Helmut Drewes und seine Liebe zu kleinen (und großen) Motoren

Klassische Fahrzeuge im kleinen Nindorf

Klein und in den 50-ern sehr beliebt: der „Vicky“-Hilfsmotor für ein Fahhrad der Marke „Victoria“
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Klein und in den 50-ern sehr beliebt: der „Vicky“-Hilfsmotor für ein Fahhrad der Marke „Victoria“

Langwedel - NINDORF · Da tigern ab heute die Freunde alter Autos, Motträder und Traktoren in die Messe Bremen zur „Motor Classic Show“ (noch bis einschließlich Sonntag), schnacken über nichts anderes. Und Helmut Drewes aus Langwedel-Nindorf? Der 78-Jährige hat seine eigene Klassiker-Schau zuhause. Im Keller, in der Garage, in einer kleinen Halle.

Drewes große Leidenschaft sind Mofas und Mopeds aus der Zeit nach der Währungsreform, nach 1948. Da hat er selbst Mechaniker und Autoschlosser gelernt. An der Liebe zu den Motoren hat sich auch nichts geändert, als er Jahrzehnte lang bei der Bundespost als Entstörer gearbeitet hat. Das war seinem Hobby sogar eher förderlich.

„Na, ja. Da bin ich ja auch über Land gekommen...“ Und bei dem einem oder anderen Bauern ließ sich schon das eine oder andere Schätzchen entdecken. Wenn auch meist in jammervollem Zustand. Aber das ist ja gerade das Schöne für einen wie Drewes, wenn er eine alte Maschine wieder fertig machen kann.

Etwa ein „Victoria“ Fahrrad mit Hilfsmotor Typ „Vicky“ aus Nürnberg. „Baujahr 53. Hat zwei Gänge und lief damals sehr gut.“ Die Velosolex aus Frankreich hat er, weil die einen Kardanantrieb und Scheibenbremse hinten hat.

Es darf auch schon mal ein altes Motorrad sein. „Aber die großen Dinger sind nichts für mich, die kleinen mag ich lieber.“ NSU, Linder, DKW, Imme - „Ganz was Seltenes“ - Triumph, NSU, Flink, Falter, Hercules. Bei Helmut Drewes lässt sich einiges an Motor-Geschichte finden. Manche Sachen sind restauriert, an anderen ist noch was zu tun. „Aber Neues hole ich mir nicht mehr dazu.“

Wenn da mal einer Probleme mit seinem Oldie hat, der kommt zu Drewes. „Meist haben die Probleme mit der Zündung.“ Die der Meister dann in seiner Kellerwerkstatt zu beheben versucht.

Wenn bis jetzt nur vor Zweirädern gesprochen wurde, heißt das noch lange nicht, dass da in Nindorf nicht noch mehr geht. Schon lange restauriert hat Drewes sein Borgward Dreirad „Goliath“ von 1935. Daneben steht ein „Tempo“ Dreirad. „Auch aus den Dreißigern.“

Auf dem Langwedeler Markt war schon der „Primus“ Straßentrecker mit seiner Fahrerkabine aus Holz zu sehen. „8 PS-Motor, ein Riesending. Meist haben Kohlenhändler diese Trecker gefahren, wenn sie ihre Pferde abgeschafft haben. Meiner ist aber aus ‘ner Mühle.“

Dann ist da wieder ein Fahrrad mit Hilfsmotor. „Kommt aus Verden. Wurde auf dem Gelände der heutigen VEMAG gebaut. Verdener Motorenwerke nannten die sich. Die Lizenz hatten die aus Holland. Ob da auch die Teile herkamen, weiß ich nicht.“

Dann ist da ein Ford „Köln“ aus dem Jahr 1933. Und ein „Rex“-Moped. „Mit dem fahr ich heute noch. Niedriger Einstieg, da komm‘ ich auch gut rauf.“

Außerdem war da noch ein Lanz Bulldog, Baujahr 1922, 12 PS - wohl einer der ältesten Trecker in unserer Gegend und einer der ersten Bulldogs. Bloß, den kann Helmut Drewes in diesen Tagen nicht zuhause zeigen und erklären. Das gute Stück hat sich der Lanz-Bulldog-Club Backsberg ausgeliehen. Für seinen Stand auf der Bremen Motor Classics Show. · jw

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