Keine Kandidaten für neuen Gemeinderat

Frustrierte Grüne treten nicht mehr an

Petra Krüler verlässt den Rat...

Langwedel - Von Michael Mix. Die erstmals 2011 in den Langwedeler Gemeinderat eingezogene Grünen-Fraktion hat frischen Wind in das politische Entscheidungsgremium gebracht. Doch nach nur einer Wahlperiode schmeißen die drei Mandatsträger frustiert hin. „Es macht keinen Spaß mehr“, sagen Petra und Norbert Krüler. Auch ihr Mitstreiter Karl-Heinz Glander will nicht mehr weitermachen, und Nachfolger wurden nicht gefunden. Bei der Wahl zum Gemeinderat am 11. September wird es deshalb keine Kandidaten der Grünen geben.

... ebenso wie ihr Mann Norbert.

Das Ehepaar Krüler ist „enttäuscht von der Arbeitsweise in Rat und Verwaltung“, kritisiert aber auch „nur meckernde Parteifreunde“. Das zeitraubende ehrenamtliche Engagement lohne sich unter diesen Umständen leider nicht mehr, beklagten die Etelser gestern auf Nachfrage dieser Zeitung.

„Von uns gestellte Anträge, etwa zum Breitband-Ausbau in der Gemeinde, verschwinden über Jahre in Schubläden“, wirft Petra Krüler (47) der Verwaltung im Rathaus vor. Wenn das Thema dann endlich wieder auf den Tisch komme, bleibe vom ursprünglichen Ansatz oft kaum etwas übrig, vieles werde zerredet. „Alles zieht sich hin wie Kaugummi.“

Dabei bringen die Krülers für ihre Ratstätigkeit eine „ganze Portion Idealismus“ auf. Sie arbeiteten sich tief in viele Themen ein, „damit man sich mit der Verwaltung fundiert auseinander setzen kann“.

SPD und CDU, die beiden großen Fraktionen, knieten sich da meist weniger rein, haben die Grünen in den vergangenen fünf Jahren festgestellt. „Die Haushalte der Gemeinde werden ohne wirkliche inhaltliche Prüfung durchgewinkt“, sagt Petra Krüler. Auch ihr Mann hadert mit der Einstellung vieler Ratsmitglieder: „Wozu liest man Unterlagen, wenn überhaupt nicht ins Detail gegangen wird?“

Zudem bemängeln beide die schleppende Arbeit der Kommunalaufsicht beim Landkreis Verden. Die Anfragen und Beschwerden der Grünen-Fraktion in Sachen übermäßige Abwassergebühr für die Haushalte im Flecken, die nach Meinung der Krülers vor allem daher rührt, dass die Langwedeler Gemeindeverwaltung örtliche Starkverschmutzerbetriebe nicht ausreichend zur Kasse bittet, und die angeblich eigenmächtige Ausgabe von mehr als einer halben Million Euro von Bürgermeister Andreas Brandt für die Sanierung einer fehlerhaft ausgebauten Straße im Gewerbegebiet seien bis heute nur unzureichend oder noch gar nicht beantwortet worden. Dabei lägen die Schreiben bereits ein Jahr und länger im Verdener Kreishaus.

Darüber hinaus führt Norbert Krüler die „mangelhafte Kommunikation“ innerhalb der Partei für die Aufgabe des kommunalpolitischen Engagements an. „Einige äußerten immer nur Kritik an diesem und jenem, waren aber nicht bereit, mitzuarbeiten.“

Auch Karl-Heinz Glander hört auf.

Dass sich Fraktionsmitglied Karl-Heinz Glander (61) gegen Windkraftanlagen vor seiner Haustür auf dem Giersberg ausgesprochen habe, hält der 58-Jährige ebenfalls für „nicht hilfreich“. Die Grünen befürworteten doch erneuerbare Energien. Allerlei persönliche Gründe und Querelen mit Folgewirkungen. Der erst im Vorfeld der Kommunalwahlen 2011 gegründete Langwedeler Ortsverband von Bündnis 90/ Die Grünen löste sich bereits im vorigen Jahr wieder auf. Die verbliebenen wenigen Mitglieder und Finanzmittel wurden vom Kreisverband der Partei übernommen.

„In Langwedel hat es seit Jahren keine Vorstandsarbeit mehr gegeben“, weiß Andreas Noltemeyer (51). Der Grüne aus Völkersen, der dem Kreisverband angehört, bildet nach einem Streit mit den Krülers seit 2011 im Gemeinderat eine Gruppe mit der Wählergruppe im Flecken Langwedel. Und das soll auch nach der Wahl am 11. September so bleiben.

Extra-Tour: Andreas Noltemeyer.

„Ich kandidiere auf der Liste der WGL, aber als Vertreter der Grünen“, teilte Noltemeyer gestern auf Nachfrage mit. Er verwies auf die „gute Zusammenarbeit in den vergangenen fünf Jahren“. Eine eigene Liste von Bündnis 90/Die Grünen im Flecken Langwedel wird es diesmal lediglich für die Wahl zum Ortsrat Völkersen geben. Noltemeyer und Inge Vogel bewerben sich für dieses Gremium.

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