1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Verden

Gewappnet gegen Bedrohungen

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

„Will dich jemand mit sich zerren, lass dich schleifen!“ Das und vieles andere lernten Ottersberger Kindergartenkinder von Trainer Frank Henning im Selbstbehauptungskurs „Stop! Ich wehre mich!“.
„Will dich jemand mit sich zerren, lass dich schleifen!“ Das und vieles andere lernten Ottersberger Kindergartenkinder von Trainer Frank Henning im Selbstbehauptungskurs „Stop! Ich wehre mich!“.

Ottersberg - (pee) „Und was machen wir, wenn uns jemand mit sich zerren will...? Genau: Wir lassen uns hängen und schleifen! Komm, wir zeigen das nochmal...“ Fest packt Frank Henning das kleine Mädchen am Arm – das sich reflexartig fallen lässt. „Super! Nur so kann es jemandem auffallen, dass ihr nicht freiwillig mitgeht“, lobt der Trainer für Selbstverteidigung und Selbstbehauptung.

Unter dem Titel „Stop! Ich wehre mich!“ brachte Frank Henning in zwei Kursen insgesamt 35 Kindern im Evangelischen Kindergarten Ottersberg das richtige Reagieren in bedrohlichen Situationen bei. Bei jeweils sieben Trainingsterminen über anderthalb Stunden lernten die fünf- und sechsjährigen Mädchen und Jungen anhand von spielerischen, aber realitätsnahen Übungen, wie sie sich verhalten sollen und schützen können, wenn sie angesprochen, verfolgt, bedroht, angegriffen oder von einem Hund angesprungen werden. Praxisorientiert vermittelte Pädagoge und Kampfsportler Henning, der für den Nienburger Verein „Sai-Fon“ Selbstbehauptungskurse für Kinder gibt, einfache Abwehrtechniken und richtiges Fluchtverhalten. Kursinhalte waren aber auch die Vermeidung von Gefahrensituationen und die Möglichkeiten, sich Hilfe von Erwachsenen zu holen. „Wenn ihr Angst habt, wovor auch immer, müsst ihr das sofort jemandem sagen“, appellierte Henning eindringlich, „Angst kann man ja nicht sehen.“

„Lernen, sich ohne Begleitung der Eltern sicher zu bewegen, und selbstsicher werden durch Üben des richtigen Verhaltens“, definierte Kindergartenleiterin Maria Bolley die Kursziele. Organisiert hatte das professionelle Selbstbehauptungstraining Elternsprecherin Ute Witkowski. Als Präventivprojekt hatte die Lokale Arbeitsgruppe die Kurse mit 520 Euro aus Jugendhilfemitteln unterstützt. „Dadurch konnten auch Familien mitmachen, die sich die Kursgebühren sonst nicht hätten leisten können“, betonte Maria Bolley dankbar. Im Kursprogramm „Stop!“ wurden übrigens auch die Eltern geschult, um die Verhaltensweisen zur Sicherheit ihrer Kinder zu Hause weiter zu üben. Die „Stop!“-Kurse ergänzten im Ev. Kindergarten für die angehenden Erstklässler das Projekt „Mein Schulweg“. Hier lernten sie Verkehrsregeln und Schulbusfahren und vertieften ihr Wissen bei einem Rundgang mit dem Kontaktpolizisten. Die Grundschule Fischerhude vermittelte dazu ältere Kinder als „Buspaten“.

Auch interessant

Kommentare