, aber Reste des herrschaftlichen Besitzes der einstigen Schlossherren zu Etelsen traten jetzt zutage. In Lindholz, Badenermoor und Oiste. Keine großen Ländereien, sondern unscheinbare Fleckchen Erde: 195 Quadratmeter in Lindholz, 83 Quadratmeter in Badenermoor und 63 Quadratmeter in Oiste.

„Man dachte, alles sei verschwunden, doch die Restflächen sind seit 150 Jahren im Grundbuch festgeschrieben“, berichtete der langjährige ehemalige Vorsitzende des Etelser Schlossparkvereins und passionierte Heimatforscher gestern in Lindholz.

Momentan ist Reiner Kossack Eigentümer der Flächen drumherum. Er hatte die große Ackerfläche in Lindholz, zu der das gräfliche Stückchen – ein kleines Dreieck, dort, wo der Forstweg eine sanfte Kurve beschreibt – gehört, geerbt. „Wir wussten von der Sache nichts, bis mich Heinrich Struckmann anrief“, erzählte Kossack.

Die drei Stücke Land, insgesamt „drei Ar und 41 Quadratmeter“, entdeckte Jutta Dickau, Diplom-Rechtspflegerin am Amtsgericht Verden. Die gebürtige Etelserin war im Grundbuchamt tätig und wurde jetzt in den Ruhestand verabschiedet (wir berichteten). Klar, dass sie sich für das Etelser Schloss interessiert.

Graf Christian Johann Ludwig Conrad Ferdinand zu Reventlow mit seiner Frau, Gräfin Sophie, im Sommer 1912 vor dem Etelser Schloss. Repro: Sommerfeld

Klar auch, dass sie Mitglied des Schlossparkvereins ist. Ebenso klar, dass sie freundschaftlichen Kontakt zu Struckmann pflegt. Und sowieso klar, dass sie sich für alte Etelser Schlossakten interessiert. Am Computer, nach Feierabend, durchstöberte sie Band für Band. Dann, aus heiterem Himmel: „Du liebe Güte, das gibt es doch nicht“, entfuhr es ihr im Frühsommer.

Doch, der Name Reventlow tauchte im Grundbuch von Etelsen des Königlichen Amtsgerichts in Achim von 1883 auf, und der Besitz ist bis heute fortgeschrieben für Gräfin Else zu Reventlow. Sofort rief die Rechtspflegerin Struckmann an, und der kam prompt. „Dafür interessiert sich der Schlossparkverein“, meinte er.

Struckmann besorgte Pläne vom Katasteramt und rekonstruierte die Historie: Ausgehend von Graf Christian Johann Ludwig Conrad Ferdinand zu Reventlow, der Erbe der Brüder Heimbruch war, und seiner Frau, Gräfin Sophie, über deren Erbe, Graf Rudolf zu Reventlow, der alles verjubelte und sich von seiner Frau, Gräfin Else, trennte.

Ihr überließ er den Besitz. Jedoch war sie der großen Aufgabe nicht gewachsen und verkaufte alles. „Nur diese wiederentdeckten kleinen Flächen – Vermessungsreste – müssen die Liquidatoren übersehen haben“, sagte Struckmann. Gräfin Else starb 1980 mit 98 Jahren in Dänemark.

Es bleiben Fragen: Wer ist der Erbe? Kann man das feststellen? Kontakt zum dänischen Konsulat hat Struckmann bereits aufgenommen, weiterverfolgen mögen es andere.

„Sie haben jetzt ja viel Zeit“, spielte er lachend auf den Ruhestand Dickaus an.

is

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