„Seien wir tatenfreudig und gelassen“

Gemeinderat Kirchlinteln konstituiert sich

Dankesworte und Blumen gab es für die scheidenden Ratsmitglieder. Auf dem Foto von links: Michael Kyritz, Bernd Maas, Susanne Bödecker (alle SPD), der neue Ratsvorsitzende Wilhelm Hogrefe, Günter Lühning (CDU), Bürgermeister Wolfgang Rodewald, Friedel Koch (SPD), Hans-Jürgen Bothe, Reiner Winkelmann und Torsten Wöbse (alle CDU). Es fehlt Norvert Svenson (Grüne). - Foto: Raczkowski

Kirchlinteln - Die Aufgaben und Posten sind verteilt, die Geschäftsordnung ist überarbeitet und die Stimmung gut: Am Mittwochabend hat sich im Dorfgemeinschaftshaus Armsen der neue Rat der Gemeinde Kirchlinteln konstituiert. In diesem Rahmen hieß es auch Abschied nehmen von einigen verdienten Lokalpolitikern.

Doch bevor es ans Eingemachte gehen konnte, musste jemand gefunden werden, der die Sitzung leitete, bis ein neuer Vorsitzender gewählt worden war. Rolf Sievert war das älteste dazu bereite Ratsmitglied, und so sorgte der erfahrene Grünenpolitiker für einen reibungslosen Ablauf der Sitzung, die mit einer förmlichen Verpflichtung der Ratsmitglieder durch Bürgermeister Wolfgang Rodewald begann.

Der bisherige Ratsvorsitzende, Arne Jacobs, übernimmt künftig die Funktion des CDU-Fraktionsvorsitzenden und trat deswegen nicht mehr zur Wahl an. Das Gremium wählte zu seinem Nachfolger einstimmig Wilhelm Hogrefe, der zwar neu im Gemeinderat ist, aber als ehemaliger Landtagsabgeordneter und langjähriges Kreistagsmitglied einiges an Erfahrung mitbringt. Nach seiner Wahl hielt der Luttumer Politiker eine kurze Rede an den neuen Rat, die mit den Worten schloss: „Nehmen wir uns selbst nicht so wichtig, Denken wir zuallererst an das Gemeinwohl.“ Er wünsche sich einen „tatenfreudigen“ und „gelassenen“ Rat, in dem die Mitglieder „respekt- aber auch humorvoll“ miteinander umgehen.

Nach seiner Wahl galt es zunächst einmal, Abschied zu nehmen. Zahlreiche Ratsmitglieder aus der letzten Ratsperiode werden künftig nicht mehr dabei sein , und Bürgermeister Wolfgang Rodewald verabschiedete jeden einzelnen von ihnen so, wie sie zu Beginn ihrer Amtszeit auch verpflichtet worden waren: mit einem Handschlag. Dazu gab es ein Blumenpräsent.

Zwei von den Verabschiedeten sind – allein schon wegen ihre langen Amtszeit – gesondert zu erwähnen. Zum einen Friedel Koch, der für die SPD 30 Jahre im Rat saß. Für diesen Einsatz gab es nicht nur eine Urkunde vom Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund (NSGB), sondern auch eine Ehrennadel in Silber. Friedel Koch wird außerdem auch sein Amt als Ortsvorsteher von Armsen abgeben. Unter tosendem Beifall wurde das Armser Original verabschiedet.

Für 25 Jahre im Rat bekam Günter Lühning aus Otersen, der bisherige Fraktionsvorsitzende der CDU, eine Urkunde vom NSGB. Vom Bürgermeister gab es einen persönlichen Dank: „Du bist ein politisches Schwergewicht. Wir waren manchmal unterschiedlicher Meinung, und das hast du mir dann auch immer deutlich gesagt. Aber das Miteinander mit dir war immer konstruktiv, und es wird mir auch ein Stück weit fehlen.“ Lühning selbst, der sich auf Kreisebene weiterhin engagieren wird, sagte: „Ich mag manchmal ein harter Hund gewesen sein, aber ich habe dabei immer die Ziele für die Gemeinde im Blick gehabt.“

Nach den Abschieden ging es für den neuen Rat darum, sich auf eine Geschäftsordnung zu einigen, was nach kurzen Diskussionen auch gelang. So setzte die SPD ihren Wunsch durch, dass es auch künftig zu Beginn und am Ende jeder öffentlichen Sitzung eine Einwohnerfragestunde geben wird. Des Weiteren ging es um Eilanträge, Protokolle sowie die so genannte Sechs-Monats-Regel, die besagt, dass wenn der Rat einen Beschluss fällt, das gleiche Thema in den kommenden sechs Monaten nicht wieder auf die Tagesordnung gesetzt werden darf. Hierzu gab es noch Gesprächsbedarf, weil die SPD diesen Passus streichen wollte, sich damit jedoch nicht durchsetzen konnte. Am Ende konnte der Beschluss über die Geschäftsordnung aber einstimmig gefasst werden.

Die Grünen, die die Chance auf einen Sitz im Verwaltungsausschuss gehabt hätten, falls sie im Losverfahren gegen die SPD gewonnen hätten, verzichteten auf diese Option und setzten stattdessen durch, jeweils ein weiteres beratendes Mitglied in zwei Ausschüssen stellen zu können. Es folgte die Besetzung der Ausschüsse und ihrer Vorsitze sowie die Wahl von Vertretern der Gemeinde in Unternehmen und Einrichtungen.

Als dies dann auch geklärt war, gab es zum Abschluss natürlich traditionell noch eine Einwohnerfragestunde, bei der sich allerdings nur ein Armser Bürger zu Wort meldete. „Wer hat jetzt Lust, einen zu trinken?“, wollte Friedel Koch wissen. Und so klang die erste Sitzung des neuen Rates am Tresen im Dorfgemeinschaftshaus in guter Stimmung aus.

rei

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