„Politischer Frühschoppen“ beim Rübenmarkt

Mit spitzer Zunge und feiner Ironie

Landrat Peter Bohlmann überreichte Dörte Wöbse-Hogrefe einen Kürbis aus seiner „Mini-Landwirtschaft“. - Foto: Röttjer

Kirchlinteln - Die verbale Dresche über die Kommunalpolitik und die mit spitzer Zunge und feiner Ironie kommentierten Ereignisse des Jahres in Kirchlinteln der Moderatoren Dörte (Wöbse-Hogrefe) und Fred (Martens) prägten den „politischen Frühschoppen“ beim Frühstück zum Rübenmarkt.

Drei im Ort kontrovers diskutierte Themen waren zu einem fiktiven Radiobericht verarbeitet worden. Zum einen die Debatte um den Neubau des Edeka-Supermarktes in der Ortsmitte. Diese solle, überspitzt gesagt, unter dem Motto „Tatort Ortskern Kirchlinteln“ dazu geführt haben, dass Menschen befürchten, dass im Ort Verbrecher wohnen.

Auch das Thema Wolf nahm sich das Duo vor. Zum einen hätten die Älteren Angst um ihre Kinder, die Bauern sähen ihn als Killer und die Jäger fürchteten um ihre Wildbestände. Aber der Nabu freue sich über jeden Wolf und gebe Ratschläge über das Verhalten bei einer Begegnung: nicht weglaufen, sondern stehen bleiben und schauen was passiert; das müsse die Bevölkerung aber noch üben, am besten mit Wolfskursen für Kinder an der Schule sowie für die Erwachsenen an den Volkshochschulen. „Aber am besten ist es, sie zeigen uns das in der Praxis.“

Außerdem ging es um den Abbau der Paketstation, die nach Worten des Duos praktisch in einer Nacht-und-Nebel-Aktion erfolgt sei und ohne Widerhall in der Kommunalpolitik und im Rathaus geblieben sei. Jetzt sei nichts mehr zu machen, man könne aber vielleicht einen Zettel am Briefkasten anbringen, dass die Päckchen und Pakete im Rathaus abgegeben werden könnten.

Ein anderes Thema war der Wahlerfolg „vun de Swatten“, der den „Röbenbuur“, das neue Gemeinderatsmitglied Wilhelm Hogrefe, dazu veranlasst habe, „Horsti“ Seehofer zum Rübenmarkt einzuladen, damit er sehe, wie auch ohne Angriffe auf die Kanzlerin mehr als 50 Prozent der Wählerstimmen eingefahren werden könnten. Aber als erstes wolle er beim Gemeinderat eine Selbstverpflichtung aller Ratsmitglieder beantragen, am Rübenmarkt teilzunehmen.

Glimpflich ging es zumeist für die bekannten Köpfe der Kommunalpolitik ab. Lediglich Ratsherr Frank-Peter Seemann geriet wegen seines „Gebells gegen die politischen Gegner“ ins Blickfeld. Landrat Peter Bohlmann wurde als „Storchenvater von Verden“ bezeichnet und erhielt als Geschenk eine „önnige“ Arbeitshose. Sie habe nicht mit ansehen können, wie er in einer Arbeitshose auf einem Foto ausgesehen habe, sagte Dörte. Bohlmann bedankte sich mit einem Kürbis aus seiner „Mini-Landwirtschaft“.

Landarzt erzählt Witze auf Platt

Bürgermeister Rodewald zeigte sich froh darüber, dass von Rechts- oder Linksaußen keiner bei der Kommunalwahl kandidiert habe. Dass das Getöse vor einer Wahl immer zunehme, müsse wohl so sein. Er würdigte das langjährige Engagement des nicht mehr im Gemeinderat vertretenen „lütten Königs vun Armsen“ Friedel Koch und des „politischen Schwergewichts“ Günter Lühning. Auch freue er sich auf ein gutes Miteinander mit einem so gewieften Landespolitiker wie Wilhelm Hogrefe.

Eine volle Kirche wünschte sich Pastor Dennis Oswich, der wie Adrian Mohr in einer Rede auf „Platt“ überzeugte. Christina Jantz-Hermann will sich für die plattdeutsche Sprache einsetzen und der Landarzt Dr. Dirk Wieters, mit der Sprache groß geworden, begeisterte im Grußwort mit zum Teil nicht ganz jugendfreien Witzen. 

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