Vorwurf der Staatsanwaltschaft gegen 18-Jährigen konnte nicht hundertprozentig nachgewiesen werden / Unfallflucht blieb

Kater Max mit Absicht angefahren?

Verlor ein Bein bei einem Unfall, der jetzt vor dem Amtsgericht Verden verhandelt wurde: Kater Max.

Verden - (wb) · Ein 18-Jähriger aus Hönisch musste sich jetzt vor dem Amtsgericht Verden wegen Sachbeschädigung in Tateinheit mit Tierquälerei und unerlaubtem Entfernen vom Unfallort verantworten. Der Vorwurf: Er soll Anfang Juli gezielt einen Kater angefahren haben. Das Tier hat überlebt, allerdings musste ihm ein Bein amputiert werden.

Man habe es nicht hundertprozentig aufklären können, stellte am Ende Richterin Ilse Hastmann-Nott in der Urteilsbegründung fest. Die Sachbeschädigung und die Tierquälerei wurden eingestellt, was blieb, war die Unfallflucht. Wegen dieser muss der 18-Jährige 300 Euro an die Katzenbesitzer zahlen. Falls er dies nicht kann, weil eine Anstellung, die er in Aussicht haben will, nicht zu Stande kommt, könne die Geldstrafe in eine Arbeitsauflage abgeändert werden, erklärte ihm die Juristin. Diese müsste er dann im Verdener Tierheim ableisten.

Als Kater Max am 6. Juli angefahren wurde, waren seine Besitzer zunächst davon ausgegangen, dass ihr Tier selbst vor ein Auto gelaufen sei und waren schon entsetzt, dass der Fahrer sich nicht um das Tier gekümmert hatte. Als sie dann erfuhren, dass der 18-Jährige gezielt auf das Tier zugesteuert sein soll, erstatteten sie Anzeige.

Davon erfahren hatten sie, weil der 18-Jährige mit dem was er getan hat, geprahlt haben soll. Schließlich bestätigte eine Freundin ihrer Tochter, die mit in dem Wagen gesessen hatte, dass es Absicht gewesen sei. Aus Ärger über einen Streit mit seiner Freundin habe der 18-Jährige Gas gegeben und auf den Kater zugesteuert.

Die Staatsanwaltschaft Verden erhob Anklage, aber am Ende konnte man dem 18-Jährigen eine Absicht nicht nachweisen. Er selbst bestritt diese und gab an, dass er nur ein Rumpeln bemerkt habe, nicht wissend, dass es ein Tier gewesen sei. Die beiden Mädchen, die damals mit im Auto saßen, konnten vor Gericht nur ihren Eindruck schildern. Das genügte aber ebenso wenig für eine Verurteilung, wie die Aussage, dass der 18-Jährige später im Auto noch gesagt haben soll: „Ich habe Scheiße gebaut.“

Sachbeschädigung setzt immer eine Absicht voraus, und somit wurde dieser Vorwurf genauso wie die Tierquälerei eingestellt. Oberstaatsanwalt Detlef Dyballa erinnerte den Angeklagten im strengen Ton daran, dass es die Pflicht eines Autofahrers sei, sich um ein Tier zu kümmern, wenn man es angefahren habe. Erleide ein Tier dadurch unnötige lang anhaltende Schmerzen, könnte es strafrechtlich relevant sein.

Der 18-Jährige sei von den Mädchen darauf hingewiesen worden, dass es eine Katze gewesen sei und habe dann in einer Nebenstraße des Brunnenwegs angehalten. Selbst habe er sich nicht gekümmert, sondern darauf vertraut, dass eines der Mädchen die Familie über den Unfall informieren werde. Wer der Fahrer war und dass er zu ihrer Überzeugung mit Absicht gehandelt hatte, verschwieg sie zunächst. Zivilrechtlich fordern die Besitzer der Katze von dem 18-Jährigen die Erstattung der Tierarztkosten. Diese belaufen sich inzwischen auf eine vierstellige Summe. Kater Max, erst zwei Jahre alt, geht es inzwischen besser. Wäre das Leben mit drei Beinen für ihn mehr Leiden als Freude, hätte man ihn erlöst, versicherte die Familie.

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