Schul- und Gemeindebücherei Kirchlinteln feiert 50. Geburtstag

Ein Ort des Rückzugs

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Freuen sich auf viele Gäste: Heilwig Dyck und Ingrid Albrecht (von links). ·

Kirchlinteln - KIRCHLINTELN · Was mal ganz klein, in einem Schrank, angefangen hat, ist längst eine Institution: die Schul- und Gemeindebücherei Kirchlinteln. 50 Jahre jung wird die Einrichtung und das soll gefeiert werden. Ein Treffpunkt für alle, ob jung oder alt, und so sind eben auch alle zum Geburtstag eingeladen, und zwar am Donnerstag, 13. März, ab 19 Uhr.

Wer durch die Tür der Bücherei in Kirchlinteln, in der Schule am Lindhoop geht, der lässt den Stress des Alltags zurück. Es ist ein ruhiger Ort. Dass dem so ist, darum kümmern sich zu allererst Heilwig Dyck und Ingrid Albrecht. Beide sind in der Einrichtung fest verwurzelt, Heilwig Dyck seit 14 Jahren, Ingrid Albrecht nur zwei Jahre weniger. „Wir sind ein eingespieltes Team“, so das Duo.

Und das funktioniert. Bücher sind keine Ware, auch da herrscht zwischen den beiden Frauen Einigkeit. Vielleicht ein Stück weit Lebensgefühl. Das versuchen sie ihren überwiegend jungen Besuchern zu vermitteln. Es klappt nicht immer, aber steter Tropfen höhlt den Stein. „Wer uns um Rat fragt, der bekommt eine Antwort.“ Ob für ein Referat, einen Aufsatz oder nur aus Neugier, ohne einen hilfreichen Tipp verlässt keiner die Bibliothek.

Unverzichtbar ist das Engagement der „Institution“ bei der Versorgung der Klassen mit der notwendigen Literatur. „Da arbeiten wir eng mit den jeweiligen Fachlehrern zusammen. Auch das klappt bestens“, so die Erfahrung aus vielen Jahren.

Doch nicht nur als Schulbücherei ist die Einrichtung gefragt. „Bei uns im Regal stehen zudem aktuelle Kinder- und Jugendbücher, die wir gerne verleihen.“ Außerdem kümmert sich das Duo gemeinsam um Nachschub im Bereich der Erwachsenen-Literatur. „Soweit es unsere finanziellen Möglichkeiten zulassen“, schränkt Heilwig Dyck ein. Es sind Krimis, aber auch Biografien. „Hin und wieder wagen wir mal ein Experiment und sind immer gespannt, ob es ankommt.“

Die Bücherei, das ist eine ganz besondere Erfahrung von Heilwig Dyck und Ingrid Albrecht, ist aber nicht nur Bücherei. Sie ist zugleich Treffpunkt und Ort der Begegnung: „Wenn es zur Pause klingelt, ist der Raum schnell voll. Einige lesen, andere sind auf der Suche nach einem Rückzugsort, wollen einfach nur chillen“, hat Ingrid Albrecht beobachtet. Meistens wird sich an die geforderte Zimmerlautstärke gehalten. Wird die Ruhe dennoch gestört, greifen die Bibliotheksleiterinnen vermittelnd ein. „Wir sind ein Raum, wo Streit nicht stattfindet. Das wissen die Schüler, und es wird von ihnen auch akzeptiert.“

50 Jahre Schul- und Gemeindebücherei. Wird das Buch trotz Internet und elektronischer Medien auch die nächsten 50 Jahre überleben? Heilwig Dyck und Ingrid Albrecht brauchen nicht lange zu überlegen: „Es wurde zwar immer wieder totgesagt, aber das Buch stirbt nicht aus“, kommt es wie aus einem Mund.

Darauf wollen die Verantwortlichen anstoßen. „Wir haben viele Einladungen verschickt, kommen dürfen aber alle, die Lust haben, mit uns zu feiern“, betonen die beiden Frauen. · mw

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