Sommerfahrt des Langwedeler Kulturvereins in die Überseestadt

Wie aus einem Hafenspeicher ein Kreativzentrum wird

Der Speicher XI in Bremen ist ein echtes Vorzeigeobjekt. Für den Langwedeler Kulturverein und Mitglieder des Netzwerks Kreativ- und Innovationswirtschaft gab es jetzt eine Führung, die weit über das normale Touristenprogramm hinaus ging. - Foto: Arne von Brill

Langwedel/Bremen - Für die Mitglieder des Langwedeler Kulturvereins war es ihre Sommerkulturfahrt, für die Leute des Netzwerks der Kreativ- und Innovationswirtschaft aus Verden, kurz KIWI, vielleicht sogar eine zukunftsweisende Informationstour. Gemeinsam besichtigte man den alten Speicher XI in der Bremer Überseestadt. Wie man den alten Hafenspeicher, der heute unter Denkmalschutz steht nicht nur umbaute, sondern zu einem sogenannten Kreativzentrum machte, erläuterte Reiner Schümer, Geschäftsführer der Dr. Hübotter Wohnbau GmbH.

Da aus dem alten Gaswerk der Stadtwerke Verden, auch bekannt als ehemaliger Firmensitz des Heizungs- und Sanitärbetriebes Meyer, ein inhaltlich vergleichbares Projekt entstehen könnte, sah man in der Dr. Hübotter Gruppe aus Bremen den optimalen Ansprechpartner. Sowohl der Schlachthof als auch die Villa Ichon in Bremen haben ihre heutige Existenz als Kulturzentren dem 86-jährigen Firmenchef Prof. Dr. Klaus Hübotter zu verdanken.

Abgesehen von den Größenverhältnissen, denn die Gebäudelänge des alten Hafenspeichers beträgt über 400 Meter, waren die Ausgangsvoraussetzungen in Bremen nicht anders als in Verden.

So wusste die Stadt Bremen lange Zeit mit dem Speicher nichts anzufangen, berichtete Reiner Schümer. „Etliche Gutachten kamen immer wieder zu dem gleichen Ergebnis: Ein Umbau ist zu teuer und zu unwirtschaftlich. Erst als das Gebäude kurz vor dem Abriss stand, gab es die Anfrage an die Dr. Hübotter Gruppe hinsichtlich eines Konzeptes. Quasi aus der Not heraus. Für uns war eines klar, dass die Kosten gedeckelt werden müssen, um junge und kreative Menschen bzw. deren Betriebe zu locken. Des Weiteren hatte man mit der Hochschule für Künste einen potenziellen Ankermieter, der in der Folge die Hälfte des Gebäudekomplexes angemietet hat. Wir haben bewusst auf staatliche Fördermittel verzichtet, um Einschränkungen zu vermeiden. Wenn man preisbewußt renoviert und nicht jeder Empfehlung der Architekten folgt, sind Mietpreise um vier Euro pro Quadratmeter möglich, um den entsprechenden Kundenkreis anzusprechen. Trotz der günstigen Mieten konnten wir unsere betriebswirtschaftlichen Ziele erreichen, die da heißen: Gewinne erzielen.“

Und tatsächlich fiel nicht nur den Langwedeler und Verdener Besuchern auf, dass wenn man den Gebäudekomplex über das Restaurant Port betritt und in Richtung Hafenmuseum geht, auf aufwendige Innenverkleidungen verzichtet wurde.

Ein geeigneter Anstrich und die Erhaltung der alten Dielenböden kombiniert mit moderner Inneneinrichtung verleihen dem Gebäude nicht nur Charme, sondern erfüllen ihren Zweck und tragen dazu bei, dass die Mietpreise attraktiv sind. Ferner hat die Beteiligung einiger Mieter am Ausbau einen weiteren positiven Effekt gehabt.

Als Dankeschön an die Projektplaner des zweitlängsten Gebäudes in Bremen im ehemaligen Europahafen, die insbesondere wesentliche Merkmale der Fassade erhalten haben, winkte eine Auszeichnung durch die Stiftung Denkmalschutz.

Für die Langwedeler war es eine äußerst interessante Kulturfahrt.

Ob die Umsetzung des Projektes Speicher XI als Vorbild für die Akteure des Netzwerks für Kreativ- und Innovationswirtschaft Verden taugt, um dem 2.500 m² Nutzfläche umfassenden Gebäude an der Aller neues Leben einzuhauchen und aufstrebenden Kreativkräften ein neues Zuhause zu bieten, wird die Zukunft zeigen.

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