Sommerausklang beim Verein für Kultur und Geschichte 

Eine alte Kutsche, betrunkene Pferde und Jungschützen

Die alte Kutsche, Johann Cordes und Harald Gerken können so einiges aus der Geschichte Daverdens erzählen – und das haben sie auch getan. - Foto: Hustedt

Daverden - Der Verein für Kultur und Geschichte Daverden hatte zu einem Sommerausklang-Wochenende eingeladen und an beiden Tagen begrüßte die Vorsitzende Theda Henken viele Gäste im Küsterhaus Daverden. Es wurde den Besuchern aber auch wirklich ein vielseitiges Programm angeboten.

Am Sonnabend öffnete Edwin Hodel sein Archiv und zeigte viele seiner gesammelten Postkarten, größtenteils von ehemaligen Gaststätten. Diese interessante Präsentation kommentierte Daverdens ehemaliger Ortsbürgermeister Hans-Hermann Meyer, der besonders auf die Rückseiten der Ansichtskarten hinwies.

Die ersten Exemplare stammen noch vom Ende des 19. Jahrhunderts, so dass es interessant war, was damals so mitgeteilt wurde zu Zeiten, als es weder Telefon noch Internet gab.

Meyer staunte, dass eine Karte von Langwedel nach Göttingen dort schon am nächsten Tag ankam, es wurde nicht nur beim abgehenden Postamt abgestempelt, sondern auch beim Postamt des Empfängers. Ebenfalls bemerkenswert, dass auch in den Zügen abgestempelt wurde, so dass genau nachgeprüft werden konnte, welchen Weg die Karte nahm. Der Abend klang stimmungsvoll am Lagerfeuer aus, es gab Bier und Bratwürste, die Weinstube hatte lange geöffnet.

Am Sonntag stand vor der Tür des Küsterhauses eine alte Kutsche, liebevoll von Brigitte Stootmeyer mit Girlanden und Blumen geschmückt. Über diese alte Kutsche erzählte Johann Cordes, den Alteingesessenen bekannt als Jan Arndt oder Jan Karkhoff. Er war Friedhofsgärtner. Die wohl mehr als 100 Jahre alte Kutsche fand er in der Gastwirtschaft Gütersloh, als diese von Bernhard Juckel übernommen wurde.

Im Wirtschaftsgebäude, aus dem er einen Ackerwagen holte, entdeckte er die mit Spinnengeweben überzogene Kutsche, die Bernhard Juckel ihm schenkte.

In der Gärtnerei wurde die Kutsche dann wieder auf Vordermann gebracht. Die Wagenräder wurden repariert, die Sitze ausgebessert und das Fahrgestell gestrichen. Einen Kutscher fand Johann Cordes in seinem Cousin Wilhelm Cordes und Nedden-Heinz. Als Blumenwagen nahm die Kutsche an Schützen- und Erntefesten sowie am Langwedeler Markt teil, auch Schützenkönig Wilhelm Mattfeldt wurde mit ihr nach Hause gefahren.

Ein besonderes Erlebnis gab es 1980 zum 100-jährigen Jubiläum des Schützenvereins Daverden. Da das Pferd von Wilhelm Cordes lahmte, half Heinrich Vogts aus Eißel aus. Doch das Pferd streikte – lag das etwa am genossenen Alkohol, den ihm die Jungschützen gegeben hatten? Spontan spannten sich Rolf Holtkamp und Otto Krückemeyer vor die Kutsche und zogen diese vom Sportplatz bis zur Freilichtbühne, wo der Festakt vollzogen wurde.

Die alte Kutsche, zu der es soviel Geschichten gibt, stellte Johann Cordes nun dem Verein für Kultur und Geschichte zur Verfügung.

Nach einer kleinen Pause folgte der zweite Vortrag. Harald Gerken berichtete über die Geschichte des Gasthauses Gütersloh/Juckel.

Dazu an anderer Stelle mehr.  

hu

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