Barbara Wölz-Oehlerking glaubte Augen nicht zu trauen

Katzenräuber bei der Arbeit ertappt

Schon seit rund drei Wochen vermisst Barbara Wölz-Oehlerking ihren zweijährigen Kater „Toni“ und hängte dazu in Baden diesen „Steckbrief“ aus.

Baden - (la) · Erzählungen über Katzenfänger, die auf der Suche nach Beute die Straßen durchstreifen – auch Barbara Wölz-Oehlerking aus Baden ordnete das bisher unter „übertriebene Horrorstorys“ ein. Seit Montagabend hat sie ihre Meinung geändert.

Sie ist sich sicher, Katzenräuber sozusagen bei der Arbeit ertappt zu haben. In der Nähe ihrer Wohnung war sie gegen 19 Uhr am Badener Bahnhof unterwegs gewesen und hatte wieder einmal nach ihrem Kater „Toni“ Ausschau gehalten. Seit rund drei Wochen scheint ihr vierbeiniger Liebling spurlos verschwunden zu sein.

Beim abendlichen Spaziergang glaubte sie dann den Augen nicht trauen zu dürfen, als ein Mann aus einem haltenden weißen Lieferwagen ausstieg, eine Katze am Straßenrand ergriff und ins Auto schaffen wollte.

Sie habe instinktiv ziemlich laut geschrien, erinnert sich Barbara Wölz-Oehlerking. Der Mann mit der Katze sei so erschrocken gewesen, dass er den Griff lockerte. Das Tier konnte sich so befreien und entkam. Der weiße Lieferwagen sei dann schnell davongebraust. Die Badenerin will noch erkannt haben, dass die Scheiben des Fahrzeugs von innen mit Pappe ausstaffiert waren und der Wagen ein polnisches Kennzeichen hatte.

Das alles berichtete sie gestern auch der Achimer Polizei und erstattete Anzeige. Sie vermutet, dass die Katze mit Duftstoffen gefügig gemacht worden sei, da die Tiere normalerweise davonlaufen, wenn sich ihnen ein Unbekannter nähert.

Dem Fall werde natürlich nachgegangen, hieß es gestern auf Kreisblatt-Nachfrage beim Achimer Ermittlungsdienst. Allerdings sei es schwer, konkrete Ansatzpunkte zu finden, weil die Zeugin sich das Kennzeichen selbst nicht gemerkt habe. Weitere Beobachtungen ähnlicher Art seien der Achimer Polizei in den vergangenen Tagen nicht gemeldet worden. Dennoch seien Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, die Augen offenzuhalten und verdächtige Vorkommnisse möglichst umgehend zu melden.

Barbara Wölz-Oehlerking weiß von weiteren Katzen, die in jüngster Zeit in Baden „verschwanden“ – ebenfalls im Bereich Am Bahnhof und aus umliegenden kleineren Straßen. Steckbriefe der vermissten Lieblinge hingen auch in örtlichen Supermärkten oder an Bäumen aus.

Die Badenerin könnte sich vorstellen, dass die Täter vor allem am Verkauf von Fellen interessiert sind und findet diesen Gedanken zugleich ziemlich schrecklich.

Dass Katzen und vor allem Kater bisweilen Tage oder Wochen herumstreunen und dann zu Hause vermisst und gesucht werden, komme regelmäßig vor, machte die Polizei noch deutlich. Sie hofft aber, gerade in diesem konkreten Fall noch mehr Licht ins Dunkel bringen zu können.

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