Nötigung, Beleidigung und Köperverletzung in Bendingbostel: Zeugenaussagen

Verteidiger fordern psychologisches Gutachten

Bendingbostel - Die Verteidiger in dem Landgerichtsprozess um sexuelle Nötigung, Beleidigung und Körperverletzung einer 17-Jährigen in Bendingbostel haben die Verteidiger heute die Einholung eines aussagepsychologischen Gutachtens beantragt. Sie haben Zweifel, dass das Opfer auf Grund seiner Behinderung das Geschehen so wiedergeben kann, wie es die Staatsanwaltschaft den beiden 19 und 25 Jahre alten Angeklagten aus Etelsen zur Last legt.

Außerdem wollen sie eine weitere Zeugin laden lassen, die während des betreffenden Wochenendes im September 2014 von dem Opfer, den Angeklagten und der mittlerweile Verlobten des 25-Jährigen besucht worden war. Die Zeugin habe dabei auch mit der 17-Jährigen gesprochen und diese habe mit keinem Wort gesagt, dass sie den Rest des Wochenendes nicht in der Wohnung der beiden Angeklagten in Bendingbostel verbringen will.

Der Besuch bei der Zeugin sei am Sonnabend gewesen. Laut einem heute gehörten Zeugen war es bereits am Freitagabend auf der Fahrt von Bremen nach Bendingbostel zu ersten Tathandlungen gekommen. Sie hätten eine Pinkelpause in einem Wald eingelegt. Dort habe der 19-Jährige der 17-Jährigen gesagt, dass sie auch aussteigen solle. „Dann ist er um das Auto herumgelaufen und hat sie angestrullert“, berichtet der 27-Jährige. Bei dem Zeugen handelt es sich um einen Bekannten der Angeklagten. Er war zumindest zeitweise am besagten Wochenende auch zu Gast in der Wohnung. Der Zeuge konnte sich sogar daran erinnern, was er damals gekocht hatte und dass der Geschädigten davon auch etwas angeboten worden sei. Sie habe aber nichts gewollt. Der 19-Jährige habe sie immer wieder geärgert und angespuckt. Daran sei der 25-Jährige nicht beteiligt gewesen und habe auch keine Anweisungen dazu erteilt.

Gehört wurde als weiterer Zeuge der Vater des 25-Jährigen. Dieser bestätigte, dass sein Sohn ihn damals in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag angerufen habe. „Er sagte, sie hätten zwei Mädchen in der Wohnung und dass ein Mädchen unbedingt nach Hause gehen will“, berichtete der 64-Jährige. Weil der Sohn ihm gesagt hatte, nicht mehr fahren zu können, habe er ihm geraten, die damals erst 17-Jährige dort zu behalten und am nächsten Morgen nach Hause zu fahren. Warum das Mädchen noch bis Montag in der Wohnung geblieben ist, konnte der Zeuge nicht sagen. Der Prozess soll am 28. Juli um 9 Uhr fortgesetzt werden. - wb

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