Kinder der Schule am Lindhoop durchforsten Hügelgräber

Entkusseln lässt die Heide blühen

Nach getaner Arbeit: Schüler, Lehrer und Helfer vom Nabu Kirchlinteln vor einem Hügelgrab. - Fotos: Leeske

Kirchlinteln - Der Heimatdichter Hermann Löns hätte sicherlich seine Freude gehabt zu sehen, wie sich Kinder der Schule am Lindhoop duch die Hügelgräberheide arbeiteten und damit für den Erhalt des Bewuchses sorgen. „Entkusseln“ nennt es der Experte.

Unter Anleitung von Mitgliedern des Naturschutzbundes (Nabu) Kirchlinteln halfen zwei fünfte Klassen, junges nachwachsendes Gehölz wie Birken oder Kiefern aus dem Boden zu ziehen. Nicht ganz ohne, denn die Bäumchen müssen dabei samt Wurzeln herausgerissen werden. Wird die Pflege vernachlässigt, ist es mit der Heideblüte bald vorbei. Besonders die genügsamen Baumarten würden sich ansiedeln und langfristig das schon 80 Jahre alte Naturschutzgebiet Hügelgräberheide durch Verwaldung zerstören.

Lehrerin Sandra Möller entfernt junge Bäume mit ihren Fünftklässlern aus der Heide.

Außerdem wurde die Heide an anderer Stelle im Naturschutzgebiet durch Abplaggen verjüngt. Dabei wird mit großem Gerät, wie Bagger und Muldenkipper, die komplette Humusschicht bis auf die erste Sandschicht abgetragen. Die Radikalkur führt dazu, dass unerwünschte Vegetation in dem Biotop entfernt wird und die Pionierpflanze Heidekraut sofort wieder sprießt, da noch etliche Samen im Boden enthalten sind. Folglich wird sich die spezielle Fauna, wie zum Beispiel die streng geschützte Zauneidechse, nachhaltig in der Kirchlintelner Heide wohlfühlen. Ein Jungbrunnen ganz frei nach Löns: „Grün ist die Heide, die Heide wird grün bleiben.“

Eigentümer der zehn Hektar großen Heidefläche ist das Land Niedersachsen. „Immerhin investieren wir als Niedersächsische Landesforsten ungefähr 4.000 Euro in die Maßnahme“, erklärte Förster Michael Müller. Sukzessiv werde jedes Jahr ein bis zu zwei Hektar großer Teil der Gesamtfläche aufgefrischt, so Müller. Lange ist es her, dass noch Landwirte die Heide abplaggten, als Stallstreu nutzten und den Dung auf die Felder warfen. So regelte sich damals der Bestand von allein.

Aber auch heute profitiere die Landwirtschaft vom Abtragen der Humusschicht, da der Abraum auf den benachbarten Feldern als Dünger verteilt werde, so Müller. Doch auch das Land komme auf seine Kosten, denn damit entfalle der lange und umständliche Transport zur Deponie nach Beppen. Heide sei und bleibe eine vom Menschen geschaffene Kulturlandschaft, so Müller.

Ohne intensive Pflege geht es nicht. Dabei droht dem Kraut neben Wildwuchs weiteres Ungemach. Der Heideblattkäfer sorgte 2012 und 2014 für braune Flächen in dem Naturschutzgebiet. Gräser und Hölzer rückten nach. „Daher werden wir auch die Beweidung durch Schafherden einsetzen, um das Heidekraut kurz zu lassen und andere Pflanzenarten in Schach zu halten“, erläuterte Antje Mahnke-Ritoff, Vertreterin der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Verden. Besonders erfreut war sie über den Kooperationsvertrag mit der Schule am Lindhoop und allen anderen Beteiligten, zu denen auch die Gemeinde Kirchlinteln zählt.

Die Mitglieder des Nabu-Ortsvereins waren von der Begeisterung der Schüler und deren Engagement für die Natur sehr beeindruckt und staunten nicht schlecht, wie eifrig die kleinen Naturschützer mit anpackten. - lee

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