Erster Erfahrungsaustausch in Armsen

Deutschunterricht läuft gut, Asylverfahren dauern zu lange

Ganz offen sprachen die Armser, die geladenen Experten und die Flüchtlinge über die derzeitige Situation in Armsen. Vieles laufe schon sehr gut, manches noch nicht. - Foto: Röttjer

Armsen - Ein ausführlicher Erfahrungsaustausch über die Arbeit mit der Integration der in Armsen lebenden Flüchtlinge prägte den ersten „Runden Tisch“, zu dem der scheidende Ortsvorsteher Friedel Koch eingeladen hatte. Im Vordergrund standen die Themen Asylverfahren und Anerkennung, Mobilität, Wohnverhältnisse, Sprachunterricht, Arbeit sowie die Integration über Vereine und Feuerwehr.

Gäste des Treffens waren Wolfgang Dorgelo, der Koordinator des Bundesfreiwilligendienstes (Bufdi), sowie Claudia Wehrstedt-Prätsch von der ALV (Arbeit im Landkreis Verden) und die Ortsvorsteherin Ingrid Müller, Schafwinkel. Außerdem verfolgten die in Armsen lebenden Albaner, Eritreer und Sudanesen die Diskussion, bei der ihre örtlichen ehrenamtlichen Helfer und Betreuer über ihre Arbeit sprachen.

Zu Beginn wurde allgemein bedauert, dass die Asylverfahren zu lange dauerten und dass diese nach den Worten Kochs zunächst nur bei den Eritreern mit der Anerkennung erfolgreich abgeschlossen wurden. Bei den Albanern und Sudanesen sei bisher noch kein Verfahren eingeleitet worden, hieß es.

Erörtert wurden außerdem die Wohnverhältnisse. Im Ort seien die Flüchtlinge in zwei Wohnhäusern gut untergebracht. Angemerkt wurde von einer Betreuerin, dass in einem der Häuser dringend Arbeiten zur Renovierung erforderlich seien.

Als erfreulich wurde beim Treffen der Sprachunterricht bezeichnet. Alle Flüchtlinge besuchten zurzeit einen Unterricht in Verden. Besonders hervorgehoben wurde in diesem Zusammenhang der ehrenamtlich gegebene tägliche Sprachunterricht von zwei Lehrern, Ingrid und Uwe Lienhoop, die mit großem Einsatz den Flüchtlingen die Kennnisse der deutschen Sprache vermittelten.

Zum Thema Mobilität wurde bemängelt, dass die Fahrkarten für den ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr) zu teuer seien. So würden die Verdener Flüchtlinge bevorteilt. Sehr dankbar zeigten sich die Flüchtlinge darüber, dass ihnen Fahrräder zur Verfügung ständen, die sie vom Ortsvorsteher bekommen hätten. Ein weiterer Dank galt Peter Schadek, der als Monteur ehrenamtlich die Fahrräder kostenlos repariere und verkehrssicher mache oder sie bei eigenen Reparaturen unterstütze.

Seitens der ALV berichtete Claudia Wehrstedt-Prätsch über ihre Tätigkeit. Es sei schwierig, die Flüchtlinge in Arbeitsverhältnissen unterzubringen. Viele Arbeitgeber schrecke nach Erfahrung von Koch auch das gesetzliche Verwaltungsverfahren ab. Positiv bemerkte Wehrstedt-Prätsch, dass eine Vorrangsprüfung entfalle und das Verwaltungsverfahren vereinfacht werden solle. Sie betonte, dass viele Flüchtlinge in Praktika oder in Arbeitsverhältnisse vermittelt worden seien und sie sich durch den Rückgang der Flüchtlingszahlen intensiver um die Flüchtlinge kümmern könne. Sie teilte mit, dass es in der ALV eine Datenbank mit allen registrierten Flüchtlingen gebe.

Abschließendes Thema war die örtliche Integration mit dem Eintritt in die Vereine und der Feuerwehr. Einige Flüchtlinge seien schon Mitglied im TSV Lohberg oder dem TSV Brunsbrock, vom Sportbund würden Gelder zur Verfügung gestellt. Die örtliche Feuerwehr werde die Flüchtlinge zu einer Informationsveranstaltung einladen, hieß es vom stellvertretenden Ortsbrandmeister Roman Driediger.

Nach der Zusammenkunft dankten Koch und die Flüchtlinge den Betreuern für ihre Hilfe. Ohne deren Engagement wären sie ziemlich allein gewesen, da andere Hilfsorganisationen überfordert gewesen seien. Übereinstimmend wurde gewünscht, den „Runden Tisch“ beizubehalten und in einem halben Jahr wieder einzuberufen um neu gewonnene Erfahrungen auszutauschen. - rö

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