Prof. Dr. Armin Schöne legt zweiten Band mit regionalhistorischen Forschungen vor

Langwedel und europäische Machtpolitik

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Prof. Dr. Armin Schöne hat sich die Zeit vom Westfälischen Frieden bis zum Wiener Kongress vorgenommen, hat Archive durchforscht – und herausgearbeitet (unter anderem), was Langwedel, Bremen und Verden in diesen Jahren für eine Rolle in der europäischen Machtpolitik spielten. 

Langwedel - Von Jens Wenck. Seien wir mal ganz ehrlich: In vergangenen Jahrhunderten war der Flecken Langwedel nur eine kleine Ansammlung von Häusern. Daneben gab es noch das herrschaftliche Dorf Herrenkamp, dass tatsächlich erst am Anfang des 20. Jahrhunderts eingemeindet wurde. Und doch wurde in Langwedel (oder zumindest unter seinem Namen) europäische Machtpolitik gemacht. Wie das funktionierte, hat Prof. Dr. Armin Schöne in seinem neuesten Buch akribisch aufgearbeitet.

„Vom Westfälischen Frieden bis zum Wiener Kongress. Europäische Machtpolitik um Langwedel und Bremen“ lautet der Titel des gut 700 Seiten starken Werkes. Damit knüpft Schöne an das nicht minder detaillierte Buch „Die Erzbischöfe von Bremen und ihr Haus und Amt Langwedel“ an.

Letzteres ist natürlich mit der Burg beziehungsweise Festung Langwedel verbunden, strategisch günstig zwischen Bremen und Verden gelegen. Die Burg Langwedel (siehe Schönes Band 1) gehörte den Bremer Erzbischöfen. Die wurden vom Bremer Domkapitel gewählt. „Das war meistens ein Gezerre“, so Schöne.

Aus Erzbistum wird Herzogtum

1648 geht der 30-jährige Krieg mit dem Westfälischen Frieden endlich zu Ende. Schweden bekommt das Erzbistum Bremen und damit auch Langwedel. Aus dem Erzbistum wird das Herzogtum Bremen. „Und weil das so gut lief, haben sie es mit Verden gleich genauso gemacht.“

Wer nun allerdings meint, mit dem Westfälischen Frieden wäre nun wirklich Frieden in der Region eingezogen – der irrt. Zwar sind die kriegerischen Auseinandersetzungen kein Tagesgeschäft mehr. Aber was sich an machtpolitischen Auseinandersetzungen und Rangeleien um Langwedel, Bremen und Verden in den folgenden Jahrhunderten bis zum Wiener Kongress (1814/15) tut, ist schon bemerkenswert.

Wirklich auf Dauer sollte die schwedische Herrschaft nämlich nicht sein. Schweden verlor den großen nordischen Krieg (1700 bis 1721), der sich eigentlich um die Vorherrschaft im Ostseeraum drehte, gegen eine Koalition, an der auch Hannover-England beteiligt war.

Die Herzogtümer Bremen und Verden gehen an das Kurfürstentum Hannover – und damit quasi an England. Für eine gewisse Zeit herrschte dann Ruhe. Bis mit den napoleonischen Kriegen (1795 bis 1813) dann das richtig große Durcheinander ausbricht. Bremen und auch Langwedel werden von den Franzosen besetzt, gehören zeitweise zum Königreich Frankreich.

Das alles hat Armin Schöne für die Region aufgearbeitet, war (wenn wir richtig mitgezählt haben) in 18 Archiven, beide Bücher weisen einen stattlichen Anhang und Verweise auf. Gar keine Frage, es handelt sich in beiden Fällen um wissenschaftliche Arbeiten.

Gerade der neue Band ist bemerkenswert gut mit alten Karten, Bildern und Illustrationen ausgestattet.

Die „Europäische Machtpolitik um Langwedel und Bremen“ ist wie die zweite überarbeitete Auflage von „Die Erzbischöfe von Bremen und ihr Haus und Amt Langwedel“ in der Edition Falkenberg in Bremen erschienen.

Bei der Überarbeitung von Band 1 hat sich die Geschichtswerkstatt Achim finanziell engagiert. Bei der Erstellung von Band 2 waren es der Landschaftsverband der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden, die Landschaft der Herzogtümer Bremen und Verden, die Stadtwerke Achim, die Vereinigung für Bremische Kirchengeschichte, der Evangelische Arbeitskreis für kulturelle Fragen und der Touristikverein Langwedel dabei. Band 1 bekommt man wie gehabt für 49,90 Euro. Das neue Buch kostet 59,90 Euro. Beide Bände sind definitiv für regionalgeschichtlich Interessierte gedacht – und für die auch absolut jeden Cent wert.

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