Schulkinder aus Bremen-Arsten zu Besuch bei den Imkern mitten in Daverden

Das Küsterhaus als Erlebnismuseum

Mein lieber Herr Imkerverein, da war was los. Zum einen im durchsichtigen Bienenkasten – und rund um das Daverdener Küsterhaus auch. Da waren Kinder aus Arsten zu Besuch, um sich über Bienen und eine Menge mehr zu informieren. - Foto: Wenck

Daverden - Nanu?! Hab' ich jetzt irgendwas verpasst? Gibt es da schon eine offiziell geregelte Nutzung für das Daverdener Küsterhaus? Jede Menge Kinder in Gruppen mit ihren Lehrern kurz im Haus und vor allem im Garten unterwegs. Überall gibt es etwas zu gucken und auszuprobieren. Überall sind Leute, die den Kindern etwas zeigen und erklären. Ist das alte Küsterhaus jetzt auf einmal ein modernes Erlebnis- und Mitmachmuseum?

Das dann doch nicht, aber an diesem einem Tag schon ein bisschen. Das Ganze kam so: „Eigentlich sind die ja bei mir jedes Jahr auf dem Bienenstand“, erzählt der Daverdener Imker Heinrich Müller. „Die“ – das sind Mädchen und Jungen aus zwei dritten Klassen der Grundschule Arsten, die für eine Woche im Schullandheim Am weißen Berge in Cluvenhagen sind. Bei Heinrich Müller erfahren die Kinder dann so ziemlich alles, was es rund um die Honigbiene zu wissen gibt und dann auch noch ganz toll vermittelt.

So, und hinten im Garten des alten Küsterhauses hat der Imkerverein Verden einen Schulungsstand für Jungimker. Hier treffen sich Uli Röpe und Heinrich Müller einmal in der Woche mit fünf angehenden Imkern und vertiefen die Dinge, die die Neulinge zuvor in einem Kurs an der Kreisvolkshochschule gelernt haben.

Und außerdem stand da noch ein großer Pavillon vom Verein für Kultur und Geschichte. Den bezog für diesen Tag Gerd Schmakeit, passionierte Jäger, Naturschützer und ehemaliger Lehrer.

Beste Voraussetzungen also, um die Bremer ausnahmsweise mal am Küsterhaus zu empfangen. „Den Schulungsbienenstand haben wir aber abgesperrt. Da sollen die Kinder mal besser nicht rumsausen“, befand Müller.

Erst hatte er mit den Kindern ins alte Klassenzimmer im Küsterhaus geguckt, kurz erzählt, dass er selbst hier noch zur Schule gegangen ist, und dann raus in den Garten zur Königin.

Zur Bienenkönigin. Nach der hat man gemeinsam Ausschau gehalten, es wurde erklärt, was die Bienen aus den Rähmchen mit den Wabenplatten machen. „Kann ich mal anfassen?“ „Klar.“ Wenn der Imker den Bienen dann den Honig klaut, gibt es Zuckerwasser für die fleißigen Insekten. „Und was passiert mit den alten Waben?“. Das gab es an einer anderen Station zu sehen: Kerzen zum Beispiel.

Am gläsernen Bienenkasten ließ sich das Leben eines Bienenvolkes nicht nur sehen – sondern auch hören. „Seid mal leise“, forderte Imke Rode ihre Gruppe auf. „Das summt und brummt!“

„Iiiih. Eine Wespe“, glaubt einer der Drittklässler ausgemacht zu haben. „Wo? Da werde ich echt immer unruhig“, gibt seine Lehrerin zu. Nur keine Panik. Erstens ist es eine Biene und zweitens findet Imker Müller Wespen und Hornissen ausgesprochen nützlich und empfiehlt: Nur die Ruhe.

„Was fressen Wespen?“, fragt Müller in die Runde und gibt gleich selbst die Antwort: „Butterkuchen, Bratwurst – und Mücken.“ Hornissen verputzen sogar noch mehr Mücken. Deswegen findet Müller, man sollte Wespen und Hornissen ruhig (in jeder Beziehung) gewähren lassen. „Das mit den Mücken wusste ich gar nicht“, gibt die Lehrerin zu.

Bei Gerd Schmakeit gibt es auch eine Menge zu entdecken. „Was ist das wohl?“, will er wissen. Die Kinder durften wieder anfassen, und eine junge Dame meint ganz verzückt: „Eine Puscheleule.“ Nicht ganz. Offiziell heißt der Vogel Schleiereule. „Und was ist das?“ Antwort aus Bremen -Arsten: „Ein Erdmännchen?“

Nein. Die gibt es bei uns überhaupt nicht. Aber das kleine Hermelin, aus dessen Winterfellen früher Königsmäntel gemacht wurden. „Ja, klar!“ Den Dachs und den Marder den kennen sie alle.

Irgendwie muss außerdem etwas über den allgemeinen Programmablauf der Schulbesuche beim Imker durchgesickert sein. Hat noch jemand Fragen? Eine junge Dame hat: „Und was ist mit Honigbrot?“ Da muss Heinrich Müller lachen: „Du hast es erraten. Das gibt es jetzt ganz zum Schluss.“

jw

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