Jury des Gewässerwettbewerbes besichtigt Gohbach

Renaturierung am Gohbach keine Eintagsfliege

Anke Willharms (rechts) zeigt den Gewässerexperten einen neu angelegten Strömungslenker im Gohbach bei Kohlenförde. - Fotos: Leeske

Kohlenförde - Von Henning Leeske. Keine Eintagsfliege ist die Renaturierung am Gohbach in Kohlenförde. Dies wurde zum Beispiel durch den Fund einer Eintagsfliegenlarve in der Wasserprobe deutlich, als die Expertenjury des Gewässerwettbewerbes „Bach im Fluss“ am Gohbach Station machte.

Ein Vorkommen dieser Larven sei ein Indikator für besonders gute Wasserqualität eines Baches, erklärten die Umweltschützer des Vereins Aktion Fischotterschutz. „Bach im Fluss“ ist ein Wettbewerb nachhaltiger Naturschutzprojekte, der vom Niedersächsischen Umweltministerium in Kooperation mit dem Städtetag, dem Städte- und Gemeindebund und dem Landkreistag durchgeführt wird.

Unter der Federführung des Vereins Fischotterschutz wurden an mehreren Stellen gezielte Renaturierungen zur strukturellen ökologischen Aufwertung des Kirchlintelner Allerzuflusses durchgeführt. Der Vorsitzende Dr. Oskar Kölsch erläuterte mit seinen Mitstreiterinnen Anke Willharms und Katrin Wolf das Projekt in Kohlenförde. „Es lohnte sich, weil der Gohbach ein interessantes Gewässer ist und dort noch nicht viel gemacht wurde“, erklärte der Agrarwissenschaftler.

Die Jury besteht aus sieben Fachleuten auf dem Gebiet der Gewässerkunde und ist beispielsweise mit Joachim Wöhler vom Niedersächsischen Umweltministerium und Peter Sellheim vom Landesbetrieb Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz kompetent besetzt. Auf einer dreitägigen Rundreise durch Niedersachsen bereist die Gruppe 13 Projekte, die von 30 Bewerbungen in die engere Wahl gekommen sind.

Katrin Wolf, Anke Willharms und Corvin Meyer (v.l.) finden eine Eintagsfliegenlarve in der Wasserprobe aus dem Gohbach bei Kohlenförde.

Am Gohbach wurde insbesondere durch den Bau von Strömungslenkern und die Installation von Totholzbarrieren die Fließgeschwindigkeit deutlich verringert, wodurch die Bildung von Kiesbänken gefördert werden soll. Weiter konnten einige Sohlabstürze entfernt werden, damit Fischwanderungen von Forelle und Lachs wieder möglich werden. So sei auch eine Nahrungsgrundlage für den Fischotter geschaffen, hieß es von Kölsch.

Außerdem sei die lokale Vernetzung im Sinne des Naturschutzes sehr wichtig, erklärte Anke Willharms auf dem Rundgang und dankte dabei ausdrücklich den Kohlenförder Anliegern Cord Meyer und Frederik von Bremen für ihr Engagement. Meyer verpachtete einen Teil seiner Wiesen am Gohbach langfristig an den Verein und ermöglichte so unter tatkräftiger Mithilfe die Pflanzung von Erlen und Eschen in der Bachaue.

Außerdem wurden im sehr feuchten, nicht bewirtschaftungsfähigen Teil der Wiesenlandschaft sogenannte Blänken (Tümpel) für die amphibische Fauna angelegt. Die restliche Fläche wird weiterhin als Futterquelle für sein Milchvieh genutzt.

Ein weiteres Modul des Vereins ist die Umweltbildung an jährlich 40 Schulen im Allertal mit dem Aller-Mobil. Dies veranschaulichte Katrin Wolf der Jury anhand eines Strömungsmodells und mit dem Analysekoffer für die Wasserqualität.

Die Expertenrunde zeigte sich vom Fachwissen und Engagement der Fischotterschützer und der Anlieger in Kohlenförde beeindruckt und lud zur Preisverleihung in Hannover im Oktober ein. Dort werden der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel und der Präsident des Städtetages Frank Klingebiel den siegreichen Beiträgen die „Niedersächsischen Bachperlen 2016“ samt Preisgeld sowie den Sonderpreis der Bingo-Umweltstiftung verleihen.

lee

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