Ausschuss empfiehlt Änderung des B-Planes / Landkreis sieht aber Probleme

Weg für neuen Edeka-Markt doch noch nicht geebnet

Das Grundstück, fotografiert von der Schulstraße aus.
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Das Grundstück, fotografiert von der Schulstraße aus.

Kirchlinteln - Es sah kurzzeitig so aus, als würde es jetzt ernst werden mit den Plänen eines Investors für einen neuen Edeka-Markt auf dem Aula-Grundstück in Kirchlinteln. Der Planungs-, Bau- und Umweltausschuss hat am Montagabend empfohlen, den Bebauungsplan „Ortskern“ entsprechend zu ändern, um das weitere Verfahren zu ermöglichen. Einen Tag später machte der Landkreis aber deutlich, dass er die Pläne so nicht genehmigen werde.

Das Thema ist nicht neu, bereits 2010 wurde über die Wünsche von Edeka, sich in Kirchlinteln an einem neuen Standort, auf dem sogenannten Aula-Grundstück im Ortskern, zu vergrößern, diskutiert. Damals scheiterte das Vorhaben allerdings.

Im Herbst 2014 hatte dann ein potenzieller Investor bei einer Infoveranstaltung im Lintler Krug einen neuen Versuch gestartet und neue Pläne vorgestellt. Demnach soll auf dem Gelände zwischen Schul- und Hauptstraße ein großer neuer Markt mit einer Verkaufsfläche von 1500 Quadratmetern und 80 Parkplätzen entstehen. Betrieben werden soll der Markt von Wolfgang Meyer, der seit 2000 den jetzigen, 780 Quadratmeter großen Edeka-Markt auf der anderen Seite der Hauptstraße leitet und über rückläufige Umsätze klagt. „Der Kaufkraftverlust ist ein großes Thema bei uns in Kirchlinteln“, erklärte Bürgermeister Wolfgang Rodewald bei der Sitzung. Der kleine Markt sei nicht mehr zeitgemäß, viele Kirchlintler Bürger würden ihre Wocheneinkäufe lieber in Verden erledigen.

Mittlerweile liegen drei Gutachten vor, die der Investor in Auftrag gegeben hat. Das Schallgutachten hat ergeben, dass die Orientierungswerte eingehalten würden – aber nur, wenn einige der geplanten Parkplätze nach 22 Uhr nicht mehr genutzt werden.

Das Verkehrsgutachten besagt, dass bei der geplanten Zufahrt an der Hauptstraße eine Linksabbiegerspur eingerichtet werden muss. Der Lieferverkehr, der von der Schulstraße kommen soll, und dort teilweise auch rückwärts fahren müsste, sollte laut Gutachten nur außerhalb der Schulanfangs- und Endzeiten erfolgen. Das in Auftrag gegebene Entwässerungsgutachten hat ergeben, dass die Versickerung des auf dem Gelände anfallenden Niederschlagswassers über Rigolen erfolgen soll.

Besonders der letzte Punkt macht vielen Kirchlintlern – einige waren bei der Sitzung anwesend – noch große Sorge. Die Angst, dass eine weitere versiegelte Fläche im Ortskern zu noch mehr Problemen bei Starkregenfällen führen könnte, wurde in der Einwohnerfragestunde von den Bürgern erneut thematisiert.

Richard Eckermann, Fraktionsvorsitzender der SPD, forderte eine erneute Bürgerversammlung noch vor der öffentlichen Auslegung des Entwurfes. „Auf diesem Wege können viele Fragen und Einwände schon im Vorfeld diskutiert werden.“ Die Verwaltung erklärte sich dazu gern bereit. Der Termin wurde direkt festgelegt: am Donnerstag, 28. Januar, um 19.30 Uhr, im Lintler Krug.

Eine Bürgerbefragung, wie von Frank-Peter Seemann, Fraktionsvorsitzender Grüne, und dem Bürger Matthias Fritzsch in der Einwohnerfragestunde gefordert, komme laut Rodewald für die Verwaltung nicht in Frage. Mit einer Gegenstimme von Frank-Peter Seemann empfahl der Ausschuss die Änderung des Bebauungsplanes.

Was die Politiker da noch nicht wissen konnten: Nur einen Tag später, am Dienstag, machte der Landkreis in einem Gespräch mit Planer und Gemeinde deutlich, dass man seitens der Behörde die Pläne nicht genehmigen werde. Grund sei die zu erwartende Verkehrssituation an der Kreisstraße – mit Lkw, die für die Anlieferung der Waren rückwärts über einen Fußweg fahren müssten. Dementsprechend muss der Investor neue Pläne vorlegen, die dann erneut zur Debatte stehen werden.

rei

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