Biogasanlage beliefert 45 Kunden in Kirchlinteln 

Fernwärmeversorgung nachhaltig gesichert

Hier kommt das Heißwasser an. Bürgermeister Wolfgang Rodewald (links) mit Joachim Köhler vor dem Pufferspeicher im Keller des Rathauses Kirchlinteln. - Fotos: Leeske

Kirchlinteln - Von Henning Leeske. „Auch in den nächsten Jahren werden wir unsere Kunden zuverlässig mit der Fernwärme aus unserer Biogasanlage beliefern“, sagte Landwirtschaftsmeister Joachim Köhler zu den Zukunftsaussichten seiner Anlage in Kirchlinteln. Denn neben der Stromproduktion werden durch die Abwärme der Blockheizkraftwerke (BHKW) viele Wohn- und Nutzgebäude in der Ortschaft geheizt.

Seit 2007 steht die Biogasanlage an der Kükenmoorer Straße außerhalb der Ortslage von Kirchlinteln. Zwei Millionen Euro Investitionskosten waren für ihren Aufbau notwendig. Zwei BHKW erzeugen den Strom, der direkt in das Netz der EWE eingespeist wird. Die Wärme wird über zwei Fernwärmenetze im Ort zu den Abnehmern geliefert. Die zwei Netze waren nötig, da das erste Kleinkraftwerk direkt bei der Biogasanlage betrieben wird und das zweite BHKW auf der Hofstelle an der Wehrstraße seinen Standort hat. Deswegen gibt es extra eine Biogaspipeline zur Hofstelle.

Insgesamt konnte Köhler 45 Kunden an seine Fernwärmenetze anschließen, So sei jährlich eine Einsparung von 340 000 Kubikmeter Erdgasverbrennung zu erzielen, da pro Jahr 3,4 Millionen Kilowattstunden Heizleistung geliefert würden. Etwas problematisch sei, so Köhler, dass seine Anlage bei viel Windstrom oder Sonnenenergie aus der Netzzentrale des Energieversorgers heruntergefahren wird. „Das kann dann je nach Wetterlage schon mal ein paar Tage dauern.“ Er berichtet, dass in Schleswig-Holstein für Biogasanlagen mit Fernwärme schon eine Regelung gefunden wurde, damit die Leistung in solchen Fällen nicht auf Null gedrosselt werden muss. „Denn wenn die Motoren still stehen, gibt es auch keine Wärme und die Heißwasserkunden müssen konventionell mit Erdgas heizen“, so Köhler etwas enttäuscht, da dies teilweise auf seine Kosten geschieht.

„Wir verwenden für unsere Anlage neben Mais auch Gras, Hirse und speziell gezüchtete Getreidepflanzen.“ Verärgert zeigte sich Köhler, dass es für das Projekt „Wildkräuter für Biogas“ von der Bayrischen Landesanstalt für Gartenbau keinerlei Rückmeldung gab und die vielen Bemühungen auf dem Gebiet der Diversifizierung der Feldfrüchte im Sande verliefen, obwohl der Landkreis sich intensiv bei dem Vorhaben engagiert hatte.

Zu den Wärmekunden von Köhler gehört auch die Gemeinde Kirchlinteln mit ihren Gebäuden unweit der Anlage. So werden der Kindergarten, die Feuerwehr, der Bauhof und das Rathaus mit Fernwärme geheizt. Bürgermeister Wolfgang Rodewald zeigt sich sehr erfreut, dass die Gemeinde dreifach von diesem nachhaltigen Heizungssystem profitiert. Zum einen wurden die kostenintensiven Investitionen in eine neue Heizungsanlage von Köhlers Biogas KG übernommen, zum Anderen gebe es Einsparungen bei den laufenden Kosten. „Schlussendlich verbleibt die Wertschöpfung auch steuerlich bei der Gemeinde, da die Biogas KG selbstverständlich ihre Gewerbesteuern hier bei uns zahlt.“

Alleine durch die neue Heizungsanlage werde ein Drittel weniger Energie für die Erwärmung der Gebäude verbraucht und die variablen Kosten hätten ein Einsparungspotenzial von mindestens zehn Prozent pro Kilowattstunde, erläuterte Rodewald weiter. Denn im Vertrag mit der Biogas KG sei der Stadtgaspreis der externe bestimmende Faktor für den Preis der Biogaswärme, der überdies in Fünfjahresschritten weiter gesenkt würde. „Daher stehe ich aus Sicht der Verwaltung allen Unwägbarkeiten auf den Energiemärkten gelassen gegenüber“, stellte Rodewald fest und freute sich auf eine weitere nachhaltige Zusammenarbeit mit der Biogas KG. - lee

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