Holtebütteler Plattsnackers legen umjubelte Theaterpremiere hin

Comeback der Glitterboys scheitert kläglich

Rückkehr ins Rampenlicht: Vom bürgerlichen Leben in die Scheinwelt des Showgeschäfts zurückzufinden, ist für die „Glitterboys“ alles andere als einfach. Heiner Lindhorst und Jörg Grimm legen sich ihre Paraderollen mächtig ins Zeug. - Fotos: Bruns

Holtebüttel - Von Wiebke Bruns. Das Comeback der Glitterboys ist gescheitert. Statt gefeierter Popstars sind sie vielmehr die „Chicos Arthrosa“, doch gerade das bereitete den mehr als 300 Zuschauern am Sonnabend bei der rundum geglückten Premiere von „För ümmer Disco!“ auf der Freilichtbühne Holtebüttel ganz viel Spaß. Die plattdeutsche Komödie, welche die Holtebütteler Plattnsackers in diesem Sommer bieten, ist absolut sehenswert und dazu besteht noch acht Mal die Möglichkeit.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Die Eventmanagerin Regina Rautenstengel (Sylvia Grimm) will die „Glitterboys“ – verkörpert von Heiner Lindhorst und Jörg Grimm – zurück auf die Showbühne holen. Doch Sänger Andreas Fiesebarg führt mittlerweile ein Leben als Familienvater und Handwerker. Von jetzt auf gleich soll er wieder in die Glitzerwelt mit all ihren Tücken eintauchen. Das stellt ihn vor ungeahnte Probleme. Eines hat einen Namen: Elvira Puvogel (Angelika Bresagk), Fanclub-Leiterin mit amourösen Absichten.

Vor dem Start der Revivaltour braucht es Botoxbehandlungen und Tanzunterricht. Die Männer sind wenig begeistert, doch das Geld lockt, und bei der Gage ist Ehefrau Birgit Fiesebarg (Ursel Haase) schnell zu weiteren Opfern bereit. Die Option aufs Dschungelcamp besteht. „In den Container kann mein Mann auch und notfalls sucht er noch einen Bauern“, verspricht sie zum Entsetzen ihres Gatten.

Über weite Strecken der Aufführung folgt ein Lacher auf den Nächsten. Das Stück ist durchzogen von ganz speziellen Weisheiten, die sich auch auf die pubertierende Tochter (Vineta Grimm) beziehen, denn da sind „die High Heels schon mal höher als der IQ“ und „der Arbeitseifer schaltet in den Energiesparmodus“.

Doch bei allem Wortwitz und den teils schrägen Charakteren, geht es auch um ernsthafte Fragen. Ist der vermeintlich Dumme wirklich der Dumme und der Preis für ein Leben im Rampenlicht am Ende nicht doch zu hoch?

Die sehr unterhaltsame Komödie von Andreas Wening, in der niederdeutschen Fassung von Wolfgang Binder, das Regisseurin Marita Coels in Szene gesetzt hat, bietet ein wirklich überraschendes Ende. Das Stück hatte den Holtebütteler Plattsnackers sofort zugesagt. Verständlich.

Eine super Leistung erbrachten alle zehn Spieler. Wobei keinesfalls unerwähnt bleiben sollen Jürgen Reimers in einer Doppelrolle, Anja Jacobs, Andreas Grimm und Clemens Grimm.

Premiere der Holtebütteler Plattsnackers

Am Mittwoch soll es die nächste Vorstellung um 20 Uhr geben und am Freitag, 29. Juli, bereits um 16.30 Uhr. Danach sind noch sechs Vorstellungen jeweils um 20 Uhr für den 30. und 31. Juli sowie den 3., 5., 6. und 7. August geplant. Alles unter der Voraussetzung, dass auch das Wetter mitspielt. Der Eintritt beträgt acht Euro für Erwachsene, drei Euro für Kinder, und es gibt Gruppenermäßigungen.

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