Grünes Licht für Baupachtvertrag mit Kirchengemeinde

Einstimmig für den Erhalt des Daverdener Küsterhauses

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Das Thema bewegt: Die Mitglieder des Vereins für Kultur und Geschichte Daverden kamen in bemerkenswerter Zahl, um vom Ergebnis der Verhandlungen mit der Landeskirche zu hören und über das Ergebnis abzustimmen. 

Daverden - Mit einem leidenschaftlichen Appell, das Küsterhaus als Kleinod in Daverden zu erhalten, wandte sich Jobst Blome an die über 100 Teilnehmer der Versammlung des Vereins für Kultur und Geschichte am Mittwochabend im Waldschlößchen. Vielleicht hätte es dieses Appells nicht bedurft: Einstimmig votierte man für die Sanierung des alten Küsterhauses, für den Abschluss eines Baupachtvertrages mit der Kirchengemeinde Daverden.

Die Vereinsvorsitzende Theda Henken erinnerte an die vielen Veranstaltungen im Küsterhaus seit 2014, lobte „das tolle Team im schönen Daverden“, das sich für den Erhalt des alten Hauses einsetzt. Erste Gespräche mit der Kirchengemeinde gab es schon Ende 2012, so dass die Arbeiten in Haus und Garten beginnen konnten. Es gab diverse Treffen mit Handwerkern, Anfang 2013 wurde ein Bauausschuss mit dem Auftrag gegründet, ein Konzept zum Erhalt und der künftigen Nutzung zu erarbeiten.

Aus dem Küsterhaus soll eine soziale und kulturelle Begegnungsstätte mit einem kleinen Heimatmuseum werden, ein Dorfgemeinschaftshaus für alle, so das Ergebnis.

Die Verhandlungen mit der Kirchengemeinde, dem Kreiskirchenamt in Verden und der evangelisch-lutherischen Landeskirche in Hannover, wo man sich aus finanziellen Gründen nicht in der Lage sieht, das geschichtsträchtige Haus zu erhalten, dauerten über ein Jahr.

Geeinigt hat man sich jetzt auf einen Baupachtvertrag, der über 25 Jahre laufen soll, erläuterte der stellvertretende Vorsitzende Rainer Osterhagen. Um das Haus langfristig nutzen zu können, muss aber noch viel Geld und Arbeit investiert werden.

Mit dem Baupachtvertrag wird die Nutzung durch den Verein für Kultur und Geschichte geregelt. Das 2 764 m² große Gelände fällt nach 25 Jahren an die Kirchengemeinde zurück. Der Vertrag kann aber um jeweils fünf Jahre verlängert werden. Auch die Wandlung in einen Erbbauvertrag ist eingeräumt. Sollten bei der Sanierung versteckte Mängel auftreten, ist der Vertrag von Seiten des Vereins sofort kündbar, und die Kirchengemeinde übernimmt das Gebäude in dem jeweiligen Sanierungszustand. Die Gebäudeversicherung läuft weiterhin über die Kirchengemeinde als Eigentümerin.

Küsterhaus überhaupt sanierungsfähig?

Fritz Henken erläuterte die laufenden Kosten, die bei einer Nutzung entstehen würden. Er errechnete als feste Nebenkosten jährlich 3.000 Euro und stellte wie später auch Kassenwart Manfred Knake die Finanzierungsmöglichkeiten mit Eigenmitteln, Eigenleistungen, Zuschüssen und Spenden vor. Bereits jetzt sind zweckgebundene Spenden in nicht unerheblicher Höhe eingegangen.

Aber ist das alte Küsterhaus überhaupt sanierungsfähig? Matthias Höpken, Zimmermannsmeister und Master für Holzwirtschaft hat seine Masterarbeit über das Küsterhaus geschrieben – und dabei natürlich den Sachstand fachkundig aufgenommen.

Das Haus hat einen zweifach stehenden Kehlbalkendachstuhl, erklärte er, mit einem Hängewerk über dem alten Klassenraum. Die Schäden durch Hausbock, den gemeinen Nagekäfer und durch Hausfaulpilz sind aber erheblich, auch stellte er eine erhöhte Holzfeuchte fest. Das Küsterhaus ist aber sanierungsfähig, so sein abschließendes Urteil.

Sein Vater Gerold Höpken, Ingenieur für Holztechnik, listete die nötigen Maßnahmen auf. Die alten Dachpfannen und Dachspannen müssen abgetragen, die Deckenbalken neu eingezogen werden. Er schlug als Decke ein Brettstapelelement oder eine Holzbalkendecke vor, bei denen auch ein Ausbau im Obergeschoss möglich wäre.

Kosten in Höhe von 195.800 Euro

Das Dach muss komplett erneuert werden, auch sollen Innenwände fallen, um einen Versammlungsraum im alten Klassenzimmer zu schaffen. Eine Treppe wäre zu installiert. Gerold Höpken veranschlagte eine Sanierung, trotz erheblicher Eigenleistungen an Arbeitsstunden, mit 195.800 Euro. Würde auch ein Sanitärblock eingebaut, erhöhe sich die Summe auf etwa 250.000 Euro.

Natürlich will man sich um einen Zuschuss vom Flecken Langwedel bemühen. Hinrich Bischoff, der sich freute, dass das Projekt endlich Fahrt aufnimmt, empfahl die Gründung eines „Freundeskreises Küsterhaus“, um Spenden einzuwerben. „Es ist ein einzigartiges Haus, das erhalten bleiben muss.“

Kirsten Kinzer aus dem Vorstand der Kirchengemeinde meinte: „Was lange währt. wird endlich gut“. Die Kirche werde sich in die Nutzung nicht mehr einmischen, das ganze Ensemble liegt ihr sehr am Herzen, so Kinzer, die für das Gelingen des Vorhabens Gottes reichen Segen wünschte.

Einstimmig beschloss die Versammlung auch, die Mitgliedsbeiträge zu erhöhen. Statt wie bisher zwölf Euro sollen Einzelpersonen nun jährlich 30 Euro zahlen, Paare 48 Euro. 

hu

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