Kirchlintler besuchen tschechische Partnergemeinde Letovice

Eine Linde als Zeichen der Freundschaft

Hermann Meyer (l.) überreicht im Namen der letztjährigen Europatreffen-Teilnehmer eine Spende an Erik Novotny, dem Leiter des Diakoniehauses in Letovice. Die Spende wird für den Kauf der Tische verwendet.

Letovice/Kirchlinteln - Von Hermann Meyer. Einen Baum gepflanzt, eine Spende überreicht, in den Punkva-Höhlen gewesen, eine Betriebsbesichtigung mitgemacht und neue Kontakte geknüpft: Auf diese Kurzform lässt sich der Besuch einer Kirchlintler Delegation in der tschechischen Partnergemeinde Letovice reduzieren. Natürlich war es wie immer viel ausführlicher, interessanter, intensiver, spannender und informativer.

Eingeladen zu diesem Kurzausflug hatte der Bürgermeister von Letovice, Vladimir Stejskal. Grund war der offizielle Festakt zur Verleihung der Stadtrechte vor 80 Jahren. Am 13. November 1936 wurden Kirchlintelns Partnergemeinde Letovice die Stadtrechte verliehen. Stejskal konnte im Kulturhaus der 4 .600-Einwohner-Stadt rund 400 Gäste begrüßen, darunter auch Vertreter der Partnerstädte Chelmno (Polen), Köbanya (Ungarn) sowie die Kirchlintler.

Als Geschenk hatten sich die drei Bürgermeister auf große Bäume geeinigt, die im wunderschönen Park neben dem Schloss ihren Platz erhielten. Hier können sie ungestört ihre volle Pracht entfalten: Aus Kirchlinteln kam eine Linde, aus Köbanya eine Buche und aus Chelmno ein Ahorn. Kirchlintelns Bürgermeister Wolfgang Rodewald hatte sich ganz bewusst für eine Linde entschieden: „Einerseits sehe ich sie als Zeichen der Freundschaft, zweiten ist die Linde neben der Kirche Mitnamensgeberin für den Ort Kirchlinteln und drittens wird sie über Generationen hinaus die Bürger aus Letovice und der Mikroregion Letovicko an ihre Partnergemeinde Kirchlinteln erinnern“, sagte er nach dem Einsetzen des Baums. Vladimir Stejskal versprach, dass er persönlich dafür sorgen werde, dass die Linde anwachse.

Spende von 800 Euro überreicht

Eine weitere offizielle Übergabe nahmen die beiden Ratsmitglieder Ingrid Müller und Hermann Meyer vor, die der Diakoniestation in Letovice eine Spende von 800 Euro überreichten. Das Geld war beim ersten Europatreffen 2015 in Letovice von den Kirchlintler Teilnehmern gespendet worden. In der Diakoniestation leben 13 Menschen mit geistiger Beeinträchtigung. Erik Novotny, Leiter der Einrichtung, hatte sich nach Rücksprache mit Bürgermeister Stejskal einen Zuschuss für neue Tische im zentralen Raum der Einrichtung gewünscht.

„An die bisherigen Tischen konnten Rollstuhl- und Rollatornutzer nicht dicht genug herankommen“, begründete Novotny seinen Wunsch. An diesen Tischen passiere alles Wichtige der Bewohner und der Beschäftigten im Tagesablauf, sagte er. „Hier wird gegessen, es finden Feierlichkeiten statt sowie die notwendige tägliche Kommunikation.“

„Wir möchten, dass der Mensch im Mittelpunkt steht“, betonte Ingrid Müller, Vorsitzende des Fördervereins der Diakoniestation Kirchlinteln/Langwedel. Erik Novotny pflichtete ihr bei: „Dieser Punkt wird immer wichtiger, weil es immer mehr Schriftliches und Bürokratisches zu erledigen gibt.“ Und Hermann Meyer erinnerte an die Geschichte: „Wenn wir das Jahr 1936 hören, denken wir als Deutsche an eine dunkle Zeit, in der Menschen weggesperrt und ausgesondert wurden. Es ist schön, dass es jetzt anders ist.“

Erik Novotny erklärte den Anwesenden während eines Rundgangs durch die Einrichtung die Philosophie des Hauses: „Wer hier leben will, muss alles machen, was es im normalen Leben zu tun gibt.“

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