Familie Baars/Kaese freut sich über Nester auf dem Hof 

Tägliches Schwalbenkonzert

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Die „Schwalbenfamilie“ mit (von links) Michael, Carsten und Susanne Baars sowie Hans und (rechts) Irmtraud Kaese mit Heinrich Lühmann vom Nabu (Zweiter von rechts). 

Hohenaverbergen - Ein Schwalben-Konzert begleitet das Ehepaar Susanne und Carsten Baars aus Hohenaverbergen vom Frühling bis in den Herbst bei ihrer täglichen Hofarbeit. Auch Sohn Michael und die Großeltern Hans und Irmtraud Kaese freuen sich über das wohlklingende Gezwitscher der Schwalben-Kolonie auf dem Hof.

„Insgesamt haben wir in dieser Brutsaison mehr als 70 Nester gezählt, allein auf der Diele sind es über 40 Nester von Rauchschwalben. Dazu kommen noch zwölf Mehlschwalbennester an den Außenwänden sowie elf Nester in der Scheune“, erzählte Carsten Baars. Dieses harmonische Zusammenleben von Vogel und Mensch und das Engagement der Familie veranlasste den Nabu Kirchlinteln, mit der Plakette „Hier sind Schwalben willkommen“ den hervorragenden Einsatz für den Artenschutz zu würdigen.

Heinrich Lühmann und Jürgen Thran informierten sich bei einem Besuch über die Arbeit, die täglich auf einer Hofstelle erledigt wird und zeigten sich beeindruckt: „Schwalben sind darauf angewiesen, dass sie von den Menschen in ihrer direkten Umgebung toleriert werden.“ Leider würden Nester aber von vielen Hausbesitzern aus Angst vor Verschmutzung trotz des Verbots nach dem Naturschutzrecht abgeschlagen, dabei könne ein Kotbrettchen unter dem Nest einfach Abhilfe schaffen.

„Wenn uns im Frühjahr die entfernten Laute der ersten Ankömmlinge deren Ankunft ankündigen, freuen wir uns schon sehr auf die vielen Schwalben, die bald folgen“, bemerkte Carsten Baars. „Für uns ist das eine Begleitmusik, bei der uns die Stallarbeit viel leichter von der Hand geht.“

Für die Familie ist es selbstverständlich, das Oberlicht der Dielentür auch nachts offen zu halten, um den regen Flugverkehr nicht zu behindern. Die Tiere inspizierten die noch vorhandenen Nester des Vorjahres und renovierten sorgfältig die noch geeigneten Bauten.

In der Schwalbensaison sei auf dem Hof eine Pfütze als Quelle für Trinkwasser grundsätzlich immer vorhanden und werde bei Bedarf mit Leitungswasser aufgefüllt, erläuterte Baars. „Die Schwalben trinken im Flugmanöver das Wasser und nutzen den Schlamm für den Bau der Nester, manchmal baden sie sogar in der Pfütze.“

Die Schwalben begleiten mit ihrem Gezwitscher vom Frühling bis zum Herbst die Arbeit auf dem Hof.

In diesem Jahr hätten die Hohener Schwalben anfangs allerdings eine harte Zeit erlebt. Aufgrund von späten Nachtfrösten hätten sie nicht genügend Futter gefunden und die Fliegen auf der Diele seien als Nahrung schnell aufgebraucht gewesen. Mindestens zwei Schwalben hätten den Hungertod erlitten und einige seien auch weiter geflogen, vermutet der Landwirt. Tote Fliegen aus dem elektrischen Fliegenfänger seien nicht mehr als ein „Tropfen auf den heißen Stein“ gewesen. „Gut war es, dass sie noch keine Brut zu versorgen hatten, denn bei Kälteperioden und Nahrungsknappheit wie in anderen Jahren im Mai und Juni sind die Schwalben gezwungen, über ihre Nachkommen zu richten.“ Dabei wurde beobachtet, dass die Schwächsten aus dem Nest in den Tod geworfen wurden, damit die Stärksten überleben konnten. „Aber in diesem Jahr blieb uns der Fund von halbtoten oder toten Küken auf dem Boden glücklicherweise erspart“, freute sich die Familie.

Da die Schwalbenpärchen oft zwei Bruten mit je drei bis sechs Küken je nach Futterangebot großziehen würden, komme auf ihrer Hofstelle in guten Jahren ein beachtlicher Nachwuchs zustande.

Im Frühherbst würden die allerletzten Schwalben ihre Nester verlassen. Alle Mitglieder der Familie Baars-Kaese hoffen dann, dass sie putzmunter im Frühjahr zurückkehren.  

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