Ausschuss befürwortet Aufstocken / Heftige Debatte um Langwedeler Stagnation

„Flaschenhals“ im Bauamt:Frischer Wind soll helfen

Hier auf dem Spielplatz hinter dem Daverdener Kindergarten und auf der angrenzenden grünen Wiese (links) wird mit dem Kinderkrippen-Neubau eines der großen aktuellen Projekte des Fleckens Langwedel verwirklicht.
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Hier auf dem Spielplatz hinter dem Daverdener Kindergarten und auf der angrenzenden grünen Wiese (links) wird mit dem Kinderkrippen-Neubau eines der großen aktuellen Projekte des Fleckens Langwedel verwirklicht.

Langwedel - Die Langwedeler Verwaltung selber hält eine personelle Verstärkung des Bauamts für unnötig. Ganz anders sieht es die große Mehrheit im Finanz-, Personal- und Wirtschaftsförderungsausschuss.

Frischer Wind mit neuen Ideen in dem Amt sind ihr äußerst wichtig. Bei nur einer Enthaltung wurde daher auf der jüngsten Ausschusssitzung das von der WGL beantragte Aufstocken der Bauabteilung um eine Stelle befürwortet.

Der Breitbandausbau verzögere sich, es gebe keine Konzepte zur weiteren Ortsentwicklung in Etelsen, Daverden und Langwedel selbst, und auch die Wirtschaftsförderung lasse sehr zu wünschen übrig, hatte Petra Krüler von den Bündnisgrünen moniert. Andere Kommunen stellten allein für den letzteren Sektor eine eigene Fachkraft ein. Vielleicht könne ein junger Mensch, direkt von der Uni und befristet auf zwei Jahre in Langwedel kreative Einfälle beisteuern. In Cluvenhagen und Völkersen weise zudem die Nahversorgung immer größere Lücken auf. „Baustellen“ gebe es im Flecken also genügend, fasste Petra Krüler zusammen.

„Stagnation pur“ sah sogar Lars Lorenzen (CDU).

Hauptamtsleiter Rolf Korb hatte hingegen zuvor darauf hingewiesen, dass mit dem Oberschulbauvorhaben für 15,7 Millionen Euro das größte Projekt im Baubereich seit 1972 angepackt werde. Das zweite große Ding sei der Kinderkrippen-Neubau für rund 1,3 Millionen. Dann gebe es noch die Sporthallensanierung, den Jugendtreff-Ausbau oder auch die Maßnahmen im Gewerbegebiet.

Einige Vorhaben seien bereits abgeschlossen oder soweit planerisch vorbereitet, dass die Belastung im Bauamt nachlasse. Da in den kommenden vier Jahren keine größeren Straßen und Kanalbauprojekte mehr anstünden, sei auch unmittelbar keine zusätzliche Arbeitskraft erforderlich.

Statt dessen schlug die Verwaltung vor, ab 2019 eine neue Bauingenieurs-Stelle vorzusehen, da der jetzige in sechs Jahren das Ruhestandsalter erreiche und ein Nachfolger gründlich eingearbeitet werden müsse.

„Die großen Spitzen im Bauamt sind abgearbeitet“, betonte auch Bürgermeister Andreas Brandt (SPD), der sich heftig gegen Stagnationsvorwürfe zur Wehr setzte.

Der Breitbandausbau gehe nämlich weiter. Der Landkreis habe nur kürzlich eine Infoveranstaltung dazu wegen der Flüchtlingskrise kurzfristig abgesagt. Ein Beschluss zur Entwicklung des Gewerbegebiets liege ebenfalls auf dem Tisch.

Allerdings könne die Gemeinde nicht alles auf einmal verwirklichen und müsse angesichts der zwei Großprojekte Krippen- und Schulbau weitere Prioritäten setzen. Der kommunale Finanzrahmen dürfe dabei nicht gesprengt werden.

Von Stagnation könne wirklich nicht die Rede ein, stimmte Heike Schmitz (WGL) dem Bürgermeister zu. In Langwedel habe sich etwa in Sachen Kitas und Schulen viel entwickelt. Der Antrag auf die Zusatzstelle habe vor allem das Ziel gehabt, die Bauabteilung bei den vielen Aufgaben etwas zu entlasten.

Wolfgang Ewert (SPD) betonte, dass das Problem nicht auf Sachbearbeiter-Ebene zu lösen sei. Vielmehr verenge sich der Flaschenhals nach oben hin, weil alles über den Tisch von Bauamtsleiter Frank Bethge gehe und dieser noch dazu als Wirtschaftsförderer wirken solle.

Thomas Maruhn (CDU), der die Sitzung an diesem Tag leitete, zeigt sich etwas überrascht, weil sich aus dem WGL-Antrag eine solch heftige Diskussion über die Entwicklung des Fleckens ergeben hatte. Sicher sei die Debatte aber sinnvoll und wichtig, betonte er.

la

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